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Versicherungen & Recht

Grauwasser im Eigenheim: Wie wir mit Duschwasser jedes Jahr über 300 € sparen

by Winterberg 2025. 8. 13.

Grauwasser-Anlagen im Eigenheim: Lohnt sich die Wiederaufbereitung von Duschwasser?

Seit dem 12. Januar 2026 müssen laut novellierter Trinkwasserverordnung sämtliche Bleileitungen in deutschen Wohngebäuden stillgelegt oder ausgetauscht sein – und während sich viele Eigenheimbesitzer:innen gerade mit ihren Rohrleitungen beschäftigen, rückt gleichzeitig eine ganz andere Frage in den Vordergrund: Was passiert eigentlich mit dem Wasser, das da durchfließt, nachdem wir es benutzt haben? In Freiburg im Breisgau hat der Gemeinderat Anfang 2026 ein kommunales Förderprogramm für dezentrale Grauwasseranlagen in Neubauten beschlossen – ein Pilotprojekt, das bundesweit Aufmerksamkeit erregt und die Debatte neu entfacht, ob sich die Aufbereitung von Duschwasser im Eigenheim tatsächlich rechnet. Und genau diese Frage haben wir uns am Küchentisch gestellt, als wir unsere eigenen Wasserrechnungen der letzten drei Jahre nebeneinandergelegt und gemerkt haben, dass wir mit vier Personen im Haushalt jedes Jahr knapp 180 Kubikmeter Trinkwasser verbrauchen – wovon gut die Hälfte als Grauwasser im Abfluss verschwindet, ohne jemals wirklich schmutzig gewesen zu sein.

Zuletzt aktualisiert: 5. Februar 2026

🔹 Worum es heute geht: Wir schauen uns an, ob Grauwasser-Anlagen im Eigenheim eine sinnvolle Investition sind – technisch, finanziell und ökologisch. 🔹 Was wir gelernt haben: Die Rechnung geht nicht für jeden Haushalt auf, aber unter bestimmten Bedingungen kann sich eine Anlage sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt lohnen. 🔹 Was Leser:innen davon haben: Konkrete Zahlen, eine ehrliche Kosten-Nutzen-Abwägung, rechtliche Rahmenbedingungen und einen Praxis-Leitfaden für alle, die mit dem Gedanken spielen.


Als wir vor ein paar Jahren angefangen haben, uns ernsthaft mit dem Thema Nachhaltigkeit im eigenen Zuhause zu beschäftigen, tauchte der Begriff Grauwasser zunächst eher am Rande auf. Wir hatten von Regenwasserzisternen gehört, von Solarthermie, von Wärmepumpen – aber dass man das Wasser aus der Dusche filtern und noch einmal für die Toilettenspülung verwenden kann, das war für uns damals Neuland. Mein Mann stand eines Abends in der Küche, zeigte mir einen Artikel auf dem Tablet und sagte: „Schau mal, da gibt es Leute, die haben ein Mini-Klärwerk im Keller." Ich musste lachen, aber der Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir nicht einmal genau, was Grauwasser überhaupt ist. Zur Einordnung: Grauwasser ist häusliches Abwasser, das beim Duschen, Baden, Händewaschen oder Wäschewaschen entsteht – also Wasser, das zwar leicht mit Seifenresten, Hautschuppen oder Pflegeprodukten verunreinigt ist, aber frei von Fäkalien und groben Speiseresten bleibt. Im Gegensatz dazu steht das sogenannte Schwarzwasser, also alles, was aus der Toilette kommt. Küchenabwasser wird wegen der höheren Belastung durch Fette und Speisereste in der Regel ebenfalls nicht als Grauwasser klassifiziert. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entfallen etwa 36 Prozent des häuslichen Trinkwasserverbrauchs auf den Bereich Körperpflege, weitere 12 Prozent auf das Wäschewaschen. Damit macht Grauwasser knapp die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt aus. (Beispielangabe – kann je nach Region und individuellem Nutzungsverhalten abweichen.)

In den ersten Tagen unserer Recherche haben wir festgestellt, dass die Technik hinter Grauwasseranlagen weniger kompliziert ist, als man zunächst denkt – aber die Installation durchaus ihre Tücken hat. Eine solche Anlage besteht im Kern aus zwei Tanks, einem Aufbereitungssystem und einem separaten Leitungsnetz. Das leicht verschmutzte Duschwasser fließt zunächst durch einen Grobfilter, der Haare und größere Partikel zurückhält. Im ersten Tank, dem Grauwasserspeicher, wird das Wasser biologisch vorgereinigt: Mikroorganismen bauen organische Stoffe wie Seifenreste und Öle ab. Anschließend passiert das Wasser einen feinen Membranfilter, der selbst Bakterien und Viren zurückhält. Je nach Anlage wird zusätzlich eine UV-Desinfektion eingesetzt. Das Ergebnis ist klares, geruchsfreies Betriebswasser, das zwar keine Trinkwasserqualität hat, aber bedenkenlos für die Toilettenspülung, die Gartenbewässerung und häufig sogar für die Waschmaschine verwendet werden kann. (Beispielangabe – die genaue Funktionsweise kann je nach Anbieter und Modell abweichen.)

Später haben wir gemerkt, dass der entscheidende Haken nicht die Technik selbst ist, sondern das zweite Rohrleitungssystem. Denn Trinkwasser- und Betriebswasserleitungen müssen nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und der DIN 1988 strikt voneinander getrennt sein. Das bedeutet: Wer eine Grauwasseranlage nachrüsten möchte, braucht komplett separate Zu- und Ableitungen für Toiletten, Waschmaschine und Gartenzapfstellen. In einem Neubau lässt sich das vergleichsweise einfach einplanen. Im Bestand hingegen wird es schnell teuer und baulich aufwändig – die Kosten für eine Nachrüstung können laut Branchenexperten auf das Doppelte der reinen Anlagenkosten steigen. (Beispielangabe – kann je nach Gebäude und Installationsbetrieb erheblich abweichen.) Alle Entnahmestellen für Nicht-Trinkwasser sind zudem gemäß DIN 2403 dauerhaft mit einem Schild „Kein Trinkwasser" oder einem entsprechenden Symbol zu kennzeichnen.

Was uns besonders überrascht hat, war die Anzeigepflicht. Viele Menschen wissen nicht, dass eine Grauwasseranlage vor der Inbetriebnahme sowohl beim zuständigen Wasserversorger als auch beim Gesundheitsamt angezeigt werden muss. Eine Genehmigung ist nach aktuellem Stand in Deutschland zwar in der Regel nicht erforderlich, aber die Anzeigepflicht besteht, und das Gesundheitsamt kann Auflagen erteilen. Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer für den Bereich Wasser und Abwasser im BDEW, betont, dass neben den technischen auch diverse bürokratische Anforderungen erfüllt werden müssen – denn beim Grauwasser herrschen strenge Hygienevorgaben. (Diese Angaben beziehen sich auf die allgemeine Rechtslage in Deutschland, Stand: 2026. Kommunale Regelungen können abweichen.)

Rückblickend betrachtet war die Kostenfrage für uns die härteste Nuss. Wir haben lange gerechnet, Angebote verglichen, uns von Installateuren beraten lassen. Die Anschaffungskosten für eine Grauwasseranlage in einem Einfamilienhaus beginnen bei etwa 5.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das separate Leitungsnetz, die Lieferung und die fachgerechte Installation. Im Bestand können die Gesamtkosten schnell bei 10.000 bis 15.000 Euro liegen. Im Neubau ist es günstiger, weil das zweite Rohrsystem von Anfang an eingeplant werden kann. (Beispielangabe – die tatsächlichen Kosten variieren stark nach Region, Anbieter und Gebäudezustand.)

Die laufenden Kosten sollte man ebenfalls nicht unterschätzen: Die Tanks müssen je nach Anlage etwa ein- bis dreimal jährlich von einem Fachbetrieb gereinigt werden, der Membranfilter ist in der Regel alle fünf Jahre fällig, und die Pumpe verbraucht Strom. Die Steuereinheit signalisiert nach etwa 10.000 Betriebsstunden – das entspricht ungefähr 14 Monaten reiner Aufbereitungszeit – die Durchführung einer Wartung, die ein bis zwei Arbeitsstunden in Anspruch nimmt. Wartungsverträge mit Fachfirmen können hier sinnvoll sein. (Beispielangabe – Wartungsintervalle und -kosten können je nach Hersteller und Nutzungsintensität abweichen.)

Mit der Zeit wurde uns klar, dass die Frage, ob sich eine Grauwasseranlage finanziell lohnt, ganz wesentlich von der Haushaltsgröße und den lokalen Wasserpreisen abhängt. Die Wasserpreise in Deutschland sind regional sehr unterschiedlich: Der durchschnittliche Kubikmeterpreis für Trinkwasser liegt 2025/2026 je nach Region zwischen 1,50 und 2,60 Euro, hinzu kommen Abwassergebühren in ähnlicher Größenordnung (Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg, Wasserpreisübersicht 2025, [Stand: 2026]). Insgesamt liegen die kombinierten Wasser- und Abwasserkosten damit häufig bei 3,50 bis 5,00 Euro pro Kubikmeter. In einigen Städten wie München können sie sogar deutlich darüber liegen. Ein Vier-Personen-Haushalt zahlt laut aktuellen Erhebungen durchschnittlich rund 515 Euro pro Jahr für Wasser und Abwasser – Tendenz steigend, da die Wasserpreise seit 2023 um durchschnittlich 13,5 Prozent gestiegen sind.

Dazu haben wir folgende Rechnung aufgestellt, die wir gerne teilen möchten:

KOSTEN-NUTZEN-VERGLEICH: GRAUWASSERANLAGE
(4-Personen-Haushalt, Neubau)
 
Trinkwasserersparnis pro Person/Tag: ca. 45–48 Liter
Ersparnis pro Haushalt/Jahr: ca. 65–70 m³
Wasserkosten (Ø 4,40 €/m³): ca. 285–310 €/Jahr
 
Anschaffung Anlage: ca. 5.000–6.000 €
Installation (Neubau): ca. 2.000–3.500 €
Jährl. Wartung + Strom: ca. 150–250 €
Filterwechsel (alle 5 J.): ca. 300–500 €
 
Netto-Ersparnis/Jahr (nach Wartung): ca. 80–160 €
Amortisation (Neubau): ca. 12–18 Jahre
Amortisation (Nachrüstung): ca. 20–30+ Jahre
 
Hinweis: Steigende Wasserpreise können die Amortisation deutlich verkürzen. Bei 6+ Personen rechnet es sich schneller.

(Alle Angaben sind Richtwerte und können je nach Region, Anbieter und individuellem Verbrauch abweichen. Stand: 2026.)

Wir haben diese Zahlen mit Alexander Steinfeldt von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online abgeglichen, der ähnliche Berechnungen bestätigt: Pro Person lassen sich jährlich bis zu 17.500 Liter Trinkwasser einsparen, was bei einem Vier-Personen-Haushalt rund 320 Euro pro Jahr an reinen Wasser- und Abwasserkosten ausmachen kann. Nach Abzug der laufenden Kosten bleibt die Amortisationszeit für ein Einfamilienhaus aber lang. (Beispielangabe – individuelle Einsparungen können abweichen.)

Einen Punkt, den wir fast übersehen hätten: Die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung (fbr) weist darauf hin, dass Grauwasseranlagen sich in Mehrfamilienhäusern mit 30 bis 60 Bewohnern deutlich schneller rechnen. Und es gibt noch einen Bonus, den viele übersehen – die Wärmerückgewinnung. Grauwasser aus der Dusche hat eine Temperatur von etwa 25 bis 35 Grad Celsius und enthält damit erhebliche Mengen thermischer Energie. Anlagen, die diese Wärme über einen Wärmeübertrager zurückgewinnen, können laut Pilotprojekten wie dem am Arnimplatz in Berlin aus 0,75 Kilowattstunden verbrauchter Energie zwischen 5 und 7 Kilowattstunden zurückholen. Das verbessert die Gesamtbilanz erheblich. (Beispielangabe – die tatsächliche Wärmerückgewinnung hängt von der Anlage und den Nutzungsbedingungen ab.)

In unserem Familienalltag hat sich gezeigt, dass der psychologische Effekt nicht zu unterschätzen ist. Seit wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, achten wir viel bewusster auf unseren Wasserverbrauch. Unsere Kinder fragen jetzt manchmal: „Wo fließt das Wasser hin, wenn ich mir die Hände wasche?" Das sind Momente, die unbezahlbar sind. Wir haben uns letztlich gegen eine sofortige Installation entschieden – unser Haus ist ein Altbau von 1987, und die Nachrüstkosten hätten den Rahmen gesprengt. Aber für den Fall, dass wir irgendwann neu bauen, steht eine Grauwasseranlage ganz oben auf unserer Liste.

Wichtig zu wissen ist auch der europäische Rahmen: Die EU-Verordnung 2020/741 über Mindestanforderungen an die Wasserwiederverwendung gilt seit dem 26. Juni 2023 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, also auch in Deutschland (Quelle: Europäisches Parlament und Rat, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32020R0741, Stand: 2026). Sie bezieht sich zwar primär auf die landwirtschaftliche Bewässerung, setzt aber ein klares Signal in Richtung Kreislaufwirtschaft beim Wasser. Die Europäische Kommission wird bis 2028 prüfen, ob sie die Verordnung auch auf urbane Nutzungen ausweitet. Bis Juni 2026 müssen die Mitgliedstaaten zudem erstmals einen Datensatz zur Überwachung der Umsetzung veröffentlichen. Das Umweltbundesamt (UBA) steht der Verordnung kritisch gegenüber und mahnt strengere nationale Standards an (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserwiederverwendung/eu-verordnung-zu-wasserwiederverwendung, Stand: 2026). (Diese Angaben beziehen sich auf die europäische und nationale Rechtslage. Änderungen sind möglich.)

Für die Regelung häuslicher Grauwasseranlagen ist insbesondere das Merkblatt DWA-M 277 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) maßgeblich, das in Zusammenarbeit mit der fbr und dem Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) entstanden ist. Es beschreibt die Grundlagen für Planung, Bau, Betrieb und Wartung von Grauwassernutzungsanlagen. Eine europäische Norm, die DIN EN 16941-2, befindet sich in Bearbeitung und soll perspektivisch auch Nachweispflichten für die Wasserqualität einführen. (Beispielangabe – der aktuelle Stand der Normung kann abweichen.)

Der BUND Naturschutz empfiehlt Grauwasser-Recyclingsysteme ausdrücklich als Teil eines nachhaltigen Wasserkonzepts und verweist auf die Möglichkeit, damit bis zur Hälfte der Wasser- und Abwasserkosten einzusparen (Quelle: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/wasser-im-haushalt/wasser-sparen, Stand: 2026). Auch die Kombination mit Regenwassernutzung wird dort als sinnvolle Ergänzung beschrieben. (Angabe bezieht sich auf allgemeine Empfehlungen. Individuelle Ergebnisse können abweichen.)

Was wir jedem raten, der sich ernsthaft mit dem Thema befasst: Sprecht mit eurem lokalen Wasserversorger und der Gemeinde. In einigen Städten und Gemeinden gibt es tatsächlich Zuschüsse für Grauwassernutzungsanlagen. Die Stadt Bremen etwa unterstützt die Neuinstallation und Nachrüstung solcher Anlagen finanziell. Es lohnt sich, bei der zuständigen Umweltbehörde nachzufragen. Und: Wer eine Grauwasseranlage plant, sollte unbedingt einen Fachbetrieb mit Erfahrung in diesem Bereich beauftragen. Die Installation erfordert ein Übergabeprotokoll und eine schriftliche Betriebsanleitung – der ausführende Betrieb muss den Betreiber mündlich in den ordnungsgemäßen Betrieb einweisen. (Beispielangabe – kommunale Förderprogramme können sich ändern oder auslaufen.)


Grauwasseranlage planen – 6 Schritte zum Erfolg

Schritt 1 – Bedarf ermitteln: Zählen Sie die Personen im Haushalt und schätzen Sie den täglichen Grauwasseranfall. Faustregel: 50 bis 60 Liter pro Person und Tag aus Dusche, Bad und Waschmaschine.

Schritt 2 – Anzeigepflicht klären: Informieren Sie sich bei Ihrem örtlichen Wasserversorger und dem Gesundheitsamt über die geltenden Meldepflichten und mögliche Auflagen. In manchen Kommunen gibt es auch Förderprogramme.

Schritt 3 – Fachbetrieb beauftragen: Lassen Sie sich von mindestens zwei spezialisierten Installationsbetrieben beraten und vergleichen Sie Angebote. Achten Sie auf Referenzen und Erfahrung mit Grauwassersystemen.

Schritt 4 – Rohrleitungssystem planen: Im Neubau das separate Leitungsnetz frühzeitig in die Planung einbeziehen. Im Bestand prüfen, ob eine Nachrüstung baulich und finanziell realistisch ist.

Schritt 5 – Installation und Abnahme: Der Fachbetrieb erstellt ein Übergabeprotokoll, liefert eine schriftliche Betriebsanleitung und weist Sie in den Betrieb ein. Alle Betriebswasser-Entnahmestellen müssen als „Kein Trinkwasser" gekennzeichnet werden.

Schritt 6 – Wartung sichern: Schließen Sie einen Wartungsvertrag ab oder planen Sie regelmäßige Inspektionen fest ein. Prüfen Sie den Grobfilter alle vier Wochen, lassen Sie die Gesamtanlage etwa alle 14 Monate professionell warten.


Musterbrief: Anfrage beim Gesundheitsamt zur Anzeige einer Grauwasseranlage

[Ihr Name und Adresse] [Datum]

Betreff: Anzeige der geplanten Installation einer Grauwassernutzungsanlage gemäß Trinkwasserverordnung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit zeige ich die geplante Installation einer Grauwassernutzungsanlage in meinem Wohngebäude an der Adresse [Ihre Adresse] an. Die Anlage soll Grauwasser aus [Dusche/Bad/Waschmaschine] aufbereiten und als Betriebswasser für [Toilettenspülung/Gartenbewässerung] nutzen. Ich bitte um Mitteilung, ob für mein Vorhaben besondere Auflagen oder Genehmigungen erforderlich sind, und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen, [Ihr Name]


Ein Aspekt, über den wir auch viel gesprochen haben, ist die ökologische Dimension jenseits der reinen Kostenrechnung. Deutschland verbraucht zwar nur etwa 17 Prozent der verfügbaren Trinkwasserressourcen – ein Wert, der im europäischen Vergleich niedrig ist. Das führt paradoxerweise sogar dazu, dass manche Wasserwerke die Leitungen regelmäßig mit frischem Trinkwasser durchspülen müssen, damit die Hygienestandards eingehalten werden. Dennoch: Regional nimmt der Druck auf die Wasserressourcen spürbar zu. Die Sommer der letzten Jahre haben gezeigt, dass auch in Deutschland Trockenperioden zunehmen, Grundwasserspiegel sinken und die Nachfrage in Spitzenzeiten kritische Werte erreichen kann. Wer Grauwasser recycelt, reduziert nicht nur den eigenen Trinkwasserverbrauch, sondern entlastet auch die Kanalisation und die kommunalen Kläranlagen. Bei der Gartenbewässerung, die laut Schätzungen in manchen Haushalten bis zu 80.000 Liter pro Saison verschlingen kann, ist der Effekt besonders deutlich spürbar. Und das aufbereitete Wasser hat einen zusätzlichen Vorteil: Es enthält weniger Kalk als Trinkwasser, was Toiletten sauberer hält und Waschmaschinen schont. (Beispielangabe – ökologische und praktische Effekte können je nach Standort und Nutzung variieren.)

Manchmal, wenn ich abends unter der Dusche stehe und das warme Wasser über meine Schultern läuft, denke ich daran, dass diese 50 Liter gleich einfach im Kanal verschwinden. Es ist kein dramatisches Gefühl – eher ein leises Bedauern. Und die Gewissheit, dass es eigentlich schon eine technische Lösung gibt, die wir nur noch nicht umgesetzt haben. Vielleicht beim nächsten Haus. Vielleicht auch schon früher, wenn die Wasserpreise weiter steigen. Was wir auf jeden Fall mitnehmen: Sich mit dem eigenen Wasserverbrauch zu beschäftigen, lohnt sich – egal ob mit oder ohne Grauwasseranlage.


Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine Genehmigung, um eine Grauwasseranlage in meinem Eigenheim zu installieren?

Das haben wir uns auch gefragt, und die Antwort hat uns überrascht: Eine formelle Baugenehmigung ist in Deutschland in der Regel nicht erforderlich. Allerdings besteht eine Anzeigepflicht – und die sollte man ernst nehmen. Vor dem Einbau sollte die Anlage sowohl beim zuständigen Wasserversorger als auch beim Gesundheitsamt angemeldet werden. Das Gesundheitsamt kann durchaus Auflagen erteilen, etwa hinsichtlich der Kennzeichnung der Entnahmestellen oder der regelmäßigen Wartung. Die genauen Regelungen können von Kommune zu Kommune variieren, weshalb wir empfehlen, sich frühzeitig bei der örtlichen Behörde zu informieren. (Diese Angaben beziehen sich auf die allgemeine Rechtslage in Deutschland, Stand: 2026. Kommunale Regelungen können abweichen.)

Wie viel Wasser und Geld kann ich mit einer Grauwasseranlage tatsächlich sparen?

Das hängt natürlich stark davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben und wie hoch die lokalen Wasserpreise sind. Als Faustregel gilt: Pro Person fallen täglich etwa 50 bis 60 Liter Grauwasser an, von denen sich rund 80 Prozent aufbereiten lassen. Bei einem Vier-Personen-Haushalt kann das jährlich bis zu 70 Kubikmeter Trinkwasser einsparen. Bei einem kombinierten Wasser- und Abwasserpreis von durchschnittlich 4,40 Euro pro Kubikmeter (Stand: 2025/2026) entspricht das einer Ersparnis von rund 285 bis 310 Euro im Jahr – vor Abzug der laufenden Kosten für Strom und Wartung. Die reine Amortisation der Anlage dauert im Einfamilienhaus erfahrungsgemäß 12 bis 18 Jahre im Neubau und deutlich länger bei einer Nachrüstung. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Ist das aufbereitete Wasser hygienisch unbedenklich?

Das war eine unserer größten Sorgen, besonders mit kleinen Kindern im Haus. Die Antwort lautet: Ja, sofern die Anlage fachgerecht installiert, regelmäßig gewartet und bestimmungsgemäß betrieben wird. Hersteller garantieren in der Regel eine Betriebswasserqualität, die sich an der EU-Richtlinie für Badegewässer orientiert. Durch die Kombination aus biologischer Reinigung, Membranfiltration und gegebenenfalls UV-Desinfektion werden Bakterien, Viren und organische Stoffe zuverlässig entfernt. Wichtig ist aber: Das Betriebswasser darf keinesfalls als Trinkwasser verwendet werden, und die strikte Trennung der Leitungssysteme ist absolut elementar. Der Membranfilter sollte alle fünf Jahre ausgetauscht werden, und der Grobfilter sollte alle vier Wochen einer Sichtprüfung unterzogen werden. (Beispielangabe – die tatsächliche Wasserqualität hängt von der Anlage und deren Betrieb ab.)

Kann ich eine Grauwasseranlage auch in einem Altbau nachrüsten?

Technisch ist das grundsätzlich möglich, aber es ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Hauptproblem ist das separate Rohrleitungssystem: Um Trink- und Betriebswasser strikt zu trennen, müssen neue Leitungen verlegt werden, was in einem bestehenden Gebäude oft bedeutet, Wände und Böden zu öffnen. Die Kosten für eine Nachrüstung können auf das Doppelte bis Dreifache einer Neuinstallation steigen. Fachleute raten daher häufig, eine Grauwasseranlage vor allem dann in Betracht zu ziehen, wenn ohnehin eine größere Sanierung ansteht. Wer einen Neubau plant, hat einen klaren Vorteil. (Beispielangabe – die Machbarkeit hängt vom individuellen Gebäude ab.)


Quellen und weiterführende Links:

 

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