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Versicherungen & Recht

Unser dritter Umzug: Die 5 teuersten Versicherungsfehler, die wir endlich vermieden haben

by Winterberg 2025. 9. 28.

Umzugsversicherung: Wie wir beim dritten Umzug endlich alles richtig gemacht haben

Es war ein strahlender Samstag im Mai, als mein Mann mit einem breiten Grinsen und den Worten "Ich habe eine Überraschung!" nach Hause kam. Die Überraschung war ein neuer Job in München – 450 Kilometer von unserem gemütlichen Zuhause in Köln entfernt. Nach der ersten Freude kam die Panik: Wir mussten umziehen, und zwar schnell. Was dann folgte, waren acht Wochen voller Kisten, Chaos und der schmerzlichen Erkenntnis, dass wir bei unseren beiden vorherigen Umzügen versicherungstechnisch wahnsinniges Glück gehabt hatten. Beim ersten Umzug hatte mein Schwager unseren Fernseher fallen lassen – 800 Euro Schaden, den er aus eigener Tasche zahlte. Beim zweiten Umzug verschwand mysteriöserweise eine Kiste mit Omas antikem Porzellan – Wert unschätzbar, Ersatz unmöglich. Dieses Mal wollten wir alles richtig machen, und was wir dabei über Umzugsversicherungen, Haftungsfragen und versteckte Fallstricke gelernt haben, ist eine Geschichte voller Überraschungen.

Die erste Lektion kam hart und schnell, als wir Angebote von Umzugsunternehmen einholten. Der günstigste Anbieter, eine kleine Firma aus dem Internet, bot uns den Umzug für 2.800 Euro an. "Versicherung inklusive!", prahlte der Vertreter am Telefon. Was er nicht sagte: Die gesetzliche Grundhaftung beträgt lächerliche 620 Euro pro Kubikmeter Umzugsgut. Bei unseren geschätzten 40 Kubikmetern wären das theoretisch 24.800 Euro – klingt viel, ist es aber nicht. Denn die Haftung gilt nur bei Verschulden des Umzugsunternehmens, und das nachzuweisen ist oft schwieriger als gedacht. Außerdem wird nicht der Neuwert ersetzt, sondern der Zeitwert. Unsere fünf Jahre alte Couchgarnitur, die neu 3.000 Euro gekostet hatte, wäre vielleicht mit 800 Euro bewertet worden. Da wurde uns klar: Die gesetzliche Grundhaftung ist wie ein Regenschirm mit Löchern – besser als nichts, aber bei Starkregen wird man trotzdem nass.

Nach tagelanger Recherche verstanden wir endlich das komplizierte System der Umzugsversicherungen. Es gibt drei Hauptakteure: die Haftung des Umzugsunternehmens, die eigene Hausratversicherung und spezielle Transportversicherungen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, Lücken und Überschneidungen. Die Umzugsunternehmen bieten oft erweiterte Haftung an – bei unserem Favoriten kostete das 180 Euro extra und erhöhte die Haftung auf 1.250 Euro pro Kubikmeter. Aber auch hier gilt: nur bei nachgewiesenem Verschulden. Wenn die Waschmaschine einen Transportschaden hat, man das aber erst Tage später beim Anschließen merkt, wird es schwierig mit der Beweisführung. War es der Transport oder das Anschließen? Wer kann das noch nachweisen?

<table> <thead> <tr> <th>Versicherungsart</th> <th>Deckung</th> <th>Typische Kosten</th> <th>Wichtige Einschränkungen</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>Gesetzliche Grundhaftung</td> <td>620 €/m³</td> <td>Inklusive</td> <td>Nur bei Verschulden, Zeitwert</td> </tr> <tr> <td>Erweiterte Haftung Spediteur</td> <td>1.250-2.500 €/m³</td> <td>150-300 €</td> <td>Verschulden muss nachweisbar sein</td> </tr> <tr> <td>Transportversicherung</td> <td>Individuell vereinbar</td> <td>200-500 €</td> <td>Volle Deckung, auch bei Zufall</td> </tr> <tr> <td>Hausrat mit Außenversicherung</td> <td>10-30% der Versicherungssumme</td> <td>Bereits vorhanden</td> <td>Oft nur 3 Monate, Selbstbeteiligung</td> </tr> </tbody> </table>

Unsere Hausratversicherung war der nächste Punkt auf der Checkliste. Wir hatten eine Police mit Außenversicherung, die theoretisch auch Umzüge abdeckt. Der Haken: Die Außenversicherung gilt nur für vorübergehende Ortswechsel bis maximal drei Monate und deckt nur 20 Prozent der Versicherungssumme ab. Bei unserer Versicherungssumme von 80.000 Euro wären das 16.000 Euro – für unseren Hausrat im Wert von geschätzt 60.000 Euro zu wenig. Außerdem galt eine Selbstbeteiligung von 250 Euro pro Schadenfall. Und das Beste: Schäden durch unsachgemäßes Verpacken waren ausgeschlossen. Wer definiert "unsachgemäß"? Richtig, im Zweifel ein Gutachter der Versicherung, der naturgemäß eher im Sinne seiner Auftraggeber entscheidet.

Die Entscheidung für eine separate Transportversicherung fiel nach einem Telefonat mit einem befreundeten Paar, das ein Jahr zuvor umgezogen war. "Unser Klavier war hinüber", erzählte Sarah mit einem Seufzer. "Die Umzugsfirma sagte, es sei schon vorher beschädigt gewesen, wir sagten, es war der Transport. Monatelanger Streit, Gutachter, Anwälte – am Ende haben wir 2.000 Euro von den ursprünglich 8.000 Euro Schaden bekommen." Mit einer Transportversicherung wäre das anders gelaufen: Die zahlt unabhängig vom Verschulden, auch bei höherer Gewalt wie Unwetter oder Unfällen ohne Fremdverschulden. Wir entschieden uns für eine Police, die unseren gesamten Hausrat zum Neuwert absicherte. Kostenpunkt: 340 Euro. Das erschien uns viel, aber gemessen am Gesamtwert unserer Sachen waren es nur 0,6 Prozent – ein vertretbarer Preis für ruhigen Schlaf.

Die Frage "Umzugsunternehmen oder Eigenregie" war für uns schnell beantwortet, nachdem wir die Haftungsrisiken durchgerechnet hatten. Bei einem Umzug mit Freunden greift deren private Haftpflichtversicherung nur bedingt. Gefälligkeitsschäden – und dazu zählen Umzugshilfen – sind oft ausgeschlossen oder nur bis zu geringen Summen gedeckt. Wenn Kumpel Thomas unsere Waschmaschine die Treppe runterwirft, bleibt der Schaden an uns hängen. Theoretisch könnten wir ihn verklagen, aber mal ehrlich: Wer zerrt schon einen Freund vor Gericht, der einem helfen wollte? Die Alternative, eine Helferversicherung, kostet etwa 50 Euro pro Tag und Helfer und deckt nur Personenschäden der Helfer ab, nicht die Schäden an unserem Eigentum. Ein Umzugsunternehmen war also nicht nur bequemer, sondern auch versicherungstechnisch sinnvoller.

Die Dokumentation vor dem Umzug wurde zu unserem Vollzeitjob in den Wochen vor dem großen Tag. Wir fotografierten jeden Gegenstand von Wert aus mehreren Perspektiven. Die Macke am Esstisch, den Kratzer am Fernseher, die kleine Delle am Kühlschrank – alles wurde akribisch festgehalten. Dazu erstellten wir eine Excel-Liste mit Kaufdatum, Kaufpreis und geschätztem Zeitwert. Das mag übertrieben klingen, aber unser Versicherungsmakler hatte uns eindringlich gewarnt: "Im Schadenfall müssen Sie den Zustand vor dem Transport nachweisen können. Ohne Fotos haben Sie schlechte Karten." Die Dokumentation dauerte zwei volle Wochenenden, aber sie sollte sich als goldrichtig erweisen.

Der Umzugstag selbst war trotz aller Vorbereitung ein Nervenkitzel. Die Möbelpacker kamen pünktlich um 8 Uhr, vier kräftige Männer, die aussahen, als könnten sie unseren Kühlschrank mit einer Hand tragen. Die Realität war professioneller: Jedes Möbelstück wurde in Decken gewickelt, Ecken wurden gepolstert, zerbrechliche Gegenstände in Luftpolsterfolie verpackt. Trotzdem behielten wir alles im Auge und machten Videos vom Verladen. Als sie unseren Flügel (ein Erbstück meiner Großmutter) auf den LKW hievten, hielt ich die Luft an. Der Vorarbeiter beruhigte mich: "Der ist extra versichert, keine Sorge." Was er meinte: Wir hatten für besonders wertvolle Einzelstücke eine zusätzliche Wertdeklaration abgegeben und dafür einen Aufpreis von 80 Euro gezahlt.

<table> <thead> <tr> <th>Dokumentationsart</th> <th>Zweck</th> <th>Zeitaufwand</th> <th>Wichtigkeit</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>Fotos aller Gegenstände</td> <td>Zustand vor Transport beweisen</td> <td>8-10 Stunden</td> <td>Essentiell</td> </tr> <tr> <td>Inventarliste mit Werten</td> <td>Schadenssumme nachweisen</td> <td>4-5 Stunden</td> <td>Sehr wichtig</td> </tr> <tr> <td>Videos beim Verladen</td> <td>Verpackung dokumentieren</td> <td>1-2 Stunden</td> <td>Hilfreich</td> </tr> <tr> <td>Übergabeprotokoll</td> <td>Rechtssicherheit</td> <td>30 Minuten</td> <td>Pflicht</td> </tr> </tbody> </table>

Die böse Überraschung kam beim Ausladen in München. Drei Kartons fehlten, und unsere Schlafzimmerkommode hatte einen faustgroßen Kratzer auf der Oberseite. Mein erster Impuls war Panik, der zweite Wut. Aber der Vorarbeiter blieb ruhig: "Passiert leider manchmal. Wichtig ist, dass wir das sofort im Protokoll festhalten." Wir dokumentierten jeden Schaden penibel, machten Fotos und ließen uns alles vom Umzugsunternehmen bestätigen. Die drei fehlenden Kartons tauchten zwei Stunden später auf – sie waren aus Versehen in einen anderen LKW geladen worden. Der Kratzer an der Kommode blieb. Hätten wir das nicht sofort protokolliert, wäre eine spätere Reklamation schwierig geworden. Die meisten Versicherungen verlangen eine sofortige Schadensmeldung, spätestens aber innerhalb von drei Tagen.

Die Schadensabwicklung war überraschend unkompliziert, weil wir gut vorbereitet waren. Wir meldeten den Schaden sowohl dem Umzugsunternehmen als auch unserer Transportversicherung. Das Umzugsunternehmen bot uns 200 Euro Entschädigung an – ihrer Meinung nach der Zeitwert des Schadens. Unsere Transportversicherung sah das anders: Sie schickte einen Gutachter, der die Reparaturkosten auf 650 Euro schätzte. Da eine Reparatur den sichtbaren Schaden nicht vollständig beheben würde, einigten wir uns auf eine Wertminderung von 450 Euro, die die Versicherung vollständig übernahm. Ohne die separate Transportversicherung hätten wir mit 200 Euro leben müssen.

Ein Aspekt, den wir völlig unterschätzt hatten, war die Umzugszeit als Risikofaktor. Je länger der Umzug dauert, desto höher das Schadensrisiko. Unser Umzug sollte ursprünglich an einem Tag über die Bühne gehen. Wegen eines Staus auf der A3 wurde es dann doch eine Übernachtung in einem Zwischenlager. In dieser Nacht hatte ich kaum ein Auge zugemacht – was, wenn eingebrochen wird? Was, wenn es brennt? Die Transportversicherung deckt zwar auch Zwischenlagerungen ab, aber nur in "geeigneten Räumlichkeiten". Was genau das bedeutet, steht im Kleingedruckten: verschlossen, trocken, bewacht. Das Zwischenlager unserer Spedition erfüllte alle Kriterien, aber bei einem Billiganbieter wäre das vielleicht anders gewesen.

Die Selbstbeteiligung bei Versicherungen ist ein Thema, über das wir lange diskutiert haben. Unsere Transportversicherung bot uns drei Varianten: ohne Selbstbeteiligung für 340 Euro, mit 250 Euro Selbstbeteiligung für 270 Euro oder mit 500 Euro Selbstbeteiligung für 220 Euro. Wir entschieden uns für die Variante ohne Selbstbeteiligung. Die Logik: Bei einem Umzug gibt es oft viele kleine Schäden. Mit Selbstbeteiligung würden wir die meisten davon selbst zahlen. Tatsächlich hatten wir neben der Kommode noch drei weitere kleine Schäden: eine zerbrochene Lampe (80 Euro), eine verbeulte Mikrowelle (120 Euro) und einen Riss im Bilderrahmen (50 Euro). Mit Selbstbeteiligung hätten wir nur für die Kommode etwas bekommen.

Besonders tückisch sind die Ausschlüsse in den Versicherungsbedingungen, die wir erst beim dritten Durchlesen wirklich verstanden haben. Elektronische Datenträger zum Beispiel sind oft nur für den Materialwert versichert, nicht für die darauf gespeicherten Daten. Mein externer Festplatte mit zehn Jahren Familienfotos wäre im Schadenfall mit 50 Euro ersetzt worden – der emotionale Wert unbezahlbar, der Versicherungswert lächerlich. Lösung: Wichtige Daten vor dem Umzug in die Cloud sichern. Auch Pflanzen sind meist nicht versichert. Unsere geliebte Monstera, die wir fünf Jahre gehegt hatten, transportierten wir deshalb selbst im Auto. Bargeld und Wertpapiere sind ebenfalls ausgeschlossen – logisch, aber man vergisst es leicht.

Ein weiterer kritischer Punkt war die Frage der Montagearbeiten durch das Umzugsunternehmen. Die Demontage und Montage von Möbeln ist grundsätzlich mitversichert, aber nur wenn es sich um "einfache" Arbeiten handelt. Was einfach ist, definiert jeder Versicherer anders. PAX-Schränke von IKEA? Meist kein Problem. Unsere maßgefertigte Einbauküche? Grenzfall. Wir ließen uns schriftlich bestätigen, dass auch die Küchenmontage versichert ist. Gut so, denn beim Wiederaufbau ging die Granitarbeitsplatte zu Bruch – Schaden: 1.800 Euro. Ohne die schriftliche Bestätigung hätten wir vermutlich auf den Kosten sitzen geblieben.

Nach unserem Umzug haben wir viel über internationale Umzüge gelernt, als Kollegen von ihren Erfahrungen berichteten. Bei Umzügen ins Ausland wird es noch komplizierter: Verschiedene Rechtssysteme, Zollbestimmungen und oft wochenlange Transportwege. Eine Bekannte zog nach Kanada und ihr Container kam erst nach acht Wochen an – die Hälfte der Möbel hatte Schimmel angesetzt wegen der Feuchtigkeit auf See. Ihre deutsche Hausratversicherung fühlte sich nicht zuständig, die Spedition verwies auf höhere Gewalt. Am Ende blieb sie auf 15.000 Euro Schaden sitzen. Lesson learned: Bei internationalen Umzügen ist eine All-Risk-Transportversicherung Pflicht, keine Option.

Die steuerlichen Aspekte von Umzugsversicherungen hatten wir anfangs gar nicht auf dem Schirm. Beruflich bedingte Umzüge können als Werbungskosten abgesetzt werden – inklusive der Versicherungsprämien. Da mein Mann wegen des neuen Jobs umzog, konnten wir die 340 Euro für die Transportversicherung komplett absetzen. Auch die Maklergebühren, Umzugskosten und sogar die doppelte Haushaltsführung der ersten drei Monate sind absetzbar. Insgesamt haben wir fast 8.000 Euro Umzugskosten steuerlich geltend gemacht und bekommen etwa 3.000 Euro zurück. Das relativiert die Versicherungskosten erheblich.

Später haben wir gemerkt, dass die Wahl des richtigen Umzugszeitpunkts auch versicherungsrelevant ist. Umzüge am Monatsende sind nicht nur teurer, sondern auch riskanter. Die Unternehmen sind überlastet, arbeiten mit Subunternehmern und Aushilfen. Die Fehlerquote steigt. Wir hatten Glück und konnten Mitte des Monats umziehen. Das Umzugsunternehmen gab uns dafür sogar 10 Prozent Rabatt und schickte sein erfahrenes Stamm-Team. Der Vorarbeiter erzählte uns, dass an Monatswechseln die Schadensquote um 30 Prozent höher liegt. Kein Wunder, wenn gestresste Aushilfskräfte im Akkord arbeiten müssen.

Ein anderer Aspekt war die Versicherung von gemieteten Transportmitteln. Ursprünglich wollten wir die empfindlichen Sachen selbst fahren und einen Transporter mieten. Die Ernüchterung kam beim Kleingedruckten: Die Vollkasko der Autovermietung schließt Schäden beim Be- und Entladen aus. Wenn einem beim Einladen die Waschmaschine auf die Ladefläche fällt und diese beschädigt – selbst zahlen. Transportschäden am eigenen Umzugsgut – nicht versichert. Ladungssicherung mangelhaft und dadurch Bremsschaden – Selbstbeteiligung fällig. Wir kalkulierten durch: Transporter-Miete plus zusätzliche Versicherungen wären fast so teuer gewesen wie das Umzugsunternehmen, nur mit mehr Arbeit und Risiko.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir das nicht, aber die psychologische Komponente einer guten Umzugsversicherung ist nicht zu unterschätzen. Bei unseren ersten beiden Umzügen ohne vernünftige Absicherung waren wir ständig angespannt. Jedes Poltern, jedes Klirren ließ uns zusammenzucken. Diesmal war es anders. Klar, wir waren vorsichtig und aufmerksam, aber die Grundanspannung fehlte. Wir wussten: Selbst wenn etwas schiefgeht, sind wir abgesichert. Diese Gelassenheit übertrug sich auch auf die Umzugshelfer. Niemand mag es, wenn ihm ängstliche Auftraggeber ständig über die Schulter schauen.

Die digitale Dokumentation und Kommunikation mit den Versicherungen war überraschend modern. Unsere Transportversicherung hatte eine App, über die wir Schäden direkt melden konnten. Foto machen, Beschreibung eintippen, absenden – fertig. Innerhalb von 24 Stunden kam die Rückmeldung mit der Schadensnummer. Die gesamte Korrespondenz lief digital, was die Bearbeitung beschleunigte. Bei der Versicherung meiner Eltern läuft noch alles per Brief und Fax – da dauert eine Schadensregulierung Wochen statt Tage. Die Digitalisierung macht Umzugsversicherungen kundenfreundlicher und effizienter.

Oft wurden wir gefragt, ob sich die ganzen Versicherungen wirklich gelohnt haben für die paar Schäden, die wir hatten. Unsere klare Antwort: absolut. Die Transportversicherung hat uns 900 Euro für verschiedene Schäden erstattet. Selbst wenn nichts passiert wäre, waren die 340 Euro gut investiert in unseren Seelenfrieden. Verglichen mit den Gesamtkosten des Umzugs von über 12.000 Euro (inklusive Renovierung, Kaution, Doppelmiete) sind 340 Euro für eine Vollkasko-Absicherung vernachlässigbar. Es ist wie bei jeder Versicherung: Man hofft, sie nicht zu brauchen, aber wenn man sie braucht, ist man froh, sie zu haben.

Eine typische Frage war auch, ob man mehrere Versicherungen gleichzeitig in Anspruch nehmen kann. Die Antwort ist kompliziert: Man kann nicht denselben Schaden bei mehreren Versicherungen geltend machen – das wäre Betrug. Aber verschiedene Versicherungen können verschiedene Aspekte abdecken. Beispiel: Die Haftpflicht des Umzugsunternehmens zahlt 200 Euro für einen Schaden, unsere Transportversicherung stockt auf den tatsächlichen Wert auf. Oder: Die Hausratversicherung deckt Diebstahl während der Zwischenlagerung, die Transportversicherung Transportschäden. Wichtig ist, alle Versicherungen über bestehende andere Policen zu informieren. Verschweigen kann zur Leistungsverweigerung führen.

Wir haben uns selbst lange gefragt, ob eine Umzugsversicherung auch für kleinere Umzüge sinnvoll ist. Unsere Einschätzung: Es kommt darauf an. Bei einem WG-Umzug mit IKEA-Möbeln und wenig Wertgegenständen reicht vermutlich die Absicherung über die Hausratversicherung. Bei einem Familienumzug mit Erbstücken, teurer Elektronik und Erinnerungsstücken ist eine zusätzliche Absicherung ratsam. Die Faustregel, die uns ein Versicherungsmakler gegeben hat: Wenn der Wiederbeschaffungswert des Hausrats über 30.000 Euro liegt oder einzelne Gegenstände über 3.000 Euro wert sind, lohnt sich eine separate Transportversicherung.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir das nicht, aber die Nachweispflichten im Schadensfall sind strenger als gedacht. Es reicht nicht zu sagen: "Die Vase war 500 Euro wert." Man braucht Belege: Kaufquittungen, Kontoauszüge, Gutachten oder zumindest vergleichbare Angebote aus dem Internet. Wir hatten für die meisten Sachen keine Quittungen mehr, konnten aber über Kontoauszüge und Amazon-Bestellhistorie vieles nachweisen. Für Erbstücke ohne Kaufbeleg haben wir Vergleichspreise von Antiquitätenhändlern eingeholt. Das war aufwendig, aber notwendig. Die Versicherung akzeptierte unsere Dokumentation und zahlte anstandslos.

Eine weitere häufige Frage war, was passiert, wenn das Umzugsunternehmen pleitegeht. Tatsächlich kein unrealistisches Szenario – jedes Jahr gehen hunderte Speditionen insolvent. Wenn der Schaden vor der Insolvenz gemeldet wurde, kann man seine Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Die Chancen, etwas zu bekommen, sind aber gering. Anders bei einer separaten Transportversicherung: Die zahlt unabhängig vom Umzugsunternehmen. Ein weiterer Grund, warum wir uns für die zusätzliche Absicherung entschieden haben. Der Aufpreis von 340 Euro erschien uns angemessen für diese zusätzliche Sicherheit.

Viele Freunde haben uns auch gefragt, ob man die Umzugsversicherung noch kurz vor dem Umzug abschließen kann. Theoretisch ja, praktisch wird es teuer und kompliziert. Die meisten Versicherer verlangen eine Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen. Kurzfristiger geht es nur mit Zuschlägen von 25 bis 50 Prozent. Außerdem wollen sie dann oft eine detaillierte Inventarliste mit Fotos – die man unter Zeitdruck kaum erstellen kann. Wir haben unsere Transportversicherung sechs Wochen vor dem Umzug abgeschlossen und hatten damit genug Zeit für alle Formalitäten. Die frühe Planung hat sich auch preislich gelohnt: Wir bekamen einen Frühbucherrabatt von 10 Prozent.

Ein Punkt, der uns selbst überrascht hat: Haustiere und deren Transport sind ein eigenes Versicherungsthema. Unsere beiden Katzen sind Familienmitglieder, versicherungstechnisch aber "Sachen". Die Transportversicherung deckt keine lebenden Tiere ab. Falls beim Transport etwas passiert, greift höchstens die Tierhalterhaftpflicht – aber nur für Schäden, die die Tiere verursachen, nicht die sie erleiden. Wir haben die Katzen deshalb selbst im Auto transportiert, in speziellen Transportboxen und mit mehreren Pausen. Die 50 Euro für einen Tiertransportservice haben wir uns gespart, aber im Nachhinein wäre das vielleicht die stressfreiere Option gewesen.

Nach unserem dritten Umzug können wir sagen: Die Investition in vernünftige Versicherungen war jeden Cent wert. Nicht nur wegen der 900 Euro, die wir erstattet bekommen haben, sondern vor allem wegen der Sicherheit und Gelassenheit während des gesamten Prozesses. Die wichtigsten Learnings: Erstens, die gesetzliche Grundhaftung reicht nicht. Zweitens, eine separate Transportversicherung lohnt sich bei wertigem Hausrat fast immer. Drittens, Dokumentation ist alles – vor, während und nach dem Umzug. Viertens, das Kleingedruckte lesen und verstehen, bevor man unterschreibt. Und fünftens, lieber einmal zu viel versichert als einmal zu wenig. Die 340 Euro für unsere Transportversicherung waren weniger als drei Prozent der Gesamtumzugskosten, haben uns aber vor deutlich höheren Verlusten bewahrt und uns ruhig schlafen lassen. Das nächste Mal – falls es ein nächstes Mal gibt – wissen wir genau, worauf es ankommt. Und bis dahin genießen wir unser neues Zuhause in München, mit allen Möbeln heil angekommen und der Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben.

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