
Letzten Sommer saß ich mit meiner Frau Anna am Küchentisch, als draußen plötzlich ein surrendes Geräusch ertönte. Durchs Küchenfenster sahen wir, wie unser Nachbar Thomas seine nagelneue Drohne steigen ließ – ein beeindruckendes Ding mit vier Rotoren und einer Kamera, die aussah wie ein kleines Auge. „Die hat bestimmt 800 Euro gekostet", murmelte Anna, während wir beide fasziniert zusahen, wie das Gerät elegant über die Gartenzäune schwebte. Was wir damals noch nicht wussten: Thomas flog seine Drohne ohne die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Das erfuhren wir erst drei Wochen später, als das teure Spielzeug in die Windschutzscheibe von Herrn Müllers nagelneuen Golf krachte.
Die Geschichte mit Thomas und seiner Drohne hat uns nachdenklich gemacht. Wir hatten selbst schon länger mit dem Gedanken gespielt, uns so ein Fluggerät zuzulegen – Anna wollte damit Luftaufnahmen von unserem Garten machen, und ich fand die Technik einfach faszinierend. Aber nach dem Vorfall bei den Müllers haben wir uns erstmal hingesetzt und recherchiert, was man eigentlich alles beachten muss, wenn man in Deutschland eine Drohne fliegen lassen möchte. Dabei sind wir auf erstaunlich viele Dinge gestoßen, von denen wir vorher keine Ahnung hatten.
Seit 2017 gilt in Deutschland nämlich eine klare Regelung: Jeder, der eine Drohne besitzt und fliegen lässt, braucht zwingend eine Haftpflichtversicherung. Das ist keine Empfehlung oder ein netter Tipp – es ist gesetzlich vorgeschrieben, und das aus gutem Grund. Eine Drohne ist im Grunde ein fliegendes Risiko. Sie kann abstürzen, außer Kontrolle geraten oder durch Windböen abgetrieben werden. Selbst erfahrene Piloten sind nicht vor Unfällen gefeit. Thomas hatte Glück, dass die Müllers so verständnisvoll waren und die Sache über seine normale Haftpflicht regeln konnten – allerdings musste er einen saftigen Aufschlag zahlen, weil Drohnen dort eigentlich nicht mitversichert waren.
Als wir uns näher mit dem Thema Drohnenversicherung beschäftigt haben, wurde uns schnell klar, warum der Gesetzgeber hier so streng ist. Ein Bekannter von Anna, der bei einer Versicherungsgesellschaft arbeitet, hat uns ein paar Schadensfälle erzählt, die einem wirklich die Augen öffnen. Da war zum Beispiel der Fall einer Hobby-Pilotin aus Hamburg, deren Drohne durch einen technischen Defekt außer Kontrolle geriet und direkt in eine Gruppe Fahrradfahrer stürzte. Zwei Personen wurden verletzt, eines der Fahrräder war komplett hinüber, und die Behandlungskosten summierten sich auf mehrere tausend Euro. Oder der Fall aus München, wo eine Drohne auf ein geparktes Cabrio fiel und das Stoffverdeck komplett zerfetzte – Schaden: 3.500 Euro. Solche Geschichten machen einem bewusst, dass diese kleinen Fluggeräte durchaus ernsthafte Schäden verursachen können.
Was viele Drohnenbesitzer nicht wissen – und Thomas wusste es auch nicht – ist, dass die normale private Haftpflichtversicherung in den meisten Fällen Drohnen explizit ausschließt. Wir haben daraufhin mal in unseren eigenen Versicherungsunterlagen nachgeschaut. Tatsächlich, da stand es schwarz auf weiß: „Nicht versichert sind Schäden durch Luftfahrzeuge aller Art." Anna meinte dazu trocken: „Na toll, und ich dachte immer, unsere Haftpflicht deckt alles ab." Diese Erkenntnis war für uns beide ein echter Augenöffner. Man denkt ja oft, mit einer guten Haftpflichtversicherung ist man rundum geschützt, aber bei genauem Hinsehen gibt es doch einige Lücken.
Die Lösung für dieses Problem ist entweder eine separate Drohnenversicherung oder ein zusätzlicher Baustein zur bestehenden Haftpflicht. Wir haben uns verschiedene Angebote angeschaut und waren überrascht, wie erschwinglich das eigentlich ist. Die meisten Versicherungen verlangen zwischen 30 und 70 Euro pro Jahr – das ist wirklich nicht die Welt, wenn man bedenkt, welche Schäden eine außer Kontrolle geratene Drohne anrichten kann. Bei unserer Recherche haben wir auch festgestellt, dass die Preise stark davon abhängen, wie schwer die Drohne ist und ob man sie privat oder gewerblich nutzt. Für private Nutzer mit einer Drohne unter 5 Kilogramm gibt es oft schon Policen für um die 40 Euro jährlich.
Interessant wurde es, als wir uns die verschiedenen Versicherungsangebote genauer angeschaut haben. Manche Versicherer bieten Pakete an, die nicht nur Haftpflichtschäden abdecken, sondern auch die Drohne selbst versichern – quasi eine Art Kaskoversicherung für Fluggeräte. Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn man eine teure Drohne besitzt. Thomas hätte sich wahrscheinlich geärgert, wenn seine 800-Euro-Drohne bei dem Unfall komplett zerstört worden wäre und er auf den Kosten sitzen geblieben wäre. Andere Versicherungen bieten spezielle Tarife für Drohnenpiloten an, die ihre Geräte gewerblich nutzen, etwa für Luftaufnahmen bei Hochzeiten oder Immobilienbesichtigungen. Diese Tarife sind naturgemäß teurer, decken aber auch höhere Schadenssummen ab.
Ein Punkt, der uns bei unserer Recherche besonders aufgefallen ist: Die Versicherungspflicht gilt ab dem ersten Gramm Fluggewicht. Es spielt also keine Rolle, ob man eine kleine Spielzeugdrohne für 50 Euro oder ein professionelles Fluggerät für mehrere tausend Euro besitzt – versichert sein muss beides. Das hat uns zunächst überrascht, macht aber Sinn, wenn man darüber nachdenkt. Auch eine kleine, leichte Drohne kann erhebliche Schäden verursachen, wenn sie zum Beispiel jemandem ins Gesicht fliegt oder ein Auto zum Ausweichen zwingt.
Bei einem gemütlichen Abendessen mit Freunden kam das Thema Drohnen und Versicherungen dann nochmal auf den Tisch. Unser Freund Martin, der selbst seit Jahren hobbymäßig Drohnen fliegt, erzählte uns von seinen Erfahrungen. „Am Anfang habe ich das auch nicht so ernst genommen", gab er zu. „Ich dachte, was soll schon passieren, ich fliege ja nur über Felder und Wiesen." Dann erzählte er von einem Vorfall, bei dem seine Drohne durch einen plötzlichen Windstoß abgetrieben wurde und beinahe auf einer vielbefahrenen Straße gelandet wäre. „In dem Moment wurde mir klar, wie schnell etwas passieren kann, auch wenn man vorsichtig ist", sagte er. Seitdem hat er nicht nur eine Versicherung, sondern achtet auch penibel darauf, nur in erlaubten Gebieten zu fliegen und alle Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Drohnenflüge in Deutschland sind übrigens ziemlich komplex. Neben der Versicherungspflicht gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Vorschriften, die man beachten muss. Drohnen über 250 Gramm müssen zum Beispiel registriert werden, und der Pilot braucht einen Drohnenführerschein – offiziell heißt das „EU-Kompetenznachweis". Anna und ich haben uns die Prüfungsfragen mal angeschaut und waren erstaunt, wie umfangreich das Ganze ist. Man muss nicht nur die Luftverkehrsregeln kennen, sondern auch Wissen über Meteorologie, Technik und Datenschutz nachweisen. „Das ist ja fast wie eine richtige Führerscheinprüfung", meinte Anna kopfschüttelnd.
Besonders heikel wird es beim Thema Datenschutz und Privatsphäre. Moderne Drohnen sind oft mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, die gestochen scharfe Bilder und Videos aufnehmen können. Das ist toll für Landschaftsaufnahmen, kann aber schnell problematisch werden, wenn man über bewohntes Gebiet fliegt. Unser Nachbar Thomas hat uns erzählt, dass er einmal Post von einem Anwalt bekommen hat, weil jemand sich durch seine Drohnenflüge belästigt gefühlt hat. „Dabei habe ich nur meinen eigenen Garten von oben filmen wollen", sagte er. Das Problem war, dass auf den Aufnahmen auch die Nachbargrundstücke zu sehen waren, und eine Nachbarin fühlte sich in ihrer Privatsphäre verletzt. Zum Glück konnte die Sache gütlich geklärt werden, aber es zeigt, wie sensibel das Thema ist.
Die Versicherung deckt übrigens auch solche Fälle ab – zumindest wenn es zu Schadenersatzforderungen kommt. Ein Versicherungsexperte, mit dem wir gesprochen haben, erklärte uns, dass Persönlichkeitsrechtsverletzungen durchaus zu den versicherten Risiken gehören können. „Wenn jemand Sie verklagt, weil Sie mit Ihrer Drohne unerlaubt Aufnahmen gemacht haben, prüft die Versicherung den Fall und übernimmt gegebenenfalls die Kosten", sagte er. Allerdings wies er auch darauf hin, dass vorsätzliche Verstöße gegen Gesetze natürlich nicht versichert sind. Wer also bewusst in verbotenen Zonen fliegt oder absichtlich die Privatsphäre anderer verletzt, muss mit den Konsequenzen leben.
Ein weiterer Aspekt, den viele unterschätzen, sind die möglichen Schäden durch Abstürze auf Privateigentum. Eine Bekannte von uns, die in der Nähe eines Parks wohnt, hat uns erzählt, dass regelmäßig Drohnen in ihrem Garten landen. „Die meisten Piloten sind sehr nett und entschuldigen sich", sagte sie, „aber einmal hat eine Drohne beim Absturz meine Rosenbeete zerstört und ein Loch in den Gartenpavillon gerissen." Der Schaden belief sich auf mehrere hundert Euro. Glücklicherweise hatte der Drohnenpilot eine Versicherung, die den Schaden problemlos übernahm. Ohne Versicherung hätte es wahrscheinlich Streit gegeben, und im schlimmsten Fall wäre die Sache vor Gericht gelandet.
Aus unseren Gesprächen mit verschiedenen Drohnenpiloten haben wir auch erfahren, dass die meisten Unfälle nicht durch technisches Versagen, sondern durch menschliche Fehler passieren. Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Unachtsamkeit oder schlicht Unwissenheit über die örtlichen Gegebenheiten sind die häufigsten Ursachen. Ein erfahrener Drohnenpilot, den wir auf einem Drohnentreffen kennengelernt haben, sagte uns: „Die gefährlichsten Piloten sind die, die denken, sie könnten alles, nur weil sie ein paar Mal geflogen sind." Er selbst fliegt seit über zehn Jahren und hat trotzdem schon mehrere Beinahe-Unfälle erlebt. „Einmal bin ich fast in eine Hochspannungsleitung geflogen, weil ich sie in der Abendsonne nicht gesehen habe", erzählte er. Solche Geschichten machen einem bewusst, wie wichtig eine gute Versicherung ist.
Die Schadensfälle, von denen wir gehört haben, reichen von harmlosen Kratzern bis zu ernsthaften Verletzungen. Ein Versicherungsmitarbeiter erzählte uns von einem Fall, bei dem eine Drohne in ein Fußballstadion während eines Spiels abstürzte. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber der Imageschaden für den Piloten und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen waren erheblich. In einem anderen Fall flog eine Drohne in die Frontscheibe eines fahrenden Autos, was zu einem Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen führte. Die Gesamtschadenssumme lag im sechsstelligen Bereich. „Solche Fälle sind zum Glück selten", sagte der Versicherungsmitarbeiter, „aber wenn sie passieren, ist man ohne Versicherung ruiniert."
Nachdem wir all diese Informationen gesammelt hatten, war für Anna und mich klar: Wenn wir uns eine Drohne zulegen, dann nur mit der entsprechenden Versicherung. Wir haben uns schließlich für ein Einsteigermodell entschieden – nichts Besonderes, aber mit einer guten Kamera ausgestattet und stabil im Flug. Die Versicherung haben wir gleich mit abgeschlossen, ein Jahresbeitrag von 45 Euro für eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro. Das mag viel klingen, aber wenn man bedenkt, welche Schäden möglich sind, ist es eher das Minimum.
Unsere ersten Flugversuche waren, ehrlich gesagt, ziemlich holprig. Trotz der ganzen Theorie und YouTube-Tutorials ist es doch etwas anderes, wenn man selbst die Fernsteuerung in der Hand hält. Bei meinem ersten Flug hätte ich die Drohne fast in unseren Apfelbaum gesteuert – Anna hat mich gerade noch gewarnt. „Siehst du", sagte sie grinsend, „gut, dass wir versichert sind." Nach ein paar Wochen Übung wurden wir sicherer, aber der Respekt vor der Technik und den möglichen Gefahren ist geblieben.
Ein interessanter Punkt, der uns bei unseren Flügen aufgefallen ist: Viele Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Drohnen. Manche sind fasziniert und wollen alles darüber wissen, andere fühlen sich sofort beobachtet und werden ungehalten. Wir haben gelernt, immer erst zu fragen, wenn wir in der Nähe von anderen Menschen fliegen wollen, und erklären auch gerne, was wir vorhaben. Diese Transparenz hat schon manche kritische Situation entschärft. Einmal wollte Anna Aufnahmen von einem alten Bauernhof machen, und die Besitzerin war erst sehr skeptisch. Als Anna ihr aber die Kamera zeigte und erklärte, dass sie die Aufnahmen für einen Fotowettbewerb braucht, war die Dame begeistert und hat uns sogar Kaffee angeboten.
Die Versicherungsfrage hat uns auch dazu gebracht, über andere Risiken in unserem Alltag nachzudenken. Wir haben unsere gesamten Versicherungen mal durchgesehen und dabei einige Lücken entdeckt. Zum Beispiel war unser Fahrrad nicht in der Hausratversicherung eingeschlossen, und die Deckungssumme unserer privaten Haftpflicht war auch eher niedrig angesetzt. „Wenn wir schon dabei sind", meinte Anna, „können wir auch gleich alles auf den neuesten Stand bringen." So wurde aus der Drohnenversicherung eine komplette Überprüfung unserer Absicherung.
Besonders spannend fanden wir die Entwicklung der Drohnentechnologie und wie die Versicherungsbranche darauf reagiert. Ein Versicherungsexperte erklärte uns, dass die Branche ständig neue Risiken bewerten muss. „Vor zehn Jahren hätte niemand gedacht, dass wir mal Versicherungen für private Drohnen anbieten würden", sagte er. Heute ist es Standard, und die Produkte werden immer ausgefeilter. Es gibt mittlerweile sogar Versicherungen, die per App funktionieren – man kann die Drohne für einzelne Flüge versichern und zahlt nur für die tatsächliche Flugzeit. Das ist besonders für Gelegenheitspiloten interessant, die nur ab und zu fliegen.
Ein Thema, das in Zukunft noch wichtiger werden wird, ist die Versicherung von autonomen Drohnen. Schon heute gibt es Drohnen, die selbstständig fliegen können, und die Technik wird immer besser. Die Frage ist: Wer haftet, wenn eine autonome Drohne einen Schaden verursacht? Der Besitzer, der Hersteller oder der Programmierer der Software? Diese Fragen sind noch nicht abschließend geklärt, aber die Versicherungsbranche arbeitet bereits an Lösungen. Ein Jurist, mit dem wir gesprochen haben, meinte: „Das wird die nächste große Herausforderung im Versicherungsrecht."
Für uns persönlich hat die Beschäftigung mit dem Thema Drohnenversicherung auch einen anderen Effekt gehabt: Wir sind viel bewusster geworden, was Risiken angeht. Früher hätten wir wahrscheinlich einfach eine Drohne gekauft und losgelegt, ohne groß nachzudenken. Heute wissen wir, dass hinter jedem Hobby auch Verantwortung steckt. Das gilt nicht nur für Drohnen, sondern für viele Bereiche des Lebens. Anna hat es mal so formuliert: „Eine gute Versicherung ist wie ein Sicherheitsnetz – man hofft, es nie zu brauchen, aber wenn man es braucht, ist man froh, dass es da ist."
Die Kosten für eine Drohnenversicherung sind wirklich überschaubar, besonders wenn man sie ins Verhältnis zu den möglichen Schäden setzt. Wir zahlen mehr für unsere Netflix-Mitgliedschaft als für die Drohnenversicherung, und das eine schützt nur vor Langeweile, das andere vor dem finanziellen Ruin. Diese Perspektive hat uns geholfen, die Ausgabe nicht als lästige Pflicht, sondern als sinnvolle Investition zu sehen.
Ein weiterer Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist die psychologische Wirkung einer guten Versicherung. Wenn man weiß, dass man abgesichert ist, fliegt man entspannter und macht dadurch wahrscheinlich auch weniger Fehler. Unser Nachbar Thomas hat das nach seinem Unfall auch gemerkt. „Früher war ich beim Fliegen immer etwas angespannt, weil ich Angst hatte, etwas kaputt zu machen", erzählte er. „Jetzt, mit der richtigen Versicherung, kann ich das Hobby viel mehr genießen." Natürlich bedeutet das nicht, dass man leichtsinnig werden sollte, aber die Grundanspannung ist weg.
Interessant war auch zu erfahren, wie unterschiedlich die Versicherungsbedingungen in verschiedenen Ländern sind. Ein Freund von uns, der oft geschäftlich in die USA reist, wollte seine Drohne mitnehmen. Er musste feststellen, dass seine deutsche Versicherung dort nicht gilt und er eine zusätzliche Versicherung für die USA abschließen musste. „Das war mir vorher gar nicht klar", sagte er. „Ich dachte, Versicherung ist Versicherung." Diese Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, sich vor Reisen ins Ausland über die dortigen Bestimmungen zu informieren.
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und damit auch die Risiken. Neue Drohnenmodelle können höher und weiter fliegen, haben längere Akkulaufzeiten und sind mit immer besseren Kameras ausgestattet. Das erweitert die Möglichkeiten, aber auch die potenziellen Gefahren. Eine Drohne, die mehrere Kilometer weit fliegen kann, kann auch mehrere Kilometer vom Piloten entfernt abstürzen. Die Versicherungen passen ihre Produkte ständig an diese neuen Gegebenheiten an. Manche bieten jetzt zum Beispiel spezielle Tarife für Langstreckendrohnen an, andere haben Pakete für Drohnen mit Wärmebildkameras im Angebot.
Wir haben auch gelernt, dass es verschiedene Arten von Schäden gibt, die eine Drohne verursachen kann. Da sind einmal die direkten Sachschäden – zerkratzte Autos, zerbrochene Fenster, beschädigte Dächer. Dann gibt es Personenschäden, die von kleinen Schnittwunden bis zu ernsthaften Verletzungen reichen können. Und schließlich die immateriellen Schäden wie Verletzung der Privatsphäre oder Störung von Veranstaltungen. Eine gute Drohnenversicherung sollte all diese Bereiche abdecken. Bei unserer Recherche haben wir festgestellt, dass nicht alle Versicherungen gleich sind. Manche haben Ausschlüsse für bestimmte Schadensarten oder begrenzen die Deckung auf bestimmte Fluggebiete.
Ein Punkt, der uns besonders wichtig war: die Abwicklung im Schadensfall. Wir haben mit mehreren Drohnenpiloten gesprochen, die schon mal einen Schaden bei ihrer Versicherung melden mussten. Die Erfahrungen waren gemischt. Manche Versicherungen reagieren schnell und unbürokratisch, andere lassen sich Zeit und verlangen unzählige Dokumente. Ein Pilot erzählte uns: „Ich hatte einen kleinen Schaden von 200 Euro, und die Versicherung wollte Fotos, Zeugenaussagen, eine technische Untersuchung der Drohne und einen detaillierten Unfallbericht. Am Ende habe ich mehr Zeit mit dem Papierkram verbracht, als der Schaden wert war." Solche Geschichten haben uns darin bestärkt, bei der Wahl der Versicherung nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Servicequalität zu achten.
Die gesellschaftliche Akzeptanz von Drohnen ist ein weiteres Thema, das indirekt mit der Versicherungsfrage zusammenhängt. Je mehr Unfälle und Zwischenfälle es gibt, desto kritischer wird die Öffentlichkeit. Eine gut funktionierende Versicherungspflicht trägt dazu bei, dass Geschädigte schnell und unkompliziert entschädigt werden, was wiederum die Akzeptanz erhöht. Ein Vertreter eines Drohnenverbandes sagte uns: „Die Versicherungspflicht war am Anfang umstritten, aber mittlerweile sehen die meisten Piloten sie als sinnvoll an. Sie schützt nicht nur die Geschädigten, sondern auch das Image unseres Hobbys."
Für gewerbliche Drohnenpiloten ist die Versicherungsfrage noch komplexer. Sie brauchen nicht nur höhere Deckungssummen, sondern oft auch spezielle Zusatzversicherungen. Ein Bekannter, der Hochzeiten mit Drohnenaufnahmen dokumentiert, erzählte uns von seinen Erfahrungen. „Ich muss nicht nur die normalen Risiken absichern, sondern auch Dinge wie Ausfall der Technik oder Verlust von Aufnahmen", sagte er. Seine Versicherung kostet mehrere hundert Euro im Jahr, aber dafür ist er rundum abgesichert. „Einmal ist meine Drohne bei einer Hochzeit ins Wasser gestürzt, und die kompletten Aufnahmen waren weg", erzählte er. „Die Versicherung hat nicht nur die Drohne ersetzt, sondern auch die Entschädigung für das Brautpaar übernommen."
Die rechtlichen Konsequenzen bei fehlender Versicherung können übrigens erheblich sein. Es drohen nicht nur Bußgelder, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen können, sondern im Schadensfall auch die volle persönliche Haftung. Ein Anwalt, den wir dazu befragt haben, war sehr deutlich: „Wer ohne Versicherung fliegt und einen Schaden verursacht, kann im schlimmsten Fall seine komplette wirtschaftliche Existenz verlieren." Er erzählte von einem Fall, bei dem ein unversicherter Drohnenpilot einen Unfall mit mehreren Verletzten verursacht hatte. Die Schadenssumme belief sich auf über 100.000 Euro, die der Pilot aus eigener Tasche zahlen musste. „Der Mann musste sein Haus verkaufen und ist heute noch verschuldet", sagte der Anwalt.

Auch die Kontrollen werden strenger. Die Polizei und das Ordnungsamt führen verstärkt Kontrollen durch, besonders an beliebten Flugorten wie Parks oder Sehenswürdigkeiten. Ein Polizist, mit dem wir gesprochen haben, sagte: „Wir kontrollieren nicht, um zu schikanieren, sondern um Unfälle zu verhindern." Bei einer Kontrolle muss man nicht nur den Versicherungsnachweis vorzeigen, sondern auch die Registrierung der Drohne und gegebenenfalls den Drohnenführerschein. Wer das nicht kann, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.
Die Zukunft der Drohnenversicherung sieht interessant aus. Es gibt bereits erste Ansätze für Pay-per-Flight-Modelle, bei denen man nur für die tatsächliche Flugzeit zahlt. Das könnte besonders für Gelegenheitsflieger attraktiv sein. Auch die Integration von Telemetrie-Daten in die Versicherung wird diskutiert. Drohnen, die ihre Flugdaten automatisch an die Versicherung übermitteln, könnten günstigere Tarife bekommen. Ein Versicherungsexperte erklärte uns: „Wir könnten dann zum Beispiel sehen, ob jemand immer in sicheren Höhen fliegt und dafür Rabatte gewähren."
Nach all unseren Erfahrungen und Recherchen können wir nur jedem Drohnenbesitzer raten, sich ordentlich zu versichern. Die 30 bis 70 Euro im Jahr sind wirklich gut investiertes Geld. Man kauft sich damit nicht nur Schutz vor finanziellen Risiken, sondern auch ein Stück Seelenfrieden. Und mal ehrlich: Wer mehrere hundert oder sogar tausend Euro für eine Drohne ausgibt, sollte die paar Euro für eine Versicherung nicht scheuen.
Unser Nachbar Thomas hat übrigens aus seinem Fehler gelernt. Er hat jetzt nicht nur eine Versicherung, sondern ist auch zum Drohnen-Sicherheitsbotschafter geworden. Bei jedem, der sich in der Nachbarschaft eine Drohne kauft, klingelt er und erklärt die Wichtigkeit einer guten Versicherung. „Ich will nicht, dass anderen das Gleiche passiert wie mir", sagt er. Seine Geschichte ist in unserer Straße schon fast zur Legende geworden – der Mann, der seine Drohne in Müllers Golf fliegen ließ und dadurch zum Versicherungsexperten wurde.
Für Anna und mich war die ganze Geschichte eine lehrreiche Erfahrung. Wir haben nicht nur viel über Drohnen und Versicherungen gelernt, sondern auch über Verantwortung und Vorsorge im Allgemeinen. Manchmal braucht es eben einen konkreten Anlass, um sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Die Drohne steht mittlerweile sicher in unserem Hobbyraum, und wenn wir sie rausholen, dann nur mit dem Versicherungsnachweis in der Tasche. Das mag übervorsichtig klingen, aber wir haben gelernt: Besser safe als sorry, wie die Engländer so schön sagen.
Wenn ihr also mit dem Gedanken spielt, euch eine Drohne zuzulegen, dann denkt an unsere Geschichte. Die Technik macht wahnsinnig viel Spaß, die Möglichkeiten sind faszinierend, aber die Verantwortung sollte man nicht unterschätzen. Eine gute Versicherung ist dabei der erste und wichtigste Schritt. Sie kostet weniger als eine Tankfüllung und kann euch vor dem finanziellen Ruin bewahren. Und glaubt mir, das Gefühl, abgesichert zu sein, macht das Fliegen gleich doppelt so schön.
Falls ihr mehr über unsere Erfahrungen mit verschiedenen Hobbys und den dazugehörigen Herausforderungen lesen wollt, schaut gerne in unsere anderen Geschichten vom Küchentisch rein. Da erzählen wir zum Beispiel von unserem Abenteuer mit dem Wohnmobil-Kauf oder wie wir unseren Garten bienenfreundlich umgestaltet haben. Und wer weiß, vielleicht sitzen wir ja bald wieder am Küchentisch und haben eine neue Geschichte für euch – diesmal hoffentlich ohne Versicherungsschäden!