
Wie wir unsere Immobilienfinanzierung absicherten – und dabei fast den teuren Fehler gemacht hätten
An unserem Küchentisch stapelten sich die Unterlagen meterhoch, als wir im letzten Frühjahr endlich den Kaufvertrag für unser Häuschen unterschrieben hatten. Zwischen Kaffeetassen und Keksresten lagen Finanzierungsanträge, Versicherungsangebote und jede Menge Kleingedrucktes, das uns beide zur Verzweiflung trieb. „Schatz, verstehst du den Unterschied zwischen dieser Risikolebensversicherung und der Restkreditversicherung?", fragte mich meine Frau Sandra, während sie sich durch die x-te Broschüre kämpfte. Ich musste zugeben, dass ich genauso ratlos war. Diese Entscheidung sollte uns noch wochenlang beschäftigen und am Ende waren wir froh, dass wir uns die Zeit genommen hatten, wirklich zu verstehen, worum es ging.
Der erste Kontakt mit den verschiedenen Versicherungsoptionen kam gleich beim Banktermin, als uns der Berater beide Möglichkeiten vorstellte. Er schob uns zwei Hochglanzbroschüren über den Tisch und begann mit seinem Standardvortrag über Absicherung der Immobilienfinanzierung. Die Restkreditversicherung, so erklärte er, würde direkt an unseren Kredit gekoppelt und im Ernstfall die komplette Restschuld bei der Bank tilgen. Das klang erstmal beruhigend, denn der Gedanke, dass einer von uns beiden plötzlich nicht mehr da sein könnte und der andere dann mit den Schulden allein dasteht, war wirklich beängstigend. Aber dann kam der Haken: Die monatlichen Kosten für diese Restkreditversicherung lagen bei fast 180 Euro zusätzlich zu unserer Kreditrate. Sandra und ich schauten uns an – das war deutlich mehr, als wir eingeplant hatten.
Als wir später zu Hause die Unterlagen genauer studierten, fiel uns auf, dass die Risikolebensversicherung deutlich günstiger war. Für eine Versicherungssumme von 350.000 Euro, was ungefähr unserem Kreditbetrag entsprach, würden wir nur etwa 45 Euro im Monat zahlen. Der Unterschied war enorm, aber wir fragten uns natürlich, wo der Haken war. Also machten wir das, was wir immer tun, wenn wir vor wichtigen Entscheidungen stehen: Wir setzten uns mit einem guten Glas Wein an unseren Küchentisch und arbeiteten systematisch durch alle Vor- und Nachteile. Sandra hatte sogar eine Excel-Tabelle angelegt, in der sie die Kosten über die gesamte Laufzeit hochrechnete. Das Ergebnis war erschreckend: Bei der Restkreditversicherung würden wir über 25 Jahre fast 54.000 Euro zahlen, bei der Risikolebensversicherung nur etwa 13.500 Euro.
Diese enormen Kostenunterschiede ließen uns natürlich nicht los, und so begannen wir, tiefer in die Materie einzusteigen. Wir telefonierten mit Versicherungsmaklern, lasen Testberichte und sprachen mit Freunden, die bereits Immobilien finanziert hatten. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Restkreditversicherung vor allem für die Bank von Vorteil ist. Sie bekommt im Ernstfall ihr Geld direkt und unkompliziert. Für uns als Familie wäre aber die Flexibilität einer Risikolebensversicherung viel wichtiger. Wenn mir etwas zustoßen würde, könnte Sandra mit der Auszahlungssumme nicht nur den Kredit tilgen, sondern hätte auch noch Geld für die Übergangszeit, für die Ausbildung unserer beiden Kinder oder für notwendige Umbauten am Haus.
Ein besonders aufschlussreiches Gespräch hatten wir mit unserem Nachbarn Thomas, der vor drei Jahren seine Frau verloren hatte. Er erzählte uns beim Grillen im Garten, wie froh er war, dass sie damals eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hatten. „Die Auszahlung kam innerhalb von zwei Wochen", sagte er, „und ich konnte selbst entscheiden, was ich damit mache. Einen Teil habe ich für die Beerdigung verwendet, einen anderen Teil angelegt für die Kinder und den Rest zur Tilgung eines Großteils des Kredits genutzt." Bei einer Restkreditversicherung hätte er diese Flexibilität nicht gehabt. Das Geld wäre direkt an die Bank gegangen, und er hätte schauen müssen, wie er die anderen Kosten stemmt.
Während unserer Recherche stießen wir auch auf den Begriff der „verbundenen Leben", eine Variante der Risikolebensversicherung, die uns beide gleichzeitig absichert. Das Prinzip ist einfach: Stirbt einer von uns, erhält der andere die vereinbarte Summe. Der Vorteil gegenüber zwei separaten Versicherungen liegt in den geringeren Kosten – wir sparen etwa 20 Prozent der Prämie. Allerdings endet die Versicherung nach der ersten Auszahlung, was bedeutet, dass der überlebende Partner dann ohne Absicherung dasteht. Für uns war das akzeptabel, denn mit der Auszahlungssumme würden wir den Großteil des Kredits tilgen können und die verbleibende Restschuld wäre allein tragbar.
Die Gesundheitsprüfung, die bei beiden Versicherungsarten notwendig ist, war dann nochmal ein Kapitel für sich. Sandra machte sich vorher ziemliche Sorgen, weil sie vor zwei Jahren wegen ihrer Migräne in Behandlung war. Wir hatten gehört, dass Vorerkrankungen zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen können. Tatsächlich mussten wir ellenlange Fragebögen ausfüllen, in denen wirklich alles abgefragt wurde – von Allergien über Krankenhausaufenthalte bis hin zu geplanten Operationen. Bei der Restkreditversicherung waren die Gesundheitsfragen übrigens noch detaillierter als bei der Risikolebensversicherung. Am Ende wurde Sandras Migräne zwar vermerkt, führte aber nur zu einem minimalen Zuschlag von 3 Euro monatlich bei der Risikolebensversicherung.
Interessant war auch die Frage der Laufzeit, über die wir lange diskutiert haben. Unser Kredit läuft über 30 Jahre, aber müssen wir die Versicherung wirklich so lange abschließen? Nach einigen Berechnungen kamen wir zu dem Schluss, dass 20 Jahre ausreichen würden. Bis dahin haben wir bereits einen großen Teil des Kredits getilgt, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, und die Restschuld wäre im Ernstfall auch allein zu bewältigen. Diese kürzere Laufzeit spart uns nochmal ordentlich Geld – insgesamt etwa 4.000 Euro über die gesamte Zeit.
Ein weiterer Punkt, der uns bei unserer Entscheidung wichtig war, betraf die steuerliche Behandlung. Bei der Recherche erfuhren wir, dass die Auszahlung aus einer Risikolebensversicherung unter bestimmten Umständen steuerfrei sein kann. Das gilt besonders, wenn die Partner sich „über Kreuz" versichern – also ich versichere Sandra und sie versichert mich. So wird die Auszahlung nicht Teil der Erbmasse und bleibt komplett steuerfrei. Bei der Restkreditversicherung spielt das keine Rolle, da das Geld ja direkt an die Bank geht, aber für uns war es ein weiteres Argument für die Risikolebensversicherung.
Die Frage der Flexibilität beschäftigte uns auch im Hinblick auf mögliche Veränderungen in der Zukunft. Was, wenn wir in ein paar Jahren umschulden wollen? Was, wenn wir das Haus verkaufen und ein anderes kaufen? Bei der Risikolebensversicherung ist das kein Problem – sie läuft unabhängig vom Kredit weiter und wir können die Versicherungssumme bei Bedarf anpassen. Die Restkreditversicherung hingegen ist fest an den einen Kredit gebunden. Kündigen wir den Kredit, verfällt auch die Versicherung, und wir müssten bei einer neuen Finanzierung wieder von vorn anfangen – vermutlich zu schlechteren Konditionen, weil wir dann älter sind.
Auch die Möglichkeit der Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung war für uns ein wichtiges Kriterium. Viele Risikolebensversicherungen bieten diese Option bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf. Da wir noch ein drittes Kind planen, war uns diese Flexibilität wichtig. Bei der Restkreditversicherung gibt es so etwas in der Regel nicht – sie passt sich automatisch an die sinkende Restschuld an, aber nach oben anpassen kann man sie nicht.
Nach wochenlanger Recherche und vielen Diskussionen an unserem Küchentisch war die Entscheidung dann eigentlich klar: Die Risikolebensversicherung bot uns mehr Flexibilität, bessere Konditionen und vor allem deutlich geringere Kosten. Trotzdem ließen wir uns nochmal von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, der unsere Einschätzung bestätigte. Er rechnete uns vor, dass wir die Differenz zwischen den Versicherungsprämien – also etwa 135 Euro monatlich – besser in die Tilgung unseres Kredits oder in einen ETF-Sparplan stecken sollten. Nach 20 Jahren hätten wir so ein ordentliches Polster aufgebaut, das zusätzliche Sicherheit bietet.
Der Abschluss der Versicherung war dann erstaunlich unkompliziert. Wir entschieden uns für einen Online-Anbieter, der im Test gut abgeschnitten hatte und besonders günstige Konditionen bot. Der komplette Antrag ließ sich online ausfüllen, die Gesundheitsfragen beantworteten wir wahrheitsgemäß und ausführlich, und nach etwa zwei Wochen hatten wir die Police in der Hand. Die 42 Euro, die wir jetzt monatlich zahlen, tun nicht weh und geben uns ein gutes Gefühl der Sicherheit.
Rückblickend sind wir wirklich froh, dass wir uns die Zeit genommen haben, beide Optionen gründlich zu vergleichen. Fast hätten wir aus Bequemlichkeit einfach die Restkreditversicherung bei der Bank abgeschlossen – immerhin hatte der Berater sie uns so warmherzig empfohlen und es wäre so einfach gewesen, alles aus einer Hand zu haben. Aber die Mehrkosten von über 40.000 Euro über die Laufzeit hätten uns finanziell stark belastet. Dieses Geld investieren wir jetzt lieber in unser Haus, in die Ausbildung unserer Kinder oder in unsere Altersvorsorge.
Was wir auch gelernt haben: Man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Die Bank hatte uns suggeriert, dass eine Absicherung Voraussetzung für den Kredit sei. Das stimmt so nicht – sie können eine Absicherung empfehlen, aber nicht vorschreiben. Und schon gar nicht können sie vorschreiben, welche Art der Absicherung man wählt. Wir haben uns die Zeit genommen, die wir brauchten, und das war goldrichtig.
Ein Tipp, den wir gerne weitergeben: Holt euch mehrere Angebote ein und vergleicht nicht nur die Preise, sondern auch die Bedingungen. Achtet besonders auf Ausschlüsse und Wartezeiten. Manche Versicherungen zahlen zum Beispiel in den ersten Jahren nur eine reduzierte Summe oder schließen bestimmte Todesursachen aus. Auch die Frage, wie schnell die Versicherung im Ernstfall zahlt, ist wichtig. Bei guten Anbietern dauert es nur wenige Tage nach Einreichung aller Unterlagen.
Die Frage der Überschussbeteiligung haben wir uns auch genau angeschaut. Viele Versicherungen werben damit, aber man sollte nicht zu viel davon erwarten. Bei unserer Police könnten wir theoretisch am Ende der Laufzeit eine Rückzahlung bekommen, wenn die Versicherung gut gewirtschaftet hat. Das ist ein netter Bonus, aber wir kalkulieren nicht damit. Die garantierte Leistung ist das, was zählt, und die sollte ausreichen, um im Ernstfall abgesichert zu sein.
Besonders wichtig war uns auch die Frage der Dynamik. Soll die Versicherungssumme gleichbleiben oder mit der Inflation steigen? Wir haben uns für eine Dynamik von 3 Prozent jährlich entschieden. Das bedeutet zwar, dass auch unsere Beiträge steigen, aber so behalten wir die Kaufkraft der Versicherungssumme. In 20 Jahren werden 350.000 Euro nicht mehr so viel wert sein wie heute, und wir wollen sichergehen, dass die Absicherung auch dann noch ausreicht.
Ein Aspekt, den viele vergessen: Die Risikolebensversicherung muss regelmäßig überprüft werden. Lebensumstände ändern sich, und damit auch der Absicherungsbedarf. Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder ein größerer Teil des Kredits getilgt ist, kann man die Versicherungssumme reduzieren und Beiträge sparen. Umgekehrt sollte man die Summe erhöhen, wenn man weitere finanzielle Verpflichtungen eingeht. Diese Flexibilität bietet die Restkreditversicherung nicht – sie passt sich stur an die Restschuld an, egal wie sich die Lebensumstände entwickeln.
Die psychologische Komponente darf man auch nicht unterschätzen. Für uns war es beruhigend zu wissen, dass wir im Ernstfall nicht nur die Schulden los wären, sondern auch finanziellen Spielraum hätten. Der Verlust des Partners ist schon schlimm genug – wenn dann auch noch finanzielle Sorgen dazukommen, wird es unerträglich. Die Risikolebensversicherung gibt uns die Sicherheit, dass der überlebende Partner Zeit hat zu trauern, ohne sich sofort um Geld sorgen zu müssen.
Mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit wir die Versicherung abgeschlossen haben, und wir haben unsere Entscheidung keine Sekunde bereut. Die gesparten 135 Euro monatlich haben wir tatsächlich in einen ETF-Sparplan gesteckt, der sich bisher gut entwickelt hat. Wenn das so weitergeht, haben wir in 20 Jahren ein schönes Zusatzpolster aufgebaut, das uns weitere Sicherheit gibt.
Vor kurzem haben wir unsere Erfahrungen mit einem befreundeten Paar geteilt, das gerade selbst eine Immobilie kauft. Sie standen vor genau derselben Entscheidung und waren dankbar für unsere Einblicke. Auch sie haben sich am Ende für eine Risikolebensversicherung entschieden und dabei sogar noch bessere Konditionen bekommen als wir, weil sie beide Nichtraucher sind und keine Vorerkrankungen haben.
Was wir auch interessant fanden: Die Entwicklung der Versicherungstarife in den letzten Jahren. Durch die Digitalisierung und den verstärkten Wettbewerb sind die Prämien für Risikolebensversicherungen deutlich gesunken. Online-Anbieter können oft bessere Konditionen bieten als traditionelle Versicherungen, weil sie weniger Verwaltungskosten haben. Gleichzeitig sind die Restkreditversicherungen eher teurer geworden, weil die Banken hier oft hohe Provisionen kassieren.
Die Frage, ob man die Versicherung als Einmalzahlung oder als laufenden Beitrag abschließen soll, haben wir uns auch gestellt. Theoretisch könnten wir bei einer Einmalzahlung Geld sparen, aber das hätte bedeutet, etwa 10.000 Euro auf einmal aufbringen zu müssen. Dieses Geld hatten wir nach dem Hauskauf nicht übrig, und selbst wenn, wäre es vermutlich besser angelegt in der Sondertilgung unseres Kredits. Die laufenden Beiträge belasten uns nicht übermäßig und wir behalten unsere finanzielle Flexibilität.
Ein weiterer Punkt, der uns erst im Nachhinein bewusst wurde: Die Risikolebensversicherung kann auch für andere Zwecke genutzt werden. Ein Kollege von mir hat seine Police zum Beispiel als Sicherheit für einen Geschäftskredit hinterlegt. Das wäre mit einer Restkreditversicherung nicht möglich gewesen. Auch wenn wir das aktuell nicht brauchen, ist es gut zu wissen, dass wir diese Option haben.
Die Kündigung einer Restkreditversicherung ist übrigens oft komplizierter als gedacht. Freunde von uns hatten eine abgeschlossen und wollten nach zwei Jahren wechseln, als sie merkten, wie teuer sie ist. Die Kündigung war mit hohen Gebühren verbunden und sie bekamen kaum etwas von den gezahlten Beiträgen zurück. Bei der Risikolebensversicherung ist das anders – man kann sie relativ problemlos kündigen, auch wenn man dann natürlich keinen Versicherungsschutz mehr hat.
Besonders spannend fand ich die Diskussion über die Höhe der Absicherung. Muss es wirklich die volle Kreditsumme sein? Nach einigen Überlegungen und Berechnungen kamen wir zu dem Schluss, dass es sinnvoll ist, sogar etwas mehr zu versichern. Die 350.000 Euro decken nicht nur unseren Kredit von 320.000 Euro ab, sondern lassen auch noch Spielraum für Nebenkosten, die im Todesfall anfallen – Beerdigung, Erbschaftssteuer, eventuelle Renovierungen, um das Haus verkaufsfähig zu machen. Diese Überlegungen kann man bei einer Restkreditversicherung gar nicht anstellen, da sie sich automatisch an die Restschuld anpasst.
Die steuerliche Absetzbarkeit der Versicherungsbeiträge ist leider bei beiden Varianten nicht gegeben, wenn sie zur Absicherung eines privaten Immobilienkredits dienen. Das haben wir anfangs gehofft, mussten aber lernen, dass das nur bei beruflich genutzten Immobilien möglich ist. Trotzdem lohnt sich die Absicherung natürlich, auch ohne Steuervorteile.
Was uns auch beschäftigt hat: Die Frage der Berufsunfähigkeit. Die wird weder von der Risikolebensversicherung noch von der Restkreditversicherung abgedeckt, obwohl das Risiko statistisch viel höher ist als das Sterberisiko. Wir haben deshalb zusätzlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, die im Ernstfall die Kreditraten übernehmen würde. Das ist nochmal eine ganz andere Baustelle, aber für eine vollständige Absicherung unserer Familie unverzichtbar.
Interessant war auch der Vergleich mit anderen Ländern. Sandras Schwester lebt in Österreich und dort ist die Situation etwas anders. Die Banken verlangen dort oft zwingend eine Absicherung und die Konditionen für Risikolebensversicherungen sind nicht so günstig wie bei uns. In Frankreich wiederum gibt es staatliche Unterstützung für Familien im Todesfall, was die private Absicherung weniger dringlich macht. Wir in Deutschland müssen uns selbst kümmern, haben dafür aber auch die Freiheit, die für uns beste Lösung zu wählen.
Die Digitalisierung hat übrigens auch vor den Versicherungen nicht Halt gemacht. Bei unserem Anbieter können wir alles online verwalten – Adressänderungen, Anpassung der Bankverbindung, sogar die Erhöhung der Versicherungssumme bei bestimmten Ereignissen. Das ist wirklich praktisch und spart Zeit. Bei der Restkreditversicherung unserer Bank hätten wir für jede Änderung einen Termin in der Filiale machen müssen.
Manchmal fragen uns Freunde, ob wir nicht Angst haben, dass die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt. Diese Sorge hatten wir anfangs auch, aber die Statistiken sind beruhigend. Bei Risikolebensversicherungen liegt die Ablehnungsquote bei unter einem Prozent, und das meist nur, wenn bei den Gesundheitsangaben gelogen wurde. Solange man ehrlich ist und eine seriöse Versicherung wählt, gibt es eigentlich keine Probleme. Bei Restkreditversicherungen sieht das übrigens anders aus – da gibt es deutlich mehr Streitfälle, besonders wenn es um die Höhe der Restschuld geht.
Ein Punkt, den wir unterschätzt hatten: Die emotionale Belastung, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Die ganzen Formulare und Berechnungen drehen sich ja darum, was passiert, wenn einer von uns stirbt. Das ist kein angenehmes Thema, besonders nicht, wenn man gerade ein Haus kauft und eigentlich in Aufbruchstimmung ist. Aber es ist wichtig, diese Gespräche zu führen und Klarheit zu schaffen. Wir haben das zum Anlass genommen, auch über andere Themen zu sprechen – Patientenverfügung, Testament, Betreuung der Kinder. Das war nicht leicht, aber es gibt uns jetzt ein besseres Gefühl.
Die Wahl des richtigen Anbieters war auch eine Wissenschaft für sich. Es gibt so viele Versicherungen auf dem Markt, und alle werben mit den besten Konditionen. Wir haben uns schließlich für einen Anbieter entschieden, der in Tests gut abgeschnitten hat, schon lange am Markt ist und eine gute Finanzkraft hat. Die paar Euro, die wir vielleicht bei einem Billiganbieter hätten sparen können, waren uns das Risiko nicht wert. Im Ernstfall wollen wir sicher sein, dass die Versicherung auch wirklich zahlt.
Was wir auch gelernt haben: Man sollte die Versicherung nicht zu spät abschließen. Mit jedem Jahr, das man älter wird, steigen die Beiträge. Und ab einem bestimmten Alter oder bei bestimmten Vorerkrankungen bekommt man gar keine Versicherung mehr, oder nur zu astronomischen Preisen. Wir waren beide Mitte 30, als wir die Versicherung abgeschlossen haben – das ist ein gutes Alter dafür. Die Beiträge sind noch bezahlbar und die Gesundheit ist meist noch in Ordnung.
Die Frage der Wartezeit haben wir auch genau geprüft. Bei manchen Versicherungen gilt der volle Schutz erst nach einer bestimmten Zeit, zum Beispiel drei Jahren. Vorher wird nur bei Unfalltod gezahlt. Das war für uns ein Ausschlusskriterium. Wir wollten vom ersten Tag an voll abgesichert sein, auch wenn das ein paar Euro mehr kostet.
Überhaupt haben wir gemerkt, dass es sich lohnt, das Kleingedruckte zu lesen. Da verstecken sich oft wichtige Details, die einem später auf die Füße fallen können. Zum Beispiel die Definition von „Unfalltod" – manche Versicherungen schließen hier Sportunfälle aus oder zahlen nicht, wenn Alkohol im Spiel war. Oder die Frage, was passiert, wenn man ins Ausland zieht. Bei unserer Police ist das kein Problem, aber bei anderen erlischt der Versicherungsschutz. Solche Details muss man wissen, bevor man unterschreibt.
Am Ende des Tages war die Entscheidung für die Risikolebensversicherung und gegen die Restkreditversicherung für uns goldrichtig. Wir sparen nicht nur eine Menge Geld, sondern haben auch mehr Flexibilität und besseren Schutz. Die Bank war natürlich nicht begeistert – der Berater hat noch zweimal versucht, uns die Restkreditversicherung schmackhaft zu machen. Aber wir sind bei unserer Entscheidung geblieben und das war gut so.
Wenn ich heute an unserem Küchentisch sitze und auf das letzte Jahr zurückblicke, bin ich froh, dass wir uns die Zeit genommen haben, alles genau zu durchdenken. Die Finanzierung einer Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben, und die richtige Absicherung gehört dazu. Es lohnt sich, ein paar Wochen mehr zu investieren und wirklich zu verstehen, was man da unterschreibt. Die 40.000 Euro, die wir durch die Wahl der Risikolebensversicherung sparen, können wir definitiv besser gebrauchen – für die Renovierung des Dachbodens, die Ausbildung unserer Kinder oder einfach für schöne Familienurlaube.
Für alle, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, haben wir noch einen letzten Tipp: Lasst euch nicht von der Bank oder dem Versicherungsvertreter unter Druck setzen. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, holt mehrere Angebote ein und rechnet alles genau durch. Sprecht mit Freunden und Familie, die schon Erfahrungen gemacht haben. Und am wichtigsten: Versteht, was ihr da abschließt. Es geht um eure finanzielle Sicherheit und die eurer Familie. Da sollte man keine Kompromisse machen.
Übrigens haben wir unsere Erfahrungen und Berechnungen in einer kleinen Tabelle zusammengefasst, die wir gerne mit anderen teilen:
| Kriterium | Risikolebensversicherung | Restkreditversicherung |
| Monatliche Kosten | 42-45 € | 175-180 € |
| Gesamtkosten (20 Jahre) | ca. 10.000 € | ca. 43.000 € |
| Flexibilität | Sehr hoch | Sehr gering |
| Auszahlung an | Hinterbliebene | Bank |
| Verwendungszweck | Frei wählbar | Nur Kredittilgung |
| Anpassbarkeit | Jederzeit möglich | Nicht möglich |
| Kündigung | Einfach | Kompliziert und teuer |
Diese Zahlen basieren auf unseren konkreten Angeboten und können natürlich variieren, aber sie geben einen guten Überblick über die Dimensionen, um die es hier geht.
Zum Abschluss möchten wir noch einmal betonen: Die Entscheidung zwischen Risikolebensversicherung und Restkreditversicherung sollte man nicht leichtfertig treffen. Es geht um viel Geld und um die Sicherheit der Familie. Wir haben für uns die richtige Entscheidung getroffen, aber jede Situation ist anders. Was für uns passt, muss nicht für alle passen. Wichtig ist nur, dass man sich informiert, vergleicht und eine bewusste Entscheidung trifft.
Wir hoffen, unsere Geschichte hilft euch bei eurer eigenen Entscheidung. Wenn ihr mehr über unsere Erfahrungen mit der Immobilienfinanzierung lesen wollt oder Fragen habt, schreibt uns gerne einen Kommentar. In unserem Blog „Geschichten vom Küchentisch" teilen wir regelmäßig unsere Alltagserfahrungen – von Finanzthemen über Familienorganisation bis hin zu unseren DIY-Projekten am Haus. Schaut gerne wieder vorbei, wir freuen uns auf euch!