
Letzte Woche saßen wir wieder mal zusammen am Küchentisch, draußen schneite es leicht, und mein Mann kramte die alte Kiste mit der Weihnachtsdeko vom Dachboden. „Schau mal", sagte er und hielt eine völlig verknotete Lichterkette hoch, „die haben wir doch schon seit unserer ersten gemeinsamen Wohnung." Das stimmt, diese alte Kette mit den kleinen Glühbirnen begleitet uns tatsächlich schon über zwanzig Jahre. Aber als wir sie ansteckten und das Strommeßgerät anschlossen, verschlug es uns die Sprache: 80 Watt für eine einzige Lichterkette! Kein Wunder, dass unsere Stromrechnung jeden Januar so hoch war. Diese Erkenntnis war der Startschuss für eine komplette Überholung unserer Weihnachtsbeleuchtung und gleichzeitig der Beginn einer viel größeren Geschichte über Energiesparen in der kalten Jahreszeit.
Der Umstieg auf LED-Lichterketten war erstmal eine Investition, das muss man ehrlich sagen. Für drei neue LED-Ketten haben wir etwa 60 Euro ausgegeben. Aber schon beim ersten Test zeigte sich der Unterschied: Die neue LED-Kette mit 200 Lämpchen verbraucht gerade mal 6 Watt. Das sind über 90 Prozent weniger als unsere alte Glühbirnenkette! Wenn man bedenkt, dass die Beleuchtung in der Adventszeit bei uns täglich etwa acht Stunden läuft, macht das einen gewaltigen Unterschied. Bei einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde sparen wir allein durch den Austausch der Lichterketten etwa 35 Euro in einer Saison. Nach zwei Jahren haben sich die neuen Ketten also schon amortisiert.
Was uns besonders überrascht hat, war die Vielfalt der LED-Beleuchtung. Früher gab es nur dieses kalte, bläuliche Licht, das etwa so gemütlich war wie eine Zahnarztpraxis. Heute gibt es LEDs in warmweiß, die genau diese behagliche Stimmung erzeugen, die wir an Weihnachten so lieben. Unsere Nachbarin Gertrud war skeptisch, als wir ihr davon erzählten. „Das kann doch nicht dasselbe sein", meinte sie. Aber als sie unseren geschmückten Baum sah, war sie überzeugt und hat sich gleich selbst neue Ketten besorgt.
Die Installation der Timer war die nächste Revelation. Diese kleinen Geräte kosten nur etwa 10 Euro pro Stück, aber sie sind Gold wert. Wir haben sie so programmiert, dass die Außenbeleuchtung um 16 Uhr angeht, wenn es dunkel wird, und um 23 Uhr wieder ausgeht. Morgens leuchtet sie nochmal von 6 bis 8 Uhr, wenn alle zur Arbeit und Schule gehen. So brennen die Lichter nicht die ganze Nacht durch, was früher oft passiert ist, wenn wir vergessen haben, sie auszuschalten. Das spart nicht nur Strom, sondern schont auch die LEDs, die dadurch länger halten.
Ein lustiges Erlebnis hatten wir mit unserem aufblasbaren Weihnachtsmann im Vorgarten. Das Ding ist drei Meter hoch und verbraucht mit seinem eingebauten Gebläse satte 150 Watt. Als wir das feststellten, wollte ich ihn schon wieder einmotten. Aber mein Mann hatte eine bessere Idee: „Lass uns doch einen Bewegungsmelder anschließen!" Gesagt, getan. Jetzt bläst sich der Weihnachtsmann nur auf, wenn jemand vorbeigeht. Die Kinder aus der Nachbarschaft finden es großartig und laufen extra mehrmals vorbei, um ihn zu aktivieren. Trotzdem läuft er jetzt insgesamt vielleicht eine Stunde am Tag statt der vorherigen acht Stunden.
Bei der ganzen Weihnachtsbeleuchtung darf man die Sicherheit natürlich nicht vergessen. Letztes Jahr hatten wir einen kleinen Schreckmoment, als die alte Mehrfachsteckdose in der Stube plötzlich zu riechen anfing. Sie war völlig überlastet mit all den Steckern für Lichterketten, Schwibbögen und den elektrischen Räuchermann. Seitdem achten wir penibel darauf, die maximale Belastung nicht zu überschreiten. Eine normale Steckdose verkraftet 3.500 Watt, aber man sollte sie dauerhaft nur mit etwa 2.500 Watt belasten. Mit den neuen LED-Ketten ist das kein Problem mehr, die gesamte Weihnachtsbeleuchtung im Wohnzimmer kommt jetzt auf keine 50 Watt.
Die Brandgefahr durch echte Kerzen ist ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt. Unsere Freunde hatten vor drei Jahren einen Adventskranzbrand, weil die Katze mit dem Schwanz eine Kerze umgeworfen hat. Seitdem sind wir extra vorsichtig. Kerzen stehen bei uns nur auf feuerfesten Unterlagen, niemals in der Nähe von Gardinen oder anderen brennbaren Materialien. Und sie werden gelöscht, sobald wir den Raum verlassen, auch wenn es nur für fünf Minuten ist. Für den Adventskranz haben wir uns spezielle Kerzenhalter mit Tropfschalen besorgt, die verhindern, dass heißes Wachs auf die trockenen Tannenzweige tropft.
Der Kompromiss zwischen Gemütlichkeit und Sicherheit war gar nicht so schwer zu finden, wie wir anfangs dachten. Für den Tannenbaum nutzen wir ausschließlich LED-Kerzen, die täuschend echt aussehen. Sie flackern sogar leicht, genau wie echte Kerzen. Auf dem Esstisch und dem Kaminsims brennen dagegen echte Kerzen, aber nur wenn wir dabei sind und aufpassen können. Diese Mischung funktioniert für uns perfekt. Die Kinder können bedenkenlos mit ihren Freunden im Wohnzimmer spielen, ohne dass wir ständig Angst vor einem Brand haben müssen.
Was viele nicht wissen: Auch die Wahl der Dekoration beeinflusst den Energieverbrauch. Diese ganzen blinkenden, sich bewegenden und Musik spielenden Dekoartikel sind richtige Stromfresser. Unser singender Elch, den wir mal geschenkt bekommen haben, zieht 25 Watt. Das ist mehr als unsere gesamte LED-Beleuchtung am Baum! Er kommt jetzt nur noch zu besonderen Anlässen zum Einsatz, wenn Besuch da ist. Ansonsten setzen wir auf klassische, stromlose Dekoration wie Strohsterne, Holzfiguren und Glaskugeln. Die sehen mindestens genauso schön aus und verbrauchen keinen Strom.
Die Außenbeleuchtung haben wir dieses Jahr komplett neu konzipiert. Statt überall Lichterketten zu spannen, setzen wir gezielt Akzente. Ein LED-Strahler mit 10 Watt beleuchtet unsere Hausfassade und den geschmückten Baum im Vorgarten. Das sieht spektakulär aus und verbraucht weniger Strom als eine einzige alte Lichterkette. Die Nachbarn waren so begeistert, dass drei von ihnen das gleiche System installiert haben. Jetzt sieht unsere ganze Straße festlich aus, ohne dass die Stromzähler durchdrehen.
Ein interessanter Nebenaspekt der LED-Beleuchtung ist die geringere Wärmeentwicklung. Die alten Glühbirnen wurden so heiß, dass man sich die Finger verbrennen konnte. Bei den LEDs passiert das nicht. Das ist nicht nur sicherer, besonders mit Kindern im Haus, sondern verhindert auch, dass der Tannenbaum zu schnell austrocknet. Unser Baum hielt letztes Jahr fast vier Wochen, ohne großartig zu nadeln. Das lag sicher auch daran, dass die LED-Ketten keine Hitze abstrahlen.
Die richtige Platzierung der Weihnachtsbeleuchtung spart ebenfalls Energie. Statt das ganze Haus zu illuminieren, konzentrieren wir uns auf die Bereiche, die man von der Straße aus gut sehen kann. Das Fenster zur Straße bekommt einen schönen Schwippbogen, die Haustür einen beleuchteten Kranz. Die Rückseite des Hauses bleibt dunkel, da sieht es sowieso niemand. Diese gezielte Beleuchtung wirkt viel eleganter als der Wettkampf um das hellste Haus in der Nachbarschaft, den manche zu betreiben scheinen.
Die Wartung und Lagerung der Lichterketten ist ein Thema für sich. Nach Jahren des Chaos haben wir ein System entwickelt. Jede Kette wird nach Weihnachten sorgfältig auf eine Papprolle gewickelt und beschriftet. So wissen wir nächstes Jahr sofort, welche Kette wohin gehört. Vor dem Einlagern prüfen wir alle Ketten auf defekte Lämpchen und beschädigte Kabel. Eine Kette mit blank liegenden Drähten haben wir letztes Jahr entsorgt – das Risiko ist es einfach nicht wert.
Der Vergleich zwischen verschiedenen Beleuchtungsarten ist wirklich erhellend, wenn man die Zahlen mal aufschreibt. Eine traditionelle Kerze produziert etwa 13 Watt Wärme und Licht. Zehn echte Kerzen am Baum entsprechen also 130 Watt. Eine alte Glühbirnenkette mit 100 Lämpchen verbraucht etwa 80 Watt. Eine moderne LED-Kette mit 200 Lämpchen nur 6 Watt. Wenn man bedenkt, dass manche Haushalte fünf oder mehr Lichterketten haben, summiert sich das gewaltig.
Die Anschaffungskosten für LED-Beleuchtung sind höher, das stimmt. Aber die Lebensdauer ist auch viel länger. Unsere alten Glühbirnenketten haben im Schnitt drei Jahre gehalten, dann waren zu viele Birnchen kaputt. Die LED-Ketten sollen laut Hersteller 20.000 Stunden halten. Bei unserer Nutzung von etwa 240 Stunden pro Saison wären das über 80 Jahre! Selbst wenn sie nur ein Viertel davon schaffen, ist das immer noch eine fantastische Investition.
Ein Aspekt, den wir anfangs unterschätzt haben, ist die Flexibilität moderner LED-Beleuchtung. Viele Ketten haben verschiedene Modi: dauerhaft leuchtend, langsam pulsierend, schnell blinkend. Wir nutzen meist den ruhigen Dauermodus, aber zu Silvester darf es dann auch mal blinken. Manche Ketten lassen sich sogar dimmen, was nicht nur Strom spart, sondern auch die Atmosphäre beeinflusst. Gedimmtes Licht am späten Abend ist viel gemütlicher als die volle Leuchtkraft.
Die Smart-Home-Integration war eine Überlegung wert, auch wenn wir uns dagegen entschieden haben. Es gibt mittlerweile WLAN-fähige Steckdosen und Lichterketten, die man per App steuern kann. Für technikbegeisterte Menschen sicher toll, aber für uns war das zu viel des Guten. Die einfachen Zeitschaltuhren erfüllen ihren Zweck perfekt und funktionieren auch ohne Internet. Außerdem verbrauchen die Smart-Geräte selbst wieder Strom im Standby-Modus.
Was die Entsorgung angeht, sollte man LED-Leuchtmittel nicht einfach in den Hausmüll werfen. Sie enthalten elektronische Bauteile und gehören zum Elektroschrott. Die meisten Geschäfte, die LEDs verkaufen, nehmen alte Exemplare auch zurück. Das haben wir bei unseren ausgedienten Energiesparlampen gemacht und werden es bei den LED-Ketten genauso handhaben, falls sie irgendwann mal kaputtgehen sollten.
Die Weihnachtsbeleuchtung ist natürlich nur ein Teil unseres winterlichen Energieverbrauchs. Viel wichtiger ist das richtige Heizen. Und da haben wir in den letzten Jahren auch einiges dazugelernt. Es fing damit an, dass unsere Heizung ständig glucksende Geräusche machte. „Da ist Luft im System", diagnostizierte unser Nachbar Hans, der früher Heizungsmonteur war. Er zeigte uns, wie man Heizkörper richtig entlüftet. Man braucht nur einen Entlüftungsschlüssel, den es für zwei Euro im Baumarkt gibt. Das Ventil ist meist oben an der Seite des Heizkörpers. Vorsichtig aufdrehen, bis die Luft entweicht – es zischt dann. Sobald Wasser kommt, schnell wieder zudrehen. Ein Lappen oder eine Schüssel darunter ist empfehlenswert, wir haben beim ersten Mal die halbe Wand vollgespritzt.
Nach dem Entlüften aller Heizkörper war es tatsächlich ruhiger, aber richtig warm wurde es in manchen Räumen trotzdem nicht. Hans empfahl uns einen hydraulischen Abgleich. Das klingt kompliziert, und ehrlich gesagt, ist es das auch. Ein Fachmann muss dabei die Wassermenge berechnen, die durch jeden einzelnen Heizkörper fließen soll. Bei uns war das Problem, dass die Heizkörper im Erdgeschoss, nahe am Heizkessel, viel zu viel Wasser abbekamen, während es oben kaum ankam. Nach dem hydraulischen Abgleich, der uns 650 Euro gekostet hat, ist die Wärmeverteilung viel gleichmäßiger. Die Räume werden schneller warm und wir konnten die Vorlauftemperatur um 5 Grad senken. Das spart etwa 10 Prozent Heizkosten pro Jahr.
Die Einstellung der Heizkurve war das nächste Abenteuer. Die meisten Leute wissen gar nicht, dass man die einstellen kann. Die Heizkurve bestimmt, wie heiß das Heizungswasser wird in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Unsere war viel zu hoch eingestellt. Bei null Grad draußen schickte die Heizung 70 Grad heißes Wasser durch die Rohre. Das war völlig übertrieben. Nach einigem Experimentieren haben wir die perfekte Einstellung gefunden: Bei null Grad reichen 55 Grad Vorlauftemperatur völlig aus. Das spart nicht nur Energie, sondern die Räume werden auch gleichmäßiger warm, ohne diese Hitze-Kälte-Schwankungen.
Die Nachtabsenkung war ein Streitthema zwischen meinem Mann und mir. Er wollte nachts die Heizung komplett ausschalten, ich hatte Angst, dass morgens alles eiskalt ist. Der Kompromiss: Die Temperatur wird nachts um 3 Grad abgesenkt. Von 22 Uhr bis 6 Uhr früh läuft die Heizung auf Sparflamme. Die Räume kühlen nicht völlig aus, aber wir sparen trotzdem Energie. Im Schlafzimmer drehen wir die Heizung sogar ganz ab, 16 bis 18 Grad sind ideal zum Schlafen. Morgens eine halbe Stunde vor dem Aufstehen springt die Heizung wieder an, programmiert über die Zeitschaltuhr. So ist es warm, wenn wir aus dem Bett kriechen.
Die richtige Luftfeuchtigkeit im Winter ist wichtiger als wir dachten. Optimal sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Darunter trocknen die Schleimhäute aus, man wird anfälliger für Erkältungen. Darüber droht Schimmelgefahr. Wir haben uns für 15 Euro ein Hygrometer gekauft und waren erschrocken: Im Winter hatten wir teilweise nur 30 Prozent Luftfeuchtigkeit! Kein Wunder, dass wir ständig erkältet waren. Jetzt hängen wir feuchte Handtücher über die Heizung oder stellen Wasserschalen auf. Das hilft, und die Wärme fühlt sich bei höherer Luftfeuchtigkeit auch wärmer an. Bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit sind gefühlte 20 Grad so warm wie 22 Grad bei trockener Luft.
Das richtige Lüften im Winter war auch so eine Wissenschaft für sich. Früher haben wir die Fenster stundenlang gekippt gelassen. „Das ist das Dümmste, was man machen kann", erklärte uns der Energieberater. Die Wände kühlen aus, aber die Luft wird nicht wirklich ausgetauscht. Stattdessen: Stoßlüften! Fenster weit auf, am besten Durchzug, für fünf bis zehn Minuten. Die verbrauchte Luft wird komplett ausgetauscht, aber die Wände bleiben warm. Danach heizt sich die frische Luft schnell wieder auf. Wir lüften jetzt dreimal täglich so und haben trotzdem niedrigere Heizkosten als früher mit Dauerkippen.
Die Rolle von Rollläden, Vorhängen und Teppichen haben wir völlig unterschätzt. Unsere alten Holzrollläden sind zwar nicht perfekt gedämmt, aber wenn wir sie nachts runterlassen, bleibt es merklich wärmer. Das isolierende Luftpolster zwischen Rollladen und Fenster wirkt wie eine zusätzliche Dämmschicht. Wir sparen dadurch geschätzt 5 bis 10 Prozent Heizenergie. Schwere Vorhänge vor den Fenstern helfen auch, besonders bei alten, nicht perfekt dichten Fenstern. Und Teppiche auf dem Boden? Die machen nicht nur die Füße warm, sondern dämmen auch nach unten. Unser Wohnzimmer über dem unbeheizten Keller ist seit dem großen Perserteppich viel gemütlicher.
Ein kurioser Tipp kam von meiner Schwiegermutter: „Backt im Winter öfter Kuchen!" Erst haben wir gelacht, aber sie hat recht. Wenn der Backofen läuft, heizt er die Küche mit. Nach dem Backen lassen wir die Ofentür offen, damit die Restwärme in den Raum entweicht statt ungenutzt zu verpuffen. Das ersetzt natürlich keine Heizung, aber es nutzt die Energie doppelt: für den Kuchen und für die Raumwärme. Genauso mit dem Kochen – im Winter kochen wir öfter Eintöpfe und Suppen. Der Dampf erhöht die Luftfeuchtigkeit und die Herdwärme heizt mit.
Die Dämmung hinter den Heizkörpern war ein Wochenendprojekt, das sich gelohnt hat. Besonders bei Heizkörpern an Außenwänden geht viel Wärme durch die Wand nach draußen verloren. Wir haben Reflexionsfolie aus dem Baumarkt dahinter geklebt. Die Aluschicht reflektiert die Wärmestrahlung zurück in den Raum. Kostenpunkt: 30 Euro für die ganze Wohnung. Ersparnis: schwer zu messen, aber die Wand hinter dem Heizkörper ist definitiv nicht mehr so kalt.
Die Geschichte mit dem Thermostat hat uns einiges gelehrt. Diese Zahlen von 1 bis 5 sind keine Geschwindigkeitsregler! Auf 5 wird es nicht schneller warm, nur wärmer. Stufe 3 entspricht etwa 20 Grad, jede Stufe macht ungefähr 3 Grad Unterschied. Wir dachten immer, man müsse auf 5 drehen, damit es schnell warm wird, und dann wieder runterregeln. Quatsch! Das verschwendet nur Energie. Jetzt stellen wir gleich die gewünschte Temperatur ein und haben Geduld.
Programmierbare Thermostate waren die nächste Stufe. Für 25 Euro pro Stück haben wir welche gekauft, die man programmieren kann. Morgens ums sechs Badezimmer auf 23 Grad, ab acht wieder auf 18. Nachmittags wenn die Kinder aus der Schule kommen Kinderzimmer auf 21 Grad, nachts wieder runter. Das Wohnzimmer wird nur abends richtig warm gemacht, wenn wir auch drin sitzen. Diese automatische Regelung spart uns geschätzt 15 Prozent Heizkosten, weil nie vergessen wird, die Heizung runterzudrehen.
Ein Fehler, den wir lange gemacht haben: Möbel vor die Heizkörper stellen. Unser Sofa stand direkt davor, dahinter wurde es mollig warm, aber die Wärme kam nicht in den Raum. Jetzt achten wir darauf, dass mindestens 30 Zentimeter Abstand ist. Auch lange Vorhänge, die über die Heizkörper hängen, sind kontraproduktiv. Die Wärme bleibt zwischen Vorhang und Fenster gefangen und heizt nach draußen statt nach innen.
Die Wartung der Heizung haben wir jahrelang vernachlässigt. „Läuft doch", war unsere Devise. Bis der Schornsteinfeger bei der Abgasmessung bedenklich den Kopf schüttelte. Der Brenner war völlig verrußt, der Wirkungsgrad miserabel. Nach der Wartung, die 150 Euro gekostet hat, lief die Heizung wieder wie neu. Der Gasverbrauch ist um 8 Prozent gesunken. Jetzt lassen wir sie jährlich warten, das rechnet sich.
Diese ganzen Maßnahmen zusammen haben unsere Heizkosten um etwa 30 Prozent gesenkt. Von früher 1.800 Euro im Jahr sind wir jetzt bei 1.250 Euro, trotz gestiegener Gaspreise. Das Beste daran: Es ist nicht ungemütlicher geworden, im Gegenteil. Durch die gleichmäßigere Wärmeverteilung, die bessere Luftfeuchtigkeit und das gezielte Heizen ist es sogar behaglicher als früher.
Wenn ich auf unsere Energiespar-Reise zurückblicke, die mit der Weihnachtsbeleuchtung anfing und beim hydraulischen Abgleich endete, bin ich erstaunt, wie viel wir gelernt haben. Früher haben wir einfach alle Lichter angeknipst und die Heizung aufgedreht, ohne nachzudenken. Heute wissen wir, dass man mit ein bisschen Wissen und Aufmerksamkeit viel Energie und Geld sparen kann, ohne auf Gemütlichkeit zu verzichten.
Die Kombination macht's: LED-Weihnachtsbeleuchtung mit Timer, richtig eingestellte Heizung, gute Luftfeuchtigkeit, cleveres Lüften und sinnvolle Nutzung von Rollläden und Vorhängen. Nichts davon ist Hexerei, aber alles zusammen macht einen riesigen Unterschied. Unsere Gesamtersparnis bei Strom und Heizung liegt bei etwa 600 Euro im Jahr. Dafür können wir uns andere schöne Dinge leisten oder das Geld für die steigenden Energiepreise zurücklegen.
Das Schönste an der ganzen Geschichte ist aber, dass wir bewusster geworden sind. Wir verschwenden weniger, nutzen Ressourcen sinnvoller und haben trotzdem – oder gerade deswegen – ein gemütlicheres Zuhause. Die Weihnachtszeit ist immer noch festlich beleuchtet, nur eben effizienter. Die Wohnung ist warm und behaglich, nur eben durchdachter beheizt.
Für alle, die auch über Energiesparen nachdenken: Fangt klein an, vielleicht mit LED-Lampen oder dem Entlüften der Heizkörper. Jeder Schritt zählt und motiviert zum nächsten. Und glaubt nicht, dass Energiesparen Verzicht bedeutet. Oft ist es genau umgekehrt – durchdachte Lösungen sind komfortabler als Verschwendung.
Nächste Woche erzählen wir übrigens von unserem Experiment mit dem Wassersparen und warum unsere Teenager plötzlich freiwillig kürzer duschen. Spoiler: Es hat mit einer Wette zu tun und einem wasserdichten Bluetooth-Lautsprecher. Bis dahin wünschen wir euch eine gemütliche, energieeffiziente Winterzeit! Schaut gerne wieder vorbei bei uns am virtuellen Küchentisch, wo wir unsere alltäglichen Abenteuer und Erkenntnisse mit euch teilen.