
Letztens saßen wir wieder mal an unserem geliebten Küchentisch, die Urlaubsfotos vom letzten Sommer noch auf dem Laptop, als meine Frau plötzlich sagte: "Weißt du eigentlich noch, wie viel Stress wir damals mit der Reiseversicherung hatten?" Das war der Moment, in dem wir beschlossen, unsere ganzen Erfahrungen mit Reiseversicherungen mal Revue passieren zu lassen. Nach über fünfzehn Jahren gemeinsamen Reisen, von spontanen Wochenendtrips bis zu dreiwöchigen Fernreisen, haben wir so ziemlich alles erlebt, was man sich vorstellen kann. Die Frage, ob eine Jahresreiseversicherung oder einzelne Policen besser sind, hat uns jahrelang begleitet, und ehrlich gesagt, haben wir beide Varianten durchprobiert, mit allen Höhen und Tiefen.
Am Anfang unserer Reisegeschichte waren wir typische Gelegenheitsbucher. Einmal im Jahr ging es in den Sommerurlaub, meistens Last Minute, und die Reiseversicherung buchten wir automatisch mit dazu, ohne groß darüber nachzudenken. "Kostet ja nur ein paar Euro extra", dachten wir uns damals. Dass diese paar Euro sich über die Jahre zu einer beachtlichen Summe addieren würden, war uns nicht bewusst. Bei unserem ersten gemeinsamen Urlaub nach Spanien zahlten wir für zwei Wochen etwa fünfzig Euro für eine Einzelpolice. Das erschien uns angemessen für die Sicherheit, falls etwas schiefgehen sollte. Wir achteten nicht mal darauf, was genau versichert war, Hauptsache, wir hatten irgendeine Versicherung.
Die erste böse Überraschung kam zwei Jahre später, als wir unseren Türkei-Urlaub drei Tage vor Abflug stornieren mussten, weil ich mir beim Sport das Knie verdreht hatte und der Arzt mir strenge Bettruhe verordnete. Voller Zuversicht reichten wir die Stornierung bei der Versicherung ein, nur um dann festzustellen, dass Sportverletzungen in unserer supergünstigen Police gar nicht abgedeckt waren. Von den 1.800 Euro Reisekosten bekamen wir gerade mal 200 Euro vom Reiseveranstalter zurück. "Das hätten wir mal besser vorher lesen sollen", sagte meine Frau kopfschüttelnd, während wir die Versicherungsbedingungen zum ersten Mal wirklich studierten. Seitdem lesen wir das Kleingedruckte immer sehr genau.
Nach diesem Erlebnis wurden wir vorsichtiger und informierten uns gründlicher über Reiseversicherungen. Wir lernten, dass es verschiedene Bausteine gibt: die Reiserücktrittsversicherung, die greift, wenn man die Reise vor Antritt stornieren muss, die Reiseabbruchversicherung für den Fall, dass man den Urlaub vorzeitig beenden muss, die Auslandskrankenversicherung für medizinische Notfälle im Ausland, und den Gepäckschutz, falls die Koffer verloren gehen oder gestohlen werden. Jeder dieser Bausteine hat seine Berechtigung, aber nicht jeder ist für jeden Reisenden gleich wichtig. Für uns war schnell klar: Die Auslandskrankenversicherung ist absolute Pflicht, beim Gepäckschutz kann man diskutieren.
Als wir anfingen, häufiger zu verreisen, wurde die Sache mit den Einzelpolicen zunehmend lästig. Wir buchten nicht mehr nur den einen großen Sommerurlaub, sondern fuhren auch mal übers verlängerte Wochenende nach Prag, flogen spontan für eine Woche nach London oder machten einen Städtetrip nach Barcelona. Jedes Mal mussten wir daran denken, eine Versicherung abzuschließen, Formulare ausfüllen, Bedingungen vergleichen. "Das nervt langsam", meinte meine Frau eines Tages, als wir schon wieder vor dem Computer saßen und für unseren dritten Trip des Jahres eine Police suchten. Und dann passierte es: Bei einem spontanen Wochenendtrip nach Amsterdam vergaßen wir schlichtweg, eine Versicherung abzuschließen. Zum Glück ging alles gut, aber das ungute Gefühl während der Reise war uns eine Lehre.
Der Wendepunkt kam, als wir uns mal hinsetzen und nachrechnen, was uns die ganzen Einzelpolicen im Jahr gekostet hatten. Für vier Reisen hatten wir insgesamt fast 180 Euro bezahlt, und dabei hatten wir nicht mal immer den vollen Schutz gebucht. Ein Freund erzählte uns dann von seiner Jahresreiseversicherung, die ihn nur 89 Euro kostete und alle seine Reisen abdeckte, egal wie viele. "Das kann doch nicht sein", dachte ich zuerst, aber nach einiger Recherche stellten wir fest: Doch, das stimmte. Ab etwa zwei bis drei Reisen pro Jahr lohnt sich eine Jahrespolice finanziell fast immer. Wir waren baff, warum hatte uns das niemand früher gesagt?
Die Entscheidung für eine Jahresreiseversicherung fiel schließlich im Januar vor fünf Jahren. Wir suchten uns einen Anbieter mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, lasen die Bedingungen gründlich durch und schlossen eine Familienpolice ab. Die kostete uns 149 Euro für das ganze Jahr und deckte alle unsere Reisen ab, egal ob Kurztrip oder dreiwöchiger Urlaub. Die maximale Reisedauer pro Trip war auf 56 Tage begrenzt, aber das reichte uns völlig. Besonders praktisch: Auch berufliche Reisen waren mitversichert, was für meinen Mann wichtig war, der gelegentlich zu Konferenzen fährt. Die Police verlängerte sich automatisch, wenn wir nicht kündigten, was uns die jährliche Erinnerung ersparte.
Die erste Bewährungsprobe unserer neuen Jahresversicherung kam schneller als gedacht. Bei einem Skiurlaub in Österreich rutschte meine Frau auf einer vereisten Treppe aus und verstauchte sich den Knöchel so stark, dass wir ins Krankenhaus mussten. Die Behandlung dort kostete 450 Euro, die wir erstmal vorstrecken mussten. Aber die Abwicklung mit der Versicherung war erstaunlich unkompliziert: Rechnung einreichen, zwei Wochen warten, Geld zurück. Keine Diskussionen, keine Nachfragen. "Das war ja einfacher als gedacht", sagte meine Frau erleichtert. Seitdem haben wir noch mehr Vertrauen in unsere Entscheidung.
Ein weiterer Vorteil der Jahrespolice zeigte sich bei unseren spontanen Reisen. Früher mussten wir bei Last-Minute-Buchungen immer hektisch noch eine Versicherung organisieren, manchmal buchten wir aus Zeitdruck die erstbeste, ohne genau hinzuschauen. Mit der Jahresversicherung war das vorbei. Samstagmorgen entscheiden, dass wir übers Wochenende nach Paris fahren? Kein Problem, wir sind versichert. Ein Schnäppchenflug nach Rom? Sofort buchen, die Versicherung läuft ja. Diese Spontaneität und Sorglosigkeit ist unbezahlbar. "Weißt du noch, wie wir früher immer erst überlegt haben, ob sich die Versicherung für einen Kurztrip lohnt?", erinnerte mich meine Frau neulich, und wir mussten beide lachen.
Natürlich hat eine Jahresreiseversicherung auch Nachteile, die man kennen sollte. Wenn man wirklich nur einmal im Jahr verreist, zahlt man drauf. Für eine zweiwöchige Pauschalreise bekommt man eine Einzelpolice schon ab 30 Euro, da lohnen sich 90 Euro oder mehr für eine Jahrespolice nicht. Auch die Flexibilität bei der Gestaltung ist eingeschränkt: Bei einer Einzelpolice kann man für jede Reise individuell entscheiden, welche Bausteine man braucht. Fahre ich nur nach Österreich, brauche ich vielleicht keine Auslandskrankenversicherung, bei einer Fernreise nach Asien möchte ich aber maximalen Schutz. Bei der Jahrespolice hat man ein Paket, das für alle Reisen gleich ist.
Die Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Anbietern sind teilweise erheblich. Wir haben uns damals mehrere Angebote angeschaut und verglichen. Die Preisspanne reichte von 49 Euro für eine Basis-Einzelpolice bis zu 300 Euro für eine Premium-Familienpolice. Wichtige Unterschiede gab es bei der Selbstbeteiligung, die von null bis 200 Euro reichte, bei der maximalen Erstattungssumme, die zwischen 3.000 und 10.000 Euro pro Person lag, und bei den versicherten Rücktrittsgründen. Manche Versicherer zahlen nur bei Krankheit oder Tod, andere auch bei Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft oder wichtigen Prüfungen. Hier lohnt es sich wirklich, genau zu vergleichen und nicht nur auf den Preis zu schauen.
Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist die Geltungsdauer und der Geltungsbereich. Die meisten Jahresversicherungen gelten weltweit, aber es gibt Ausnahmen. Manche schließen die USA und Kanada aus oder verlangen dafür einen Aufpreis, weil die Behandlungskosten dort so hoch sind. Auch die maximale Reisedauer ist wichtig: Die meisten Policen deckeln bei 42 bis 56 Tagen pro Reise. Wer länger unterwegs ist, braucht eine spezielle Langzeitversicherung. Wir hatten mal überlegt, drei Monate durch Südamerika zu reisen, da hätte unsere normale Jahrespolice nicht gereicht. Am Ende wurde aus dem Plan nichts, aber die Recherche war lehrreich.
Die Frage der Familienversicherung war für uns besonders relevant, als unsere Kinder kamen. Vorher hatten wir zwei Einzelpolicen, aber mit Kindern wird das schnell teuer. Eine Familienpolice kostet meist nur unwesentlich mehr als eine Partnerpolice und versichert alle minderjährigen Kinder mit. Bei uns waren das damals 20 Euro Aufpreis für beliebig viele Kinder. Allerdings muss man aufpassen: Sobald die Kinder volljährig werden oder alleine reisen, brauchen sie eine eigene Versicherung. Das haben wir bei der Klassenfahrt unserer Großen gemerkt, die war nicht über unsere Familienpolice abgedeckt, weil wir Eltern nicht mitgereist sind.
Ein interessanter Fall war unsere Kreuzfahrt vor zwei Jahren. Wir waren uns nicht sicher, ob unsere normale Jahresreiseversicherung auch Schiffsreisen abdeckt. Nach einem Anruf bei der Hotline waren wir beruhigt: Kreuzfahrten sind normale Reisen, solange man nicht auf einem Frachtschiff mitfährt oder selbst segelt. Aber die Dame am Telefon wies uns auf etwas anderes hin: Bei Kreuzfahrten ist die Ausfallwahrscheinlichkeit höher, weil man oft lange im Voraus bucht. Sie empfahl uns, die Bedingungen für Reiserücktritt genau zu prüfen. Tatsächlich waren in unserer Police nur Stornierungen bis 5.000 Euro pro Person abgedeckt, die Kreuzfahrt kostete aber 3.200 Euro pro Person. Das hätte knapp werden können, wenn wir zu viert hätten stornieren müssen.
Die Corona-Pandemie hat die Reiseversicherungslandschaft komplett verändert. Plötzlich waren Pandemien und Reisewarnungen in aller Munde, Themen, die vorher in keiner Police vorkamen. Wir hatten 2020 drei Reisen gebucht, die alle ausgefallen sind. Bei der ersten, einem Osterurlaub in Italien, griffen die normalen Stornobedingungen nicht, weil eine Reisewarnung kein versicherter Rücktrittsgrund war. Zum Glück erstattete der Veranstalter kulant. Bei den anderen beiden Reisen hatten wir mehr Glück, da waren wir entweder selbst in Quarantäne oder das Hotel war geschlossen. Mittlerweile haben viele Versicherer ihre Bedingungen angepasst und bieten Corona-Zusatzpakete an, aber die kosten extra.
Unser Tipp aus Erfahrung: Die beste Versicherung nützt nichts, wenn man im Schadensfall nicht richtig reagiert. Wir führen mittlerweile für jede Reise einen kleinen Ordner mit allen wichtigen Dokumenten: Versicherungsschein, Notfallnummern, Buchungsbestätigungen, Kopien der Ausweise. Bei Krankheit im Ausland immer sofort die Assistance-Hotline anrufen, die können oft direkt mit dem Krankenhaus abrechnen. Alle Belege aufbewahren, auch Taxiquittungen zum Arzt. Schäden sofort melden, nicht erst nach der Rückkehr. Und ganz wichtig: Bei teuren Reisen vorher klären, ob die Deckungssumme reicht. Nichts ist ärgerlicher, als bei einer 8.000-Euro-Reise festzustellen, dass nur 5.000 versichert sind.
Die Abwicklung von Schadensfällen haben wir leider mehrfach erlebt. Neben dem Skiunfall meiner Frau hatten wir einen Fall von Gepäckverspätung, einen Magen-Darm-Infekt in Ägypten und eine Stornierung wegen Trauerfall. Die Erfahrungen waren gemischt. Die Gepäckverspätung war am einfachsten: Beleg vom Flughafen, Quittungen für Ersatzkäufe, zwei Wochen später war das Geld da. Beim Magen-Darm-Infekt mussten wir kämpfen, weil die Versicherung behauptete, das sei kein Notfall gewesen. Erst mit einem ausführlichen Arztbericht bekamen wir die 300 Euro Behandlungskosten erstattet. Die Stornierung war emotional schwierig, aber versicherungstechnisch problemlos: Sterbeurkunde einreichen, Geld zurück.
Ein Thema, das oft vergessen wird, sind Vorerkrankungen. Mein Mann hat Bluthochdruck, gut eingestellt mit Medikamenten. Bei unserer ersten Jahresversicherung stand im Kleingedruckten, dass Verschlechterungen bekannter Erkrankungen nicht versichert sind. Das hätte bedeuten können, dass bei Kreislaufproblemen im Urlaub nichts gezahlt worden wäre. Wir wechselten zu einem Anbieter, der Vorerkrankungen einschließt, solange sie in den letzten sechs Monaten stabil waren. Das kostet etwas mehr, aber die Sicherheit ist es wert. Generell gilt: Je älter man wird, desto wichtiger wird dieser Punkt. Mit Mitte zwanzig denkt man nicht daran, mit Mitte fünfzig hat fast jeder irgendetwas.
Die digitale Entwicklung hat vieles einfacher gemacht. Früher musste man Formulare ausfüllen, zur Post bringen, wochenlang warten. Heute geht alles online: Police abschließen, Schäden melden, Dokumente hochladen. Unsere Versicherung hat sogar eine App, in der alle Unterlagen gespeichert sind und über die man direkt die Hotline anrufen kann. Bei unserem letzten Schadensfall habe ich die Arztrechnung noch im Hotel fotografiert und hochgeladen, die Erstattung war schneller da als wir. Allerdings sollte man trotzdem alle Originale aufbewahren, manchmal werden die nachgefordert.
Ein praktischer Vergleich unserer Reisekosten über die Jahre zeigt deutlich den Vorteil der Jahrespolice. In einem typischen Jahr machen wir eine große Reise für etwa 3.000 Euro, zwei Städtetrips für je 500 Euro und drei bis vier Wochenendausflüge für je 200 Euro. Mit Einzelpolicen würden wir zahlen: 90 Euro für die große Reise, je 25 Euro für die Städtetrips und je 15 Euro für die Wochenenden, macht zusammen 200 Euro minimum. Unsere Jahrespolice kostet 149 Euro und deckt sogar noch spontane Zusatzreisen ab. Die Ersparnis ist offensichtlich, und das bei besserem Schutz und weniger Aufwand.
| Reiseart | Kosten pro Reise | Einzelpolice | Anteil Jahrespolice |
| Große Sommerreise | 3.000 € | 90 € | anteilig 40 € |
| Städtetrip | 500 € | 25 € | anteilig 20 € |
| Wochenendausflug | 200 € | 15 € | anteilig 10 € |
| Spontanreise | 400 € | 20 € | 0 € (inkludiert) |
| Jahreskosten bei 7 Reisen | 200 € | 149 € |
Die Entscheidung zwischen Jahresreiseversicherung und Einzelpolice hängt stark vom persönlichen Reiseverhalten ab. Wir haben Freunde, die schwören auf Einzelpolicen, weil sie nur einmal im Jahr einen All-Inclusive-Urlaub machen. Andere haben gar keine Versicherung, was wir fahrlässig finden. Wieder andere haben Premium-Policen mit allen Extras, von denen sie die Hälfte nie brauchen. Wichtig ist, dass man seine eigenen Bedürfnisse kennt und danach entscheidet. Für uns als reisefreudige Familie ist die Jahrespolice perfekt: ein Preis, immer geschützt, kein Stress.
Die Zukunft der Reiseversicherungen wird spannend. Durch Corona haben viele Menschen gemerkt, wie wichtig guter Versicherungsschutz ist. Die Nachfrage nach flexiblen Stornobedingungen ist gestiegen, gleichzeitig sind die Prämien teurer geworden. Neue Anbieter drängen auf den Markt, oft reine Online-Anbieter mit schlanken Strukturen und günstigen Preisen. Aber Vorsicht: Billig ist nicht immer gut. Wir bleiben bei unserem bewährten Anbieter, auch wenn er etwas teurer ist. Der Kundenservice ist top, die Abwicklung funktioniert, und im Zweifel ist immer jemand erreichbar. Das ist uns wichtiger als zehn Euro Ersparnis.
Oft wurden wir gefragt, ob sich eine Jahresreiseversicherung auch für Rentner lohnt, die viel Zeit zum Reisen haben. Unsere Nachbarn, beide Anfang siebzig, schwören darauf. Sie sind von Oktober bis März in Spanien, machen zwischendurch Kreuzfahrten und besuchen die Kinder in Australien. Für sie wäre das Einzelbuchen ein Alptraum. Allerdings müssen sie aufpassen: Viele Versicherer haben Altersgrenzen oder verlangen ab 65 oder 70 Jahren Zuschläge. Manche versichern gar nicht mehr über 75. Die Nachbarn haben einen Spezialtarif für Senioren, der kostet zwar 400 Euro im Jahr, deckt aber auch längere Aufenthalte und Vorerkrankungen ab. Für ihre vier bis fünf Reisen pro Jahr ist das immer noch günstiger als Einzelpolicen.
Eine typische Frage war auch, wie das mit Geschäftsreisen funktioniert. Mein Mann reist beruflich etwa fünfmal im Jahr, meist nur für zwei bis drei Tage. Theoretisch müsste der Arbeitgeber diese Reisen versichern, praktisch macht das nicht jeder. Unsere Jahrespolice schließt berufliche Reisen ein, solange keine gefährlichen Tätigkeiten ausgeübt werden. Büroarbeit, Konferenzen, Messen, alles kein Problem. Bei einer Montage auf einer Bohrinsel sähe das anders aus. Ein Kollege hatte mal den Fall, dass er auf einer Dienstreise privat verlängert hat. Die Versicherung wollte nur den privaten Teil erstatten, bis er nachwies, dass seine Police auch Geschäftsreisen abdeckt. Seitdem achten wir darauf, dass das explizit in den Bedingungen steht.
Wir haben uns selbst lange gefragt, ob es Sinn macht, zusätzlich zur Jahresreiseversicherung noch andere Absicherungen zu haben. Kreditkarten bieten oft Versicherungsschutz, wenn man die Reise damit bezahlt. Automobilclubs haben Schutzbriefe mit Auslandsschutz. Manche Krankenkassen übernehmen Behandlungen im EU-Ausland. Das Problem ist die Übersichtlichkeit: Wer weiß im Notfall noch, welche Leistung woher kommt? Wir haben das für uns so gelöst: Die Jahresreiseversicherung ist unser Hauptschutz, alles andere ist Bonus. Wenn die Kreditkarte auch zahlt, umso besser, aber wir verlassen uns nicht darauf. Die einzige Ausnahme ist der ADAC-Schutzbrief fürs Auto, der ist bei Autoreisen unverzichtbar.
Ein Bekannter fragte uns einmal, ob wir schon mal Probleme mit der Versicherung hatten, weil wir zu oft Leistungen in Anspruch genommen haben. Tatsächlich gibt es Versicherer, die nach mehreren Schadensfällen kündigen oder die Prämie erhöhen. Wir hatten in fünf Jahren vier Schadensfälle, alle berechtigt und ordnungsgemäß abgewickelt. Unsere Versicherung hat nie gemeckert, die Prämie wurde nur moderat an die allgemeine Preisentwicklung angepasst. Ein Freund wurde allerdings von seiner Versicherung gekündigt, nachdem er dreimal in zwei Jahren stornieren musste, immer aus gesundheitlichen Gründen. Er fand einen neuen Anbieter, musste aber einen Risikozuschlag zahlen. Das zeigt: Versicherungen sind auch Wirtschaftsunternehmen, die rechnen müssen.
Die Frage nach Reiseversicherungen für exotische Reisearten erreicht uns auch regelmäßig, und hier wird es interessant. Normale Pauschal- und Individualreisen sind Standard, aber was ist mit Wohnmobilreisen, Hausboot-Urlauben oder Work-and-Travel? Bei unserer Wohnmobiltour durch Skandinavien waren wir unsicher, riefen aber vorher an: Alles abgedeckt, solange wir nicht selbst fahren, sondern nur Passagiere sind. Fürs selbst gemietete Wohnmobil bräuchte es eine separate Fahrzeugversicherung. Ein junges Pärchen aus der Nachbarschaft macht Work-and-Travel in Neuseeland, dafür gibt es spezielle Langzeitversicherungen, die auch Arbeitsunfälle abdecken. Die normale Jahrespolice reicht da nicht. Man muss also immer genau schauen, was man vorhat und was versichert ist.
Viele Leute wollen auch wissen, ob man bei einer Jahresversicherung flexibel kündigen kann, wenn sich die Lebensumstände ändern. Die meisten Policen haben eine Laufzeit von einem Jahr und verlängern sich automatisch, wenn man nicht kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt meist einen bis drei Monate. Bei uns verlängert sich die Police immer im Januar, wir müssten bis Oktober kündigen. Sonderkündigungsrechte gibt es bei Prämienerhöhungen oder nach einem Schadensfall. Wir überlegen jedes Jahr im Sommer, ob wir wechseln wollen, vergleichen Preise und Leistungen, sind aber bisher immer geblieben. Der Aufwand eines Wechsels lohnt sich nur bei deutlichen Unterschieden, finden wir.
Abschließend können wir aus voller Überzeugung sagen: Für uns war der Wechsel von Einzelpolicen zur Jahresreiseversicherung die richtige Entscheidung. Wir sparen Geld, haben weniger Organisationsaufwand und sind flexibler beim Reisen. Die Sicherheit, immer geschützt zu sein, egal ob bei der geplanten Fernreise oder dem spontanen Wochenendtrip, ist unbezahlbar. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, was zu seinem Reiseverhalten passt. Wer nur einmal im Jahr zwei Wochen nach Mallorca fliegt, kommt mit einer Einzelpolice günstiger weg. Wer aber wie wir das Reisen liebt und mehrmals im Jahr unterwegs ist, für den ist eine Jahrespolice fast immer die bessere Wahl. Wichtig ist nur, dass man überhaupt versichert ist. Wir haben zu viele Geschichten von Freunden gehört, die ohne Versicherung im Ausland krank wurden und auf fünfstelligen Rechnungen sitzen geblieben sind. Das muss nicht sein, dafür ist der Versicherungsschutz zu wichtig und eigentlich auch zu günstig. Für weitere Geschichten aus unserem Alltag und praktische Reisetipps schaut gerne regelmäßig bei unserem Blog "Geschichten vom Küchentisch" vorbei. Wir teilen dort unsere Erfahrungen, damit andere von unseren Erfolgen und Fehlern lernen können. Denn am Ende geht es beim Reisen um die schönen Momente, und die genießt man am besten gut abgesichert und sorgenfrei.