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Wohnen & Alltagstipps

Heißluftfritteuse statt Backofen? Unser ehrlicher Praxistest mit Zahlen, Kosten & überraschenden Effekten

by Winterberg 2025. 10. 1.

Gestern Abend saßen wir wieder einmal an unserem alten Küchentisch, die dampfende Teetasse in der Hand, und haben über unsere Stromrechnung diskutiert. „Schau mal", sagte mein Mann und schob mir das Tablet rüber, „unser Verbrauch ist schon wieder gestiegen." Dabei hatten wir doch erst vor drei Monaten diese neue Heißluftfritteuse gekauft, die angeblich so sparsam sein sollte. Diese kleine schwarze Kiste, die jetzt neben unserer Kaffeemaschine thront und mittlerweile zu unserem liebsten Küchenhelfer geworden ist. Aber von vorne.

Als wir vor etwa einem Jahr zum ersten Mal von Heißluftfritteusen hörten, waren wir skeptisch. Unsere Nachbarin Marianne schwärmte beim Gartenfest davon, wie knusprig ihre Pommes werden und dass sie dabei kaum Öl braucht. „Das ist doch wieder so ein Küchengerät, das dann nur rumsteht", dachte ich damals. Unser Küchenschrank quillt sowieso schon über vor lauter Geräten, die wir einmal begeistert gekauft und dann doch nie benutzt haben. Der Sandwichmaker, der Eierkocher, diese komische Spiralschneidemaschine für Gemüse – alles verstaubt im hintersten Eck. Aber Marianne ließ nicht locker und lud uns ein, ihre selbstgemachten Süßkartoffel-Wedges zu probieren. Die waren tatsächlich außen knusprig und innen weich, genau wie aus dem Restaurant.

In den folgenden Wochen recherchierten wir intensiv, verglichen Modelle, lasen Testberichte und rechneten vor allem nach. Die Strompreise sind ja in den letzten Jahren explodiert, da überlegt man sich dreimal, ob man noch ein elektrisches Gerät anschafft. Unser alter Backofen, ein treuer Begleiter seit unserem Einzug vor fünfzehn Jahren, verbraucht bei 200 Grad etwa 2000 bis 2500 Watt. Wenn ich da nur mal schnell ein paar Brötchen aufbacken will, muss ich ihn erstmal zehn Minuten vorheizen lassen. Das sind schon mal gut 400 Wattstunden nur fürs Vorheizen verschwendet. Die Heißluftfritteuse dagegen, so lasen wir, kommt mit 1200 bis 1800 Watt aus und braucht kein Vorheizen. Das klang vielversprechend.

Die Entscheidung fiel schließlich an einem verregneten Samstagnachmittag. Wir standen im Elektromarkt vor der Auslage und der Verkäufer, ein junger Mann mit erstaunlichem Fachwissen, erklärte uns die Unterschiede. „Schauen Sie", sagte er und zeigte auf ein kompaktes Modell, „diese hier hat 1400 Watt und ein Fassungsvermögen von 4,5 Litern. Das reicht locker für eine vierköpfige Familie." Er rechnete uns vor, dass wir bei durchschnittlicher Nutzung von dreimal pro Woche etwa 30 Prozent Strom gegenüber dem Backofen sparen könnten. Mein Mann, der Zahlenmensch in unserer Beziehung, hatte seinen Taschenrechner schon gezückt. „Bei unserem aktuellen Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde und wenn wir das Ding wirklich dreimal die Woche nutzen...", murmelte er vor sich hin und tippte wild auf dem Display herum.

Nach dem Kauf kam die erste Ernüchterung zu Hause. Das Gerät war größer als gedacht und wir mussten erstmal unsere Küche umorganisieren. Der Toaster wanderte in den Schrank, die Küchenwaage fand einen neuen Platz im Regal. „Jetzt muss sich das Ding aber auch lohnen", sagte ich zu meinem Mann, während wir die Bedienungsanleitung studierten. Die ersten Versuche waren, gelinde gesagt, durchwachsen. Die Pommes wurden zu trocken, das Hähnchen außen verbrannt und innen noch roh, die Gemüsechips labberig statt knusprig. Wir hätten fast aufgegeben, aber dann entdeckten wir online eine Community von Heißluftfritteusen-Enthusiasten, die ihre Rezepte und Tipps teilten.

Der Durchbruch kam mit einem simplen Trick, den uns eine Bloggerin verriet. Man muss das Gargut während des Kochens mindestens einmal wenden oder durchschütteln, damit die heiße Luft gleichmäßig zirkulieren kann. Außerdem sollte man nicht zu viel auf einmal hineingeben, sonst wird nichts richtig knusprig. Diese einfachen Regeln veränderten alles. Plötzlich gelangen uns perfekte Ofenkartoffeln in nur zwanzig Minuten, knuspriges Gemüse in fünfzehn Minuten und sogar ein kleiner Kuchen war möglich. Die Zeitersparnis war enorm. Während der Backofen für dieselben Kartoffeln mindestens vierzig Minuten plus Vorheizzeit gebraucht hätte, waren wir mit der Fritteuse in der Hälfte der Zeit fertig.

Besonders begeistert hat uns die Vielseitigkeit des Geräts. Morgens nutzen wir es für Brötchen, die in vier Minuten aufgebacken sind. Mittags garen wir Gemüse als Beilage, abends gibt es mal Fischstäbchen für die Kinder oder gegrilltes Gemüse für uns. Sogar Bacon zum Sonntagsfrühstück gelingt perfekt knusprig und das ganz ohne Fettspritzer auf dem Herd. Neulich haben wir sogar einen Auflauf darin gemacht, in einer kleinen feuerfesten Form, die genau hineinpasst. Der war in fünfundzwanzig Minuten fertig, im Backofen hätte das mindestens fünfundvierzig Minuten gedauert.

Die Stromersparnis macht sich tatsächlich bemerkbar, auch wenn sie nicht ganz so dramatisch ausfällt wie erhofft. Wir haben mal einen Monat lang genau Buch geführt und unseren Verbrauch dokumentiert. Bei durchschnittlich vier Nutzungen pro Woche und einer durchschnittlichen Garzeit von zwanzig Minuten verbraucht unsere Heißluftfritteuse etwa 1,9 Kilowattstunden pro Woche. Der Backofen hätte für dieselben Gerichte etwa 3,5 Kilowattstunden gebraucht. Das macht eine Ersparnis von 1,6 Kilowattstunden pro Woche, also etwa 83 Kilowattstunden im Jahr. Bei unserem Strompreis sind das immerhin 33 Euro Ersparnis pro Jahr. Nicht die Welt, aber es summiert sich.

Was wir unterschätzt hatten, war der psychologische Effekt. Dadurch, dass die Heißluftfritteuse so schnell einsatzbereit ist und weniger Strom verbraucht, nutzen wir sie viel häufiger als gedacht. Früher haben wir oft auf Fertiggerichte zurückgegriffen oder schnell was beim Lieferdienst bestellt, weil uns der Aufwand mit dem Backofen zu groß war. Jetzt werfen wir schnell ein paar Gemüsesticks und Hähnchennuggets in die Fritteuse und haben in zwanzig Minuten ein warmes Essen. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Geld für Lieferdienste und ist gesünder obendrein.

Ein interessanter Nebeneffekt ist auch die geringere Wärmeentwicklung in der Küche. Gerade im Sommer ist das ein echter Vorteil. Während der Backofen die ganze Küche aufheizt und wir dann zusätzlich noch den Ventilator anmachen müssen, bleibt es mit der Heißluftfritteuse angenehm kühl. Auch das spart indirekt Energie, weil wir keine zusätzliche Kühlung brauchen. Letzten August, bei über dreißig Grad Außentemperatur, war das ein Segen. Wir konnten trotzdem warme Mahlzeiten zubereiten, ohne dass die Küche zur Sauna wurde.

Die Reinigung ist ein weiterer Pluspunkt, den wir anfangs unterschätzt haben. Der Frittierkorb und die Schublade sind antihaftbeschichtet und lassen sich meist einfach mit warmem Wasser und etwas Spülmittel reinigen. Kein Schrubben von eingebrannten Backblechen mehr, kein Kratzen an Auflaufformen. Die meisten Teile können sogar in die Spülmaschine, wobei wir sie lieber von Hand spülen, damit die Beschichtung länger hält. Das spart Zeit und auch Wasser, denn ein großes Backblech in der Spülmaschine nimmt viel Platz weg und braucht einen extra Spülgang.

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt auch Gerichte, für die der klassische Backofen einfach besser geeignet ist. Eine große Pizza passt nicht in die Fritteuse, ein ganzes Hähnchen wird eng, und wenn wir für Gäste kochen, reicht die Kapazität oft nicht aus. Dann müssen wir in mehreren Durchgängen arbeiten oder doch den großen Ofen anschmeißen. Auch Brot backen funktioniert nur bedingt, kleine Brötchen ja, aber ein großer Laib wird nichts. Für Plätzchen in der Weihnachtszeit ist der Backofen ebenfalls unverzichtbar, da wollen wir gleich drei Bleche auf einmal backen.

Der Herd bleibt natürlich auch weiterhin im Einsatz, besonders für Gerichte, die Flüssigkeit brauchen. Suppen, Eintöpfe, Pasta, Reis – all das geht auf dem Herd einfach besser und oft auch energieeffizienter. Unser Induktionskochfeld ist ohnehin sehr sparsam, es erhitzt nur den Topfboden und nicht die Umgebung. Für kurze Garzeiten ist es unschlagbar. Spiegeleier, Pfannkuchen, ein schnelles Stir-Fry – da würden wir nie auf die Idee kommen, die Heißluftfritteuse anzuschmeißen. Die Kunst liegt in der cleveren Kombination aller verfügbaren Geräte.

Ein Punkt, der oft übersehen wird, ist die Lärmbelästigung. Die Heißluftfritteuse ist nicht gerade leise, das Gebläse macht schon ordentlich Krach. Anfangs hat uns das gestört, besonders wenn wir abends noch was zubereitet haben und die Kinder schon im Bett waren. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und planen unsere Kochzeiten entsprechend. Morgens, wenn sowieso alle wach sind, stört es niemanden. Abends nutzen wir sie seltener oder stellen sie in die Speisekammer, wo der Lärm gedämpft wird.

Die Anschaffungskosten sollte man auch nicht unterschätzen. Unser Modell hat 120 Euro gekostet, es gibt natürlich günstigere, aber auch deutlich teurere Varianten. Bei einer jährlichen Stromersparnis von 33 Euro amortisiert sich das Gerät rein rechnerisch erst nach etwa vier Jahren. Aber diese Rechnung greift zu kurz, denn sie berücksichtigt nicht die Zeitersparnis, die geringeren Kosten für Lieferdienste und die Tatsache, dass wir öfter selbst kochen. Wenn man all das einberechnet, hat sich die Anschaffung für uns schon im ersten Jahr gelohnt.

Inzwischen haben wir sogar überlegt, uns ein zweites, kleineres Modell anzuschaffen. Klingt verrückt, ich weiß, aber für Single-Portionen oder wenn nur einer von uns zu Hause isst, wäre ein Mini-Modell mit 1,5 Litern und nur 800 Watt noch sparsamer. Unsere Tochter, die gerade ausgezogen ist und in ihrer ersten eigenen Wohnung lebt, hat sich aufgrund unserer Empfehlung auch eine kleine Heißluftfritteuse gekauft. Für sie als Studentin ist es perfekt, schnell eine Portion Pommes oder ein paar Chicken Wings zu machen, ohne den großen Ofen ihrer WG-Küche blockieren zu müssen.

Was die verschiedenen Modelle angeht, haben wir mittlerweile einiges an Erfahrung gesammelt. Es gibt einfache Geräte mit Drehreglern für Zeit und Temperatur, aber auch digitale Varianten mit vorprogrammierten Einstellungen für verschiedene Gerichte. Wir haben uns für ein Mittelklasse-Modell mit Digital-Display entschieden, aber ehrlich gesagt nutzen wir die Automatikprogramme kaum. Nach ein paar Wochen Übung weiß man sowieso, dass Pommes bei 200 Grad etwa 15 bis 18 Minuten brauchen und Hähnchenbrust bei 180 Grad etwa 20 Minuten. Die teuren Modelle mit App-Steuerung und WLAN-Verbindung sind unserer Meinung nach überflüssiger Schnickschnack. Wer braucht schon eine App, um Pommes zu machen?

Die Kapazität ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl. Für uns als vierköpfige Familie sind 4,5 Liter gerade richtig, aber wir kennen befreundete Paare, denen 3 Liter völlig ausreichen. Größere Modelle mit 6 oder mehr Litern verbrauchen natürlich auch mehr Strom und brauchen länger, um auf Temperatur zu kommen. Hier gilt es, die goldene Mitte zu finden. Zu klein ist frustrierend, weil man ständig in mehreren Durchgängen arbeiten muss, zu groß ist Energieverschwendung.

Ein weiterer Aspekt, den wir erst mit der Zeit entdeckt haben, ist die Möglichkeit, verschiedene Ebenen zu nutzen. Es gibt Zubehör wie Grillroste, Backformen und sogar Spieße, mit denen man die Kapazität besser ausnutzen kann. Wir haben uns ein Set mit zwei Ebenen gekauft und können jetzt gleichzeitig unten Kartoffeln und oben Gemüse garen. Das spart nochmal Zeit und Energie. Allerdings muss man aufpassen, dass die Luftzirkulation nicht zu sehr behindert wird, sonst wird wieder nichts richtig knusprig.

Die Temperaturgenauigkeit war anfangs auch ein Thema. Wir haben mit einem Ofenthermometer nachgemessen und festgestellt, dass unsere Fritteuse etwa 10 Grad heißer wird als eingestellt. Das ist nicht dramatisch, aber gut zu wissen. Seitdem stellen wir immer 10 Grad weniger ein als im Rezept angegeben. Manche Geräte haben wohl das gegenteilige Problem und werden nicht heiß genug. Da lohnt es sich, vor dem Kauf Testberichte zu lesen oder im Bekanntenkreis nachzufragen.

Bezüglich der Haltbarkeit können wir nach einem Jahr Dauereinsatz sagen, dass unser Gerät noch einwandfrei funktioniert. Die Antihaftbeschichtung hat ein paar Kratzer abbekommen, weil die Kinder manchmal mit der Gabel im Korb herumstochern, aber das beeinträchtigt die Funktion nicht. Wichtig ist, dass man keine scharfen Gegenstände verwendet und die Beschichtung pfleglich behandelt. Wir nutzen nur Silikon- oder Holzwender und legen manchmal Backpapier unter, besonders bei klebrigen Sachen wie marinierten Hähnchen.

Der Stromverbrauch im Vergleich zu anderen Kochmethoden ist wirklich interessant. Wir haben mal eine kleine Tabelle erstellt, in der wir verschiedene Gerichte und ihren Energieverbrauch verglichen haben. Für 500 Gramm Pommes braucht die Heißluftfritteuse etwa 0,35 kWh, der Backofen 0,65 kWh und die klassische Fritteuse mit Öl sogar 0,8 kWh. Bei Hähnchenbrust sieht es ähnlich aus mit 0,4 kWh für die Heißluftfritteuse gegenüber 0,75 kWh im Backofen. Nur beim Reis kochen ist der Herd mit 0,2 kWh unschlagbar, da würde die Heißluftfritteuse keinen Sinn machen.

Die Vielseitigkeit der Rezepte hat uns wirklich überrascht. Anfangs dachten wir, das Ding sei nur für Pommes und Chicken Wings gut, aber mittlerweile machen wir alles Mögliche darin. Gestern gab es geröstete Kichererbsen als Snack, vorgestern einen kleinen Apfelkuchen, und am Wochenende wollen wir mal Donuts ausprobieren. Es gibt online tausende Rezepte speziell für Heißluftfritteusen, von gesunden Gemüsegerichten bis zu süßen Desserts. Unsere Kinder lieben besonders die selbstgemachten Chips aus Süßkartoffeln, Roter Beete oder sogar Grünkohl.

Ein unerwarteter Vorteil ist auch, dass wir weniger Öl verwenden. Für die meisten Gerichte reicht ein Teelöffel oder sogar nur ein Sprühstoß aus der Ölsprühflasche. Das ist nicht nur gesünder, sondern spart auch Geld. Eine Flasche gutes Olivenöl hält jetzt viel länger als früher. Und der Geschmack? Nach anfänglicher Skepsis müssen wir zugeben, dass vieles sogar besser schmeckt als aus dem Backofen. Die Kruste wird knuspriger, das Innere bleibt saftiger, und alles geht schneller.

Die Sicherheit ist ein weiterer Pluspunkt, besonders mit Kindern im Haus. Die Außenwände unserer Heißluftfritteuse werden zwar warm, aber nicht so heiß wie die Backofentür. Man kann sie während des Betriebs anfassen, ohne sich zu verbrennen. Der Korb hat einen Sicherheitsmechanismus, der verhindert, dass er herausfällt, wenn man die Schublade herauszieht. Und das automatische Abschalten, wenn man die Schublade öffnet, gibt zusätzliche Sicherheit. Unsere Kinder dürfen unter Aufsicht sogar selbst ihre Pommes machen, was ihnen großen Spaß macht und sie gleichzeitig den Umgang mit Küchengeräten lernen lässt.

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie gedacht, dass wir mal zu den Menschen gehören würden, die von ihrer Heißluftfritteuse schwärmen. Aber hier sind wir nun, und ich erzähle allen davon, die es hören wollen oder auch nicht. Letzte Woche beim Elternabend kam das Thema Energiesparen auf, und ich habe gleich von unseren Erfahrungen berichtet. Zwei andere Mütter haben sich daraufhin auch eine gekauft und sind begeistert. Es ist schon lustig, wie aus einem simplen Küchengerät eine kleine Revolution in der Küche werden kann.

Die Integration in unseren Alltag war erstaunlich reibungslos. Morgens, wenn es schnell gehen muss, werfe ich die Schulbrote kurz in die Fritteuse, damit sie warm und knusprig werden. Die Kinder lieben das. Mittags, wenn ich im Homeoffice bin, kann ich nebenbei schnell was Warmes zubereiten, ohne ständig am Herd stehen zu müssen. Einfach Gemüse und Fisch rein, Timer stellen, weiterarbeiten. Nach zwanzig Minuten piept es, und das Essen ist fertig. Das ist besonders praktisch bei Videokonferenzen, wo ich nicht plötzlich aufspringen kann, weil was überkocht.

Die Umstellung unserer Kochgewohnheiten ging Hand in Hand mit einem bewussteren Umgang mit Energie generell. Wir haben angefangen, auch bei anderen Geräten genauer hinzuschauen. Der Wasserkocher wird nur mit der benötigten Menge Wasser gefüllt, die Spülmaschine läuft nur voll beladen im Eco-Programm, und die Waschmaschine nutzen wir bevorzugt bei niedrigen Temperaturen. Es ist erstaunlich, wie ein kleines Gerät wie die Heißluftfritteuse einen zum Nachdenken über den gesamten Energieverbrauch bringen kann.

Besonders in der kalten Jahreszeit merken wir noch einen weiteren Vorteil. Während der große Backofen die Küche zwar aufheizt, was im Winter durchaus angenehm sein kann, verpufft diese Wärme oft ungenutzt. Die Heißluftfritteuse arbeitet viel effizienter und gezielter. Die gesparte Energie können wir lieber in eine gemütliche Raumtemperatur investieren, statt die Küche durch Kochen zu heizen. Apropos Heizen, das erinnert mich an unsere Diskussion über Energiesparen beim Heizen generell, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Blogbeitrag.

Was die Nachhaltigkeit angeht, haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht. Ein zusätzliches Elektrogerät zu kaufen, ist erstmal nicht besonders umweltfreundlich. Die Produktion verbraucht Ressourcen, der Transport verursacht Emissionen. Aber wenn man es langfristig betrachtet und wirklich regelmäßig nutzt, kann sich die Ökobilanz durchaus positiv entwickeln. Weniger Stromverbrauch bedeutet weniger CO2-Emissionen, besonders wenn man Ökostrom bezieht wie wir. Und die Tatsache, dass wir öfter selbst kochen und weniger Fertiggerichte kaufen, reduziert auch Verpackungsmüll.

Die sozialen Aspekte sind auch nicht zu unterschätzen. Seit wir die Heißluftfritteuse haben, kochen wir öfter gemeinsam als Familie. Die Kinder können einfache Gerichte selbst zubereiten, was ihr Selbstbewusstsein stärkt. Neulich hat unser Zwölfjähriger ganz allein Dinner für die Familie gemacht mit Hähnchenschenkeln, Kartoffelspalten und Brokkoli aus der Fritteuse. Er war so stolz, und wir waren beeindruckt. Das sind Momente, die unbezahlbar sind und die es ohne dieses Gerät vielleicht nicht gegeben hätte.

Manchmal fragen uns Freunde, ob wir die Anschaffung bereuen oder ob die Heißluftfritteuse nicht doch nur ein weiteres Küchengadget ist, das bald in der Ecke verstaubt. Nach einem Jahr intensiver Nutzung können wir das klar verneinen. Sie hat einen festen Platz in unserer Küche und unserem Alltag gefunden. Klar, die Revolution in der Küche, die manche Werbung verspricht, ist es nicht. Aber es ist ein wirklich praktisches Gerät, das Zeit und Energie spart und dabei hilft, sich gesünder zu ernähren.

Die Lernkurve sollte man allerdings nicht unterschätzen. Die ersten Wochen waren frustrierend, und wir haben einiges an Essen verschwendet, weil es misslungen ist. Aber mit etwas Übung und den richtigen Tipps aus der Online-Community wurde es immer besser. Jetzt, nach einem Jahr, gelingen uns die meisten Gerichte auf Anhieb. Wir haben unsere Lieblingsrezepte gefunden, die Garzeiten im Kopf und wissen genau, welche Temperatur für welches Gericht optimal ist.

Rückblickend war es eine gute Entscheidung, nicht gleich das teuerste Modell zu kaufen. Wir haben mit einem soliden Mittelklasse-Gerät angefangen und wissen jetzt genau, was uns wichtig ist und was nicht. Sollte unsere jetzige Fritteuse irgendwann den Geist aufgeben, wissen wir genau, worauf wir beim Nachfolger achten werden. Vielleicht ein etwas größeres Modell für Gäste, definitiv wieder mit digitaler Anzeige, aber ohne den ganzen Smart-Home-Schnickschnack.

Zum Abschluss noch ein paar konkrete Zahlen aus unserer persönlichen Stromkosten-Dokumentation. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir unseren Gesamtstromverbrauch um etwa 8 Prozent reduziert. Das liegt nicht nur an der Heißluftfritteuse, sondern an unserem insgesamt bewussteren Umgang mit Energie, aber sie hat definitiv ihren Anteil daran. Bei den aktuellen Strompreisen macht das immerhin eine Ersparnis von etwa 150 Euro im Jahr aus. Die Heißluftfritteuse allein spart uns, wie gesagt, etwa 33 Euro jährlich an Stromkosten. Dazu kommen die eingesparten Kosten für Lieferdienste, die sich auf mindestens 30 Euro monatlich belaufen, seit wir öfter selbst kochen.

Unser Fazit nach einem Jahr Heißluftfritteusen-Erfahrung fällt durchweg positiv aus. Ja, es ist ein weiteres Küchengerät, das Platz braucht. Ja, es macht Lärm. Ja, nicht alles gelingt darin besser als im Backofen oder auf dem Herd. Aber die Vorteile überwiegen deutlich. Die Zeitersparnis, der geringere Stromverbrauch, die Vielseitigkeit und die Tatsache, dass wir öfter und gesünder selbst kochen, machen die Anschaffung für uns zu einer der besten Kücheninvestitionen der letzten Jahre. Die Kombination aus Herd für schnelle Gerichte und Flüssiges, Heißluftfritteuse für kleine bis mittlere Portionen und Backofen für große Mengen und spezielle Gerichte funktioniert für uns perfekt.

Wer also überlegt, sich eine Heißluftfritteuse anzuschaffen, dem können wir nur raten: Macht es, aber mit realistischen Erwartungen. Es ist kein Wundergerät, das alle Probleme löst, aber ein wirklich praktischer Helfer im Alltag. Fangt mit einem soliden Mittelklasse-Modell an, gebt euch Zeit zum Üben und Experimentieren, und lasst euch von Misserfolgen nicht entmutigen. Nach ein paar Wochen werdet ihr euch fragen, wie ihr jemals ohne ausgekommen seid. Zumindest ging es uns so, und unsere Stromrechnung dankt es uns auch.

Für weitere Geschichten aus unserem Alltag, Energiespartipps und ehrliche Erfahrungsberichte mit Haushaltsprodukten, schaut gerne regelmäßig bei unserem Blog vorbei. Nächste Woche berichten wir übrigens von unseren Experimenten mit dem Schnellkochtopf und warum wir nach zwanzig Jahren Ehe endlich verstanden haben, wie man richtig heizt und lüftet. Bis dahin, lasst es euch schmecken, egal ob aus der Fritteuse, dem Ofen oder vom Herd!