
Neulich saßen wir mal wieder an unserem Küchentisch, die Steuererklärung vor uns ausgebreitet, als meine Frau plötzlich innehielt und sagte: "Was würde eigentlich passieren, wenn einer von uns nicht mehr arbeiten könnte?" Diese Frage traf uns wie ein kalter Windhauch. Als Selbstständige leben wir seit über sieben Jahren von unseren eigenen Projekten – ich als freiberuflicher Grafikdesigner, sie als selbstständige Texterin. Die Freiheit, die wir so lieben, hat eine Kehrseite, die wir lange verdrängt hatten: Wenn wir nicht arbeiten können, verdienen wir kein Geld. Keine Lohnfortzahlung, keine gesetzliche Absicherung, nichts. Diese Erkenntnis führte uns auf eine monatelange Reise durch den Dschungel der Berufsunfähigkeitsversicherungen, und was wir dabei gelernt haben, möchten wir heute mit euch teilen.
Der Auslöser für unsere intensive Beschäftigung mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung war ein Bandscheibenvorfall meines Geschäftspartners Thomas. Von einem Tag auf den anderen konnte er nicht mehr am Schreibtisch sitzen, geschweige denn konzentriert arbeiten. Sechs Monate war er komplett außer Gefecht. Als Angestellter hätte er nach sechs Wochen Krankengeld bekommen, aber als Selbstständiger? Nichts. Seine Ersparnisse schmolzen dahin wie Butter in der Sonne. Die Miete für sein Büro lief weiter, die Leasingrate für sein Auto auch, und die Familie musste ja auch essen. "Hätte ich mal eine BU abgeschlossen", sagte er immer wieder, aber da war es schon zu spät. Mit einem frischen Bandscheibenvorfall nimmt dich keine Versicherung mehr, oder nur zu astronomischen Preisen.
Als Selbstständige stehen wir nackt im Regen, wenn es um soziale Absicherung geht. Das wurde uns durch Thomas' Geschichte schmerzlich bewusst. Keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, es sei denn, man zahlt freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung ein – was die wenigsten tun, weil es teuer ist und die Leistungen mager sind. Selbst wenn man einzahlt, sind die Hürden für eine Erwerbsminderungsrente so hoch, dass man praktisch gar nicht mehr arbeiten können darf, egal in welchem Beruf. Für uns als kreative Selbstständige, die von unseren spezifischen Fähigkeiten leben, wäre das der finanzielle Ruin. Eine Grafikdesignerin, die ihre Hände nicht mehr richtig bewegen kann, kann vielleicht noch telefonieren, aber davon kann sie nicht leben.
Die Suche nach der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung gestaltete sich schwieriger als gedacht. Jeder Versicherer hat andere Bedingungen, andere Definitionen von Berufsunfähigkeit, andere Ausschlüsse. Wir haben wochenlang Angebote verglichen, mit Maklern gesprochen, Kleingedrucktes gelesen. Der erste Schock kam bei den Gesundheitsfragen. Fünf bis zehn Jahre zurück wollen die alles wissen: jeder Arztbesuch, jede Behandlung, jede Diagnose. Meine Frau hatte vor drei Jahren mal Probleme mit dem Rücken, ich war wegen Migräne in Behandlung. Beides mussten wir angeben, und prompt wurden Ausschlüsse vorgeschlagen oder die Beiträge erhöht.
Die Höhe der monatlichen Rente war die nächste große Frage. Als Selbstständige haben wir schwankende Einkommen, mal läuft es super, mal ist Flaute. Wie viel Absicherung brauchen wir wirklich? Unsere Fixkosten belaufen sich auf etwa 3.500 Euro im Monat: Miete für Wohnung und Büro, Krankenversicherung, Auto, Versicherungen, Essen, die üblichen Ausgaben eben. Dazu kommen geschäftliche Kosten, die weiterlaufen würden: Software-Lizenzen, Telefon, Internet, eventuell Subunternehmer, die man bezahlen muss. Wir haben uns für eine BU-Rente von 2.500 Euro pro Person entschieden. Das deckt nicht alles ab, aber es verhindert den freien Fall.
Ein entscheidender Punkt bei der BU für Selbstständige ist die konkrete Definition der Berufsunfähigkeit. Viele Versicherer arbeiten mit der sogenannten abstrakten Verweisung: Du bist nur berufsunfähig, wenn du gar keinen Beruf mehr ausüben kannst, der deiner Ausbildung und Erfahrung entspricht. Für uns wäre das fatal. Nur weil ich als Grafikdesigner theoretisch auch als Kundenberater arbeiten könnte, bin ich noch lange nicht arbeitsfähig in meinem eigentlichen Beruf. Wir haben explizit nach Versicherern gesucht, die auf die abstrakte Verweisung verzichten und den konkret ausgeübten Beruf absichern. Das kostet mehr, aber es ist die einzig sinnvolle Absicherung für Selbstständige.
Die Nachversicherungsgarantie war ein Aspekt, den wir anfangs unterschätzt hatten. Als Selbstständige entwickelt sich unser Einkommen hoffentlich nach oben, die Familie wächst vielleicht, man kauft eine Immobilie. Die BU-Rente, die heute ausreicht, kann in fünf Jahren zu wenig sein. Mit der Nachversicherungsgarantie kann man die Rente erhöhen, ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist Gold wert, denn wer weiß schon, wie gesund man in ein paar Jahren noch ist. Wir haben eine Nachversicherung bis zu 1.000 Euro zusätzlich ohne Anlass und bis zu 2.500 Euro bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt oder Immobilienkauf vereinbart.
Nach drei Monaten Recherche und Verhandlungen hatten wir endlich unsere Verträge. Meine Frau zahlt 89 Euro im Monat, ich 127 Euro – der Unterschied liegt am Alter und den unterschiedlichen Vorerkrankungen. Zusammen sind das 2.592 Euro im Jahr, eine Menge Geld für Selbstständige, die jeden Euro zweimal umdrehen. Aber wir sehen es als Investition in unsere Sicherheit. Ein befreundetes Paar, ebenfalls selbstständig, hielt uns für verrückt: "So viel Geld für etwas, was vielleicht nie eintritt?" Aber genau das ist ja der Punkt einer Versicherung: Man hofft, sie nie zu brauchen, ist aber froh, sie zu haben, wenn es darauf ankommt.
Die Gesundheitsprüfung war eine Wissenschaft für sich. Wir mussten Fragebögen ausfüllen, die gefühlt bis in die Kindheit zurückreichten. Jeder Arztbesuch der letzten fünf Jahre musste dokumentiert werden. Zum Glück führen wir beide eine Art Gesundheitstagebuch, in dem wir alle Arztbesuche notieren – ursprünglich für die Steuererklärung, aber hier war es Gold wert. Wichtig ist absolute Ehrlichkeit. Wer bei den Gesundheitsfragen schummelt, riskiert den kompletten Versicherungsschutz. Die Versicherer prüfen im Leistungsfall sehr genau nach, und wenn sie eine Falschangabe finden, können sie die Zahlung verweigern.
Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Absicherung ist die Krankentagegeldversicherung. Die BU greift meist erst nach sechs Monaten, wenn feststeht, dass die Berufsunfähigkeit dauerhaft ist. Aber was ist in der Zwischenzeit? Das Krankentagegeld springt schon nach sechs Wochen ein und überbrückt die Zeit bis zur BU-Rente. Wir haben uns für ein Krankentagegeld von 100 Euro pro Tag entschieden, das kostet zusätzlich etwa 45 Euro im Monat. Zusammen mit der BU haben wir jetzt ein Sicherheitsnetz, das uns im Ernstfall auffängt.
Die steuerliche Behandlung der BU-Beiträge ist für Selbstständige ein zweischneidiges Schwert. Die Beiträge können als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden, allerdings nur im Rahmen der Höchstgrenzen. Bei uns sind das 2.800 Euro pro Jahr, aber die Krankenversicherung frisst davon schon den Großteil auf. Immerhin: Ein bisschen was geht ab. Im Leistungsfall wäre die BU-Rente dann aber steuerpflichtig, zumindest der Ertragsanteil. Das muss man bei der Kalkulation der Rentenhöhe berücksichtigen. Von 2.500 Euro brutto bleiben nach Steuern vielleicht 2.100 Euro. Immer noch besser als nichts, aber es zeigt, wie wichtig eine realistische Kalkulation ist.
| Kostenart | Monatliche Kosten | Jährliche Kosten |
| BU-Versicherung Person 1 | 89 € | 1.068 € |
| BU-Versicherung Person 2 | 127 € | 1.524 € |
| Krankentagegeld Person 1 | 45 € | 540 € |
| Krankentagegeld Person 2 | 45 € | 540 € |
| Gesamt | 306 € | 3.672 € |
Ein Aspekt, der uns überrascht hat, war die Dynamik. Viele BU-Verträge bieten eine jährliche Erhöhung von Beitrag und Leistung an, meist um 3-5%, um die Inflation auszugleichen. Klingt erstmal gut, aber die Beiträge können über die Jahre ganz schön ansteigen. Wir haben uns für eine Dynamik von 3% entschieden, mit der Option, sie auszusetzen, wenn es finanziell mal eng wird. Nach zehn Jahren würde unsere Rente dann bei etwa 3.350 Euro liegen, die Beiträge aber auch bei fast 300 Euro im Monat. Das muss man einkalkulieren.
Die Berufsgruppeneinordnung ist für Selbstständige oft eine Herausforderung. Die Versicherer haben Kataloge mit hunderten von Berufen, aber wo ordnet man einen "Digital Marketing Consultant" oder eine "Content Creatorin" ein? Die Einordnung ist wichtig, denn sie bestimmt maßgeblich den Beitrag. Handwerker zahlen mehr als Büroarbeiter, das ist logisch. Wir mussten unsere Tätigkeiten sehr genau beschreiben, Arbeitsproben einreichen, unseren Arbeitsalltag schildern. Am Ende wurden wir beide in relativ günstige Berufsgruppen eingestuft, was die Beiträge erträglich macht.
Ein heikles Thema sind psychische Erkrankungen. Burn-out, Depressionen, Angststörungen – das sind heute die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit, gerade bei Selbstständigen mit dem ständigen Druck, Aufträge zu akquirieren und Deadlines einzuhalten. Viele Versicherer schließen psychische Erkrankungen aus oder limitieren die Leistungsdauer. Wir haben explizit darauf geachtet, dass psychische Erkrankungen vollumfänglich mitversichert sind, ohne zeitliche Begrenzung. Das hat die Auswahl an Versicherern eingeschränkt und die Beiträge erhöht, aber für uns war es nicht verhandelbar.
Die Erfahrungen aus unserem Bekanntenkreis haben uns in unserer Entscheidung bestärkt. Eine befreundete Fotografin erlitt einen Autounfall, bei dem ihre rechte Hand so schwer verletzt wurde, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ohne BU hätte sie ihr Studio schließen müssen. Mit der BU-Rente konnte sie sich die Zeit nehmen, umzuschulen und ein neues Standbein als Fotografie-Dozentin aufzubauen. Ein anderer Bekannter, Webentwickler, bekam mit 38 Multiple Sklerose diagnostiziert. Die Krankheit schreitet langsam voran, aber irgendwann wird er nicht mehr arbeiten können. Seine BU gibt ihm die Sicherheit, dass seine Familie versorgt ist.
Die Alternative zur BU, über die wir auch nachgedacht haben, sind andere Absicherungsformen. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist günstiger, greift aber erst, wenn man gar nicht mehr arbeiten kann, egal in welchem Beruf. Für uns als Spezialisten ungeeignet. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine Einmalsumme bei schweren Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt. Kann sinnvoll sein als Ergänzung, ersetzt aber keine BU. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn man bestimmte Fähigkeiten wie Sehen, Hören oder Greifen verliert. Für manche Berufe eine Alternative, für uns zu speziell.
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Laufzeit der BU. Die meisten Verträge enden mit 67, dem regulären Rentenalter. Aber was, wenn man als Selbstständiger länger arbeiten will oder muss? Wir haben eine Laufzeit bis 67 gewählt, mit der Option auf Verlängerung. Die Verlängerung ist dann zwar teurer, aber immerhin möglich. Manche Selbstständige wählen eine kürzere Laufzeit bis 60 oder 63, um Beiträge zu sparen. Das kann sinnvoll sein, wenn man bis dahin genug Vermögen aufgebaut hat. Für uns war die Absicherung bis zur Rente wichtiger als die Ersparnis.
Die Wartezeit ist ein weiterer wichtiger Punkt. Normalerweise gibt es keine Wartezeit bei der BU, man ist ab dem ersten Tag versichert. Aber manche Versicherer haben Staffelklauseln: Im ersten Jahr nur 25% der Leistung, im zweiten 50% und so weiter. Das haben wir abgelehnt. Wenn man berufsunfähig wird, braucht man das Geld sofort, nicht erst in drei Jahren. Die Versicherer argumentieren mit Missbrauchsvermeidung, aber für uns war das ein Ausschlusskriterium.
Nach einem Jahr mit BU können wir sagen: Es fühlt sich gut an, abgesichert zu sein. Die monatlichen Beiträge tun weh, keine Frage, aber die Sicherheit ist es wert. Wir schlafen besser, wissend, dass unsere Existenz nicht an einem seidenen Faden hängt. Natürlich hoffen wir, die Versicherung nie in Anspruch nehmen zu müssen. Aber falls doch, sind wir vorbereitet. Thomas, unser Geschäftspartner mit dem Bandscheibenvorfall, hat übrigens nach seiner Genesung sofort eine BU abgeschlossen. Mit Risikoaufschlag zwar, aber besser spät als nie.
Die Verwaltung der BU ist zum Glück unkompliziert. Einmal im Jahr kommt die Dynamikanpassung, die wir bestätigen oder ablehnen können. Ansonsten läuft alles automatisch. Wichtig ist, Änderungen im Berufsleben zu melden. Wenn man den Beruf wechselt oder die Selbstständigkeit aufgibt, muss das der Versicherung mitgeteilt werden. Das kann zu Anpassungen führen, im besten Fall wird es günstiger. Eine Bekannte wechselte von der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis und konnte ihren Beitrag um 30% senken.
Die Digitalisierung hat auch vor der BU nicht Halt gemacht. Viele Versicherer bieten mittlerweile Online-Abschlüsse an, inklusive Gesundheitsprüfung per Video-Chat. Das ist bequem, aber wir raten trotzdem zu einer persönlichen Beratung. Die BU ist zu komplex und zu wichtig, um sie mal eben online abzuschließen. Ein guter Makler kennt die Fallstricke, weiß, welcher Versicherer bei welchen Vorerkrankungen kulant ist, und kann im Leistungsfall unterstützen. Unser Makler hat uns Stunden seiner Zeit gewidmet, ohne zusätzliche Kosten – er wird von der Versicherung bezahlt.
Oft wurden wir gefragt, ob eine BU für Selbstständige wirklich notwendig ist oder ob man das Geld nicht besser sparen sollte. Unsere klare Antwort: Die BU ist für Selbstständige noch wichtiger als für Angestellte. Angestellte haben wenigstens noch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente als Notfallnetz, auch wenn sie mager ist. Selbstständige haben gar nichts. Die 200-300 Euro im Monat, die eine vernünftige BU kostet, kann man nicht ansparen. Um eine Berufsunfähigkeit von zehn Jahren zu überbrücken, bräuchte man 300.000 Euro auf der hohen Kante. Wer hat das schon mit 30 oder 40?
Eine typische Frage war auch, was passiert, wenn man nur teilweise berufsunfähig ist, also vielleicht noch 20 Stunden die Woche arbeiten kann statt 40. Viele BU-Versicherungen haben eine Staffelregelung: Ab 50% Berufsunfähigkeit gibt es die volle Rente. Manche zahlen auch schon ab 25% eine Teilrente. Das ist besonders für Selbstständige wichtig, die oft auch mit Einschränkungen noch etwas arbeiten können und wollen. Wir haben eine Staffelung ab 25% vereinbart: Bei 25% Berufsunfähigkeit gibt es 25% der Rente, bei 50% die volle Rente. So bleibt ein Anreiz, weiterzuarbeiten, soweit es geht.
Wir haben uns selbst lange gefragt, ob man die BU kündigen kann, wenn man sie nicht mehr braucht oder nicht mehr zahlen kann. Die kurze Antwort: Ja, jederzeit. Aber man bekommt nichts zurück, die eingezahlten Beiträge sind weg. Manche Verträge kann man beitragsfrei stellen, dann ruht der Vertrag und man kann ihn später wieder aktivieren. Aber Vorsicht: Die Wiederaufnahme ist oft mit erneuter Gesundheitsprüfung verbunden. Besser ist es, die Dynamik auszusetzen oder die Rentenhöhe zu reduzieren, um die Beiträge zu senken. So bleibt der Grundschutz erhalten.
Ein Bekannter fragte uns einmal, ob man mehrere BU-Versicherungen haben kann, um die Rente zu erhöhen. Theoretisch ja, praktisch wird es schwierig. Die Versicherer fragen bei Antragstellung, ob man bereits eine BU hat, und die Gesamtrente darf das Nettoeinkommen nicht übersteigen. Sonst besteht die Gefahr der Überversicherung, und die Versicherer können im Leistungsfall kürzen. Besser ist es, gleich eine ausreichend hohe Rente zu vereinbaren oder die Nachversicherungsgarantie zu nutzen.
Die Frage nach der BU im Ausland erreicht uns auch regelmäßig, da viele Selbstständige ortsunabhängig arbeiten. Die meisten BU-Versicherungen gelten weltweit, aber es gibt Einschränkungen. Manche Versicherer verlangen, dass man seinen Wohnsitz in Deutschland behält oder zumindest in der EU. Andere limitieren Auslandsaufenthalte auf sechs oder zwölf Monate am Stück. Wir haben explizit nach weltweitem Schutz ohne zeitliche Begrenzung gefragt, das schränkt die Auswahl ein, gibt uns aber die Freiheit, auch mal länger im Ausland zu arbeiten.
Viele Leute wollen auch wissen, was im Leistungsfall konkret passiert. Man muss die Berufsunfähigkeit nachweisen, meist durch ärztliche Gutachten. Die Versicherung prüft dann, oft durch eigene Gutachter. Das kann dauern, drei bis sechs Monate sind keine Seltenheit. In der Zeit muss man von Erspartem leben oder Krankentagegeld beziehen. Wenn die BU anerkannt wird, gibt es die Rente rückwirkend. Die Rente wird dann monatlich gezahlt, solange die Berufsunfähigkeit besteht. Man muss regelmäßig nachweisen, dass man noch berufsunfähig ist, meist jährlich. Wird man wieder gesund, endet die Rentenzahlung.
Nach all unseren Recherchen und Erfahrungen können wir sagen: Die BU ist für Selbstständige kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Ja, sie ist teuer. Ja, die Wahrscheinlichkeit, sie zu brauchen, ist statistisch gering. Aber die Konsequenzen, wenn man sie braucht und nicht hat, sind verheerend. Unsere 216 Euro im Monat für die BU sehen wir als Investition in unsere unternehmerische Freiheit. Wir können Risiken eingehen, neue Projekte starten, auch mal einen Auftrag ablehnen – weil wir wissen, dass wir im Ernstfall abgesichert sind. Das ist unbezahlbar für die mentale Gesundheit und den unternehmerischen Mut. Für weitere Geschichten aus unserem Selbstständigen-Alltag und praktische Tipps rund um Versicherungen und Vorsorge besucht uns gerne auf unserem Blog "Geschichten vom Küchentisch". Wir teilen dort unsere Erfahrungen, damit andere von unseren Erkenntnissen profitieren können.