
Letzte Woche saßen wir mal wieder am Küchentisch, der Wasserkocher blubberte im Hintergrund, und plötzlich sagte mein Mann: „Weißt du eigentlich, was uns dieses Ding im Jahr kostet?" Ich schaute ihn verdutzt an, denn ehrlich gesagt hatte ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Der Wasserkocher war für mich einfach da, wie die Kaffeemaschine oder der Toaster. Aber dann fingen wir an zu rechnen, und was dabei herauskam, hat uns beide überrascht. Bei durchschnittlich zehn Kochvorgängen am Tag – morgens der erste Kaffee, vormittags der zweite, nachmittags Tee für die Kinder, abends noch mal Tee für uns – kommt da einiges zusammen. Wir haben uns dann die Stromrechnung der letzten Jahre angeschaut und festgestellt, dass der kleine unscheinbare Wasserkocher tatsächlich zu den Top-Stromverbrauchern in unserer Küche gehört. Das war der Startschuss für unsere persönliche Wasserkocher-Revolution, und seitdem haben wir so viel gelernt und ausprobiert, dass wir unsere Erfahrungen unbedingt teilen möchten.
Am Anfang unserer Recherche stand die ernüchternde Erkenntnis, dass wir jahrelang viel zu viel Wasser erhitzt haben. Mein Mann hatte die Angewohnheit, den Wasserkocher immer bis zur Maximum-Markierung zu füllen, egal ob er nur eine Tasse Tee oder einen ganzen Liter heißes Wasser brauchte. „Sicher ist sicher", meinte er immer, aber sicher war nur eines: dass wir unnötig Strom verschwendeten. Ein Liter Wasser von Zimmertemperatur auf 100 Grad zu erhitzen, verbraucht etwa 0,1 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde sind das vier Cent pro Liter. Klingt erstmal nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass wir oft nur 250 Milliliter brauchten und trotzdem einen ganzen Liter erhitzten, haben wir dreimal so viel Energie verbraucht wie nötig. Hochgerechnet auf ein Jahr mit unseren zehn Kochvorgängen täglich – wobei wir bei mindestens der Hälfte zu viel Wasser erhitzten – kamen wir auf etwa 50 Euro verschwendete Stromkosten nur durch überschüssiges Wasser. Das hat gesessen! Seitdem nutzen wir die Tassen-Markierungen am Wasserkocher konsequent und füllen wirklich nur so viel Wasser ein, wie wir brauchen. Für eine Tasse Tee sind das 250 Milliliter, für zwei Tassen 500 Milliliter, und wenn die Schwiegereltern zu Besuch kommen und wir eine ganze Kanne Tee kochen, dann sind es eben mal 1,5 Liter.
Die richtige Temperatur war das nächste große Thema, das uns beschäftigte. Jahrelang haben wir alles auf 100 Grad erhitzt – Wasser für grünen Tee genauso wie für schwarzen Tee oder Instant-Kaffee. Dabei ist das völlig unnötig und sogar kontraproduktiv. Grüner Tee entfaltet sein Aroma am besten bei 70 bis 80 Grad, weißer Tee bei etwa 75 Grad, und selbst für Instant-Kaffee reichen 90 Grad völlig aus. Nur schwarzer Tee und Kräutertees brauchen wirklich kochendes Wasser. Als wir uns dann einen neuen Wasserkocher mit Temperaturwahl zulegten, war das wie eine Offenbarung. Nicht nur, dass der Tee plötzlich viel besser schmeckte – besonders der grüne Tee war nicht mehr so bitter –, wir sparten auch noch Strom. Wasser auf 80 Grad zu erhitzen statt auf 100 Grad spart etwa 20 Prozent Energie. Bei unseren fünf täglichen Tee-Kochvorgängen macht das übers Jahr gerechnet nochmal etwa 15 Euro aus. Der neue Wasserkocher mit Temperaturwahl hat 45 Euro gekostet, hatte sich also schon nach drei Jahren amortisiert. Mittlerweile nutzen wir die verschiedenen Temperaturstufen ganz selbstverständlich: 70 Grad für grünen Tee, 80 Grad für weißen Tee, 90 Grad für Kaffee und 100 Grad für schwarzen Tee und zum Kochen.
Ein weiterer Punkt, der uns vorher nie bewusst war, ist die Sache mit dem Kalk. Wir leben in einer Gegend mit sehr hartem Wasser, und der Wasserkocher war nach ein paar Wochen immer komplett verkalkt. „Das ist doch normal", dachten wir uns und haben vielleicht alle drei Monate mal entkalkt, wenn es gar nicht mehr anders ging. Aber dann haben wir gelesen, dass eine Kalkschicht wie eine Isolierung wirkt und die Heizplatte viel länger brauchen lässt, um das Wasser zu erhitzen. Bei einem stark verkalkten Wasserkocher kann der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent steigen! Das war für uns der Anlass, das Thema Entkalken ernst zu nehmen. Seitdem entkalken wir alle zwei Wochen mit einer einfachen Essig-Wasser-Mischung oder mit Zitronensäure. Das geht ganz einfach: Abends vor dem Schlafengehen geben wir zwei Esslöffel Essigessenz oder Zitronensäure in den Wasserkocher, füllen ihn zur Hälfte mit Wasser, lassen das Ganze einmal aufkochen und dann über Nacht stehen. Morgens einmal durchspülen, fertig. Der Wasserkocher sieht aus wie neu, das Wasser kocht schneller, und wir sparen Strom. Außerdem haben wir festgestellt, dass der Tee ohne Kalkrückstände viel besser schmeckt – ein angenehmer Nebeneffekt.
Die Platzierung des Wasserkochers war auch so ein Thema, über das wir nie nachgedacht hatten. Bei uns stand er auf der Arbeitsplatte neben der Spüle, eingesteckt in eine Mehrfachsteckdose zusammen mit Toaster, Kaffeemaschine und Mixer. Das Problem dabei: Mehrfachsteckdosen haben einen höheren Widerstand als direkte Wandsteckdosen, was zu minimalen Energieverlusten führt. Außerdem stand der Wasserkocher direkt am Fenster, wo es im Winter ziemlich kalt wird. Kalte Umgebungstemperatur bedeutet, dass das Wasser von einer niedrigeren Ausgangstemperatur erhitzt werden muss und der Wasserkocher während des Kochvorgangs mehr Wärme an die Umgebung verliert. Wir haben dann umgeräumt: Der Wasserkocher steht jetzt an einer wärmeren Stelle der Küche, direkt an einer Wandsteckdose. Das macht zwar nur ein paar Prozent Unterschied, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und praktischer ist es auch, weil wir jetzt nicht mehr über das Kabel stolpern, wenn wir zur Spüle gehen.
| Vergleich: Stromverbrauch bei verschiedenen Füllmengen |
| Füllmenge |
| 250 ml (1 Tasse) |
| 500 ml (2 Tassen) |
| 1000 ml (1 Liter) |
| 1700 ml (Maximum) |
Ein besonders interessanter Aspekt ist die Frage, ob ein Wasserkocher überhaupt die effizienteste Methode ist, um Wasser zu erhitzen. Wir haben das mal durchgetestet und verschiedene Methoden verglichen: Wasserkocher, Herd (Induktion), Herd (Ceran), Mikrowelle und sogar den Thermomix. Das Ergebnis war eindeutig: Der Wasserkocher ist mit Abstand am effizientesten. Er erhitzt einen Liter Wasser mit etwa 0,1 kWh, während der Induktionsherd etwa 0,12 kWh braucht, das Ceranfeld sogar 0,15 kWh, und die Mikrowelle liegt bei etwa 0,14 kWh. Der Grund ist einfach: Beim Wasserkocher ist das Heizelement direkt im Wasser, es gibt kaum Wärmeverluste. Beim Herd muss erst die Platte heiß werden, dann der Topfboden, und erst dann wird das Wasser erhitzt. Dabei geht viel Energie verloren. Die einzige Ausnahme: Wenn man sowieso schon kocht und der Herd heiß ist, kann es sinnvoll sein, kleine Mengen Wasser direkt im Topf zu erhitzen. Aber für den morgendlichen Tee ist der Wasserkocher unschlagbar.
Was uns auch überrascht hat, ist die Bedeutung des geschlossenen Deckels. Mein Mann hatte die Angewohnheit, beim Einfüllen des Wassers den Deckel offen zu lassen und ihn erst zu schließen, wenn der Wasserkocher schon auf der Station stand. Manchmal vergaß er es auch ganz. Ein offener oder nicht richtig geschlossener Deckel kann den Energieverbrauch um bis zu 20 Prozent erhöhen, weil die Wärme entweicht und das Wasser länger braucht, um zu kochen. Seitdem achten wir penibel darauf, dass der Deckel immer fest geschlossen ist. Das ist so eine kleine Sache, die aber einen großen Unterschied macht. Genauso wie das sofortige Ausschalten nach dem Kochen – viele Wasserkocher haben zwar eine Abschaltautomatik, aber manche halten das Wasser noch eine Weile warm, was zusätzlich Strom verbraucht.
Die Warmhaltefunktion war übrigens ein Feature, von dem wir dachten, dass es total praktisch ist. Unser alter Wasserkocher hatte eine Taste, mit der man das Wasser nach dem Kochen noch 30 Minuten auf Temperatur halten konnte. Klingt super, ist aber ein echter Stromfresser. Die Warmhaltefunktion verbraucht kontinuierlich Strom, um die Temperatur zu halten – etwa 50 Watt pro Stunde. Das sind bei 30 Minuten Warmhalten 0,025 kWh, also nochmal ein Cent zusätzlich zu den Kosten fürs Erhitzen. Wenn man das zweimal täglich macht, sind das übers Jahr gerechnet etwa 7 Euro. Wir haben uns angewöhnt, lieber eine Thermoskanne zu nutzen. Die hält das Wasser stundenlang heiß, ganz ohne Strom. Morgens kochen wir einen Liter Wasser, füllen es in die Thermoskanne, and haben den ganzen Vormittag heißes Wasser für Tee oder Instant-Suppen. Das ist nicht nur sparsamer, sondern auch praktischer, weil wir die Kanne auch mit ins Wohnzimmer oder Büro nehmen können.
Apropos Thermoskanne: Die Kombination aus Wasserkocher und Thermoskanne ist überhaupt ein echter Gamechanger. Früher haben wir für jede einzelne Tasse Tee den Wasserkocher angeschmissen. Jetzt kochen wir morgens einmal einen Liter, füllen ihn in die Thermoskanne, und haben für die nächsten Stunden heißes Wasser parat. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Zeit. Keine Wartezeit mehr, wenn man spontan einen Tee möchte. Und für die Kinder ist es auch sicherer, weil sie nicht an den heißen Wasserkocher kommen. Wir haben uns zwei Thermoskannen zugelegt – eine für Tee-Wasser und eine für Kaffee-Wasser (das nur 90 Grad heiß sein muss). Die Kannen haben etwa 30 Euro pro Stück gekostet, aber die Investition hat sich schnell gelohnt.
| Energieverbrauch verschiedener Erhitzungsmethoden |
| Methode |
| Wasserkocher |
| Induktionsherd |
| Mikrowelle |
| Cerankochfeld |
| Gasherd |
Ein weiterer Punkt, den wir unterschätzt hatten, ist die Lebensdauer des Wasserkochers. Unser alter hat nach drei Jahren den Geist aufgegeben – die Abschaltautomatik funktionierte nicht mehr richtig, und er schaltete sich manchmal mitten im Kochvorgang ab. Wir dachten, das wäre normal, aber dann haben wir erfahren, dass ein gut gepflegter Wasserkocher locker fünf bis sieben Jahre halten kann. Der Schlüssel ist die regelmäßige Pflege: Entkalken alle zwei Wochen, den Kalkfilter (falls vorhanden) regelmäßig reinigen, und die Kontakte an der Basisstation ab und zu mit einem trockenen Tuch abwischen. Außerdem sollte man den Wasserkocher nie ohne Wasser einschalten – das kann die Heizspirale beschädigen. Und wenn man in den Urlaub fährt, sollte man das Restwasser ausleeren und den Wasserkocher offen trocknen lassen, damit sich kein Schimmel bildet.
Die Materialfrage war auch interessant. Es gibt Wasserkocher aus Plastik, Glas, Edelstahl und sogar Keramik. Wir hatten immer Plastik-Wasserkocher, weil die am günstigsten waren. Aber dann haben wir gelesen, dass Plastik-Wasserkocher bei hohen Temperaturen Mikroplastik ans Wasser abgeben können. Das war für uns der Anlass, auf Edelstahl umzusteigen. Edelstahl-Wasserkocher sind zwar teurer, aber sie sind langlebiger, hygienischer und geben keine Schadstoffe ab. Außerdem halten sie das Wasser länger warm, weil Edelstahl besser isoliert als Plastik. Der einzige Nachteil: Die Außenwand wird heiß, man muss also vorsichtig sein. Glas-Wasserkocher sehen schick aus und man sieht, wie sauber sie innen sind, aber sie sind zerbrechlich und zeigen schnell Kalkflecken. Keramik-Wasserkocher sind eher was für Liebhaber – sie sehen toll aus, sind aber teuer und erhitzen das Wasser langsamer.
Was die Größe angeht, haben wir lange überlegt. Unser alter Wasserkocher fasste 1,7 Liter, was für uns als Vier-Personen-Haushalt eigentlich zu viel war. Meistens haben wir nur 0,5 bis 1 Liter gekocht. Ein kleinerer Wasserkocher mit 1,2 Liter Fassungsvermögen wäre eigentlich ausreichend gewesen. Aber dann kommen die Schwiegereltern zu Besuch oder wir machen eine große Kanne Tee für die Thermoskanne, und plötzlich reicht es nicht. Wir haben uns dann für einen 1,5-Liter-Wasserkocher entschieden – ein guter Kompromiss. Er ist nicht zu groß, nicht zu klein, und für die seltenen Fälle, wo wir mehr brauchen, kochen wir eben zweimal. Das ist immer noch effizienter, als ständig einen zu großen Wasserkocher nur halb zu füllen.
Die Leistung des Wasserkochers ist auch ein wichtiger Faktor. Die meisten Wasserkocher haben zwischen 2000 und 3000 Watt. Man könnte denken, dass ein Wasserkocher mit weniger Watt sparsamer ist, aber das stimmt nicht. Ein 3000-Watt-Wasserkocher erhitzt das Wasser schneller als ein 2000-Watt-Gerät und verbraucht dabei insgesamt gleich viel Energie. Der Unterschied: Mit dem stärkeren Gerät geht es schneller, und es gibt weniger Zeit für Wärmeverluste. Wir haben uns für einen 2400-Watt-Wasserkocher entschieden – ein guter Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Belastung des Stromnetzes. In Altbauten mit schwachen Leitungen können 3000-Watt-Geräte nämlich problematisch sein.
Ein Thema, über das wir uns vorher nie Gedanken gemacht hatten, ist die Mindestfüllmenge. Die meisten Wasserkocher haben eine Mindestfüllmenge von 0,5 Litern, manche sogar 0,75 Liter. Wenn man nur eine Tasse Tee möchte, muss man trotzdem die Mindestmenge erhitzen – pure Verschwendung. Es gibt aber auch Wasserkocher mit einer Mindestfüllmenge von nur 0,25 Litern, perfekt für Single-Haushalte oder wenn man nur mal schnell eine Tasse möchte. Wir haben uns einen Zweit-Wasserkocher fürs Büro geholt, einen kleinen mit 0,8 Liter Fassungsvermögen und 0,25 Liter Mindestfüllmenge. Der ist perfekt für den schnellen Tee zwischendurch.
Die Reinigung des Wasserkochers geht über das Entkalken hinaus. Wir haben festgestellt, dass sich am Boden manchmal ein schmieriger Film bildet, besonders wenn man den Wasserkocher längere Zeit nicht benutzt. Das sind Mineralien und Bakterien aus dem Wasser. Einmal im Monat reinigen wir den Wasserkocher gründlich: Wir füllen ihn mit einer Mischung aus Wasser und Backpulver, lassen das Ganze aufkochen und dann eine Stunde stehen. Danach gründlich ausspülen. Der Wasserkocher riecht danach neutral and das Wasser schmeckt besser. Für den Ausguss und die Außenseite nehmen wir eine alte Zahnbürste – da sammelt sich gerne Staub und Fett aus der Küche.
| Jährliche Einsparpotenziale beim Wasserkocher |
| Maßnahme |
| Richtige Füllmenge |
| Temperaturwahl nutzen |
| Regelmäßig entkalken |
| Warmhaltefunktion vermeiden |
| Deckel immer schließen |
| Gesamt |
Besonders spannend fanden wir die Frage, ob sich ein Smart-Wasserkocher lohnt. Die gibt es ja mittlerweile auch – Wasserkocher, die man per App steuern kann. Man kann von unterwegs aus den Wasserkocher einschalten, sodass das Wasser kocht, wenn man nach Hause kommt. Oder man kann Zeitpläne erstellen, sodass der Wasserkocher morgens um 7 Uhr automatisch angeht. Klingt fancy, aber ist es auch sinnvoll? Wir haben es durchgerechnet: Ein Smart-Wasserkocher kostet etwa 100 Euro mehr als ein normaler guter Wasserkocher. Die Zeitersparnis ist minimal – wie lange dauert es schon, den Wasserkocher einzuschalten? Zwei Sekunden? Und die Energieersparnis ist auch nicht gegeben, im Gegenteil: Der Smart-Wasserkocher verbraucht im Standby-Modus kontinuierlich Strom für die WLAN-Verbindung. Für uns war klar: Das ist ein nettes Spielzeug, aber keine sinnvolle Investition.
Etwas anderes ist die Frage nach einem Heißwasserspender. Das sind Geräte, die ständig heißes Wasser bereithalten, ähnlich wie ein kleiner Boiler. Für Büros oder Haushalte, die wirklich sehr viel heißes Wasser brauchen, kann das sinnvoll sein. Aber für einen normalen Haushalt ist es Verschwendung. So ein Heißwasserspender verbraucht kontinuierlich Strom, um das Wasser auf Temperatur zu halten – etwa 50 bis 100 Watt rund um die Uhr. Das sind im Jahr etwa 400 bis 800 kWh, also 160 bis 320 Euro Stromkosten nur fürs Warmhalten. Da ist der Wasserkocher deutlich effizienter.
Ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Umweltbilanz. Ein Wasserkocher, der fünf Jahre hält, ist nachhaltiger als einer, der nach zwei Jahren kaputtgeht. Deshalb lohnt es sich, etwas mehr Geld für Qualität auszugeben. Wir haben uns für einen Wasserkocher einer deutschen Marke entschieden, der zwar 60 Euro gekostet hat, aber fünf Jahre Garantie hat und reparierbar ist. Ersatzteile wie Kalkfilter oder Deckel kann man nachkaufen. Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch besser für die Umwelt. Und wenn der Wasserkocher dann doch mal den Geist aufgibt, gehört er nicht in den Hausmüll, sondern zum Elektroschrott. Viele wissen das nicht und werfen kleine Elektrogeräte einfach in die Restmülltonne.
Was uns auch aufgefallen ist: Die Wasserqualität spielt eine große Rolle. Wir haben sehr hartes Wasser mit einem Härtegrad von 18. Das bedeutet nicht nur mehr Kalk, sondern auch, dass das Wasser länger braucht, um zu kochen. Weiches Wasser kocht schneller und spart damit Energie. Wir haben überlegt, einen Wasserfilter anzuschaffen, aber die Kartuschen sind teuer und müssen ständig gewechselt werden. Außerdem filtern sie wichtige Mineralien aus dem Wasser. Unsere Lösung: Wir nutzen für Tee gefiltertes Wasser aus einer Filterkanne, für alles andere normales Leitungswasser. Das gefilterte Wasser kocht tatsächlich etwas schneller und der Tee schmeckt besser, aber der Unterschied ist nicht so groß, dass sich ein teures Filtersystem lohnen würde.
Die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für einen Neukauf ist auch interessant. Viele Menschen nutzen ihren Wasserkocher, bis er kaputt ist. Aber manchmal kann es sinnvoll sein, schon vorher zu wechseln. Wenn der alte Wasserkocher keine Temperaturwahl hat, stark verkalkt ist und sich nicht mehr richtig reinigen lässt, oder wenn die Abschaltautomatik nicht mehr zuverlässig funktioniert, kann ein Neukauf sinnvoll sein. Die Energieersparnis und Sicherheit rechtfertigen die Investition. Wir haben unseren alten Wasserkocher nicht weggeworfen, sondern in die Garage gestellt. Da nutzen wir ihn, wenn wir heißes Wasser zum Putzen oder für andere Zwecke brauchen.
Ein praktischer Tipp, den wir von Freunden bekommen haben: Im Sommer kann man den Wasserkocher auch für kalte Getränke nutzen. Nicht zum Kühlen natürlich, aber zum Auflösen von Instant-Eistee oder Brausepulver. Statt kaltes Wasser zu nehmen und ewig zu rühren, nimmt man heißes Wasser, löst das Pulver auf und stellt es dann in den Kühlschrank. Das geht viel schneller und das Pulver löst sich vollständig auf, ohne Klumpen. Auch zum Auflösen von Gelatine oder Agar-Agar für Desserts ist heißes Wasser aus dem Wasserkocher praktisch.
Neulich haben wir auch entdeckt, dass man mit dem Wasserkocher prima Eier kochen kann. Einfach die Eier in den Wasserkocher legen, mit Wasser bedecken, einschalten, und nach dem Abschalten noch fünf Minuten im heißen Wasser lassen für weiche Eier, zehn Minuten für harte Eier. Das spart Energie im Vergleich zum Kochen auf dem Herd, und man muss nicht daneben stehen. Allerdings sollte man das nicht zu oft machen, weil die Eierschalen den Wasserkocher verschmutzen können.
Was die Sicherheit angeht, haben wir auch einiges gelernt. Ein Wasserkocher sollte immer auf einer ebenen, hitzebeständigen Fläche stehen, nicht zu nah an der Wand oder anderen Geräten. Das Kabel sollte nicht über die Kante hängen – Kinder könnten daran ziehen. Und nach dem Kochen sollte man den Wasserkocher nicht sofort wegräumen, sondern erst abkühlen lassen. Die Heizspirale kann noch eine Weile heiß bleiben. Wir haben uns angewöhnt, den Wasserkocher nach dem Gebrauch immer von der Station zu nehmen und auf ein Holzbrett zu stellen. So kann nichts passieren, und die Arbeitsfläche wird nicht heiß.
Ein interessanter Vergleich ist auch der zwischen Wasserkocher und Kaffeemaschine. Viele Menschen nutzen ihre Kaffeemaschine, um heißes Wasser für Tee zu machen – einfach ohne Kaffeepulver durchlaufen lassen. Das ist aber ineffizient. Eine Kaffeemaschine braucht etwa 0,15 kWh für einen Liter heißes Wasser, also 50 Prozent mehr als ein Wasserkocher. Außerdem wird das Wasser nur etwa 90 Grad heiß, nicht 100 Grad. Und die Kaffeemaschine zu reinigen, nur weil man Teewasser gemacht hat, ist auch umständlich. Wir nutzen die Kaffeemaschine nur noch für Kaffee und den Wasserkocher für alles andere.
Die Integration in die Morgenroutine war auch ein Prozess. Früher war es so: Aufstehen, Wasserkocher an, duschen gehen, und wenn wir aus dem Bad kamen, war das Wasser längst wieder abgekühlt. Jetzt haben wir einen Wasserkocher mit Signalton. Wenn das Wasser kocht, piept es, und wir wissen: Jetzt schnell den Tee aufgießen oder das Wasser in die Thermoskanne füllen. Das hat unsere Morgenroutine viel effizienter gemacht. Keine verschwendete Energie mehr durch zweimaliges Aufkochen.
Oft wurden wir gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich einen Durchlauferhitzer oder Boiler in der Küche zu installieren, der ständig heißes Wasser liefert. Wir haben das durchgerechnet, und für unseren Haushalt lohnt es sich definitiv nicht. So ein Gerät kostet in der Anschaffung mehrere hundert Euro, die Installation kommt noch dazu, und der Stromverbrauch ist enorm. Ein kleiner Durchlauferhitzer mit 3,5 kW verbraucht pro Minute Betrieb etwa 0,06 kWh. Wenn man täglich 10 Minuten heißes Wasser zapft, sind das im Jahr etwa 220 kWh oder 88 Euro. Dazu kommt der Bereitschaftsstrom. Der Wasserkocher ist da viel flexibler und sparsamer. Nur in Großfamilien oder Büros, wo wirklich ständig heißes Wasser gebraucht wird, kann sich ein Durchlauferhitzer lohnen.
Eine typische Frage war auch, ob man Wasser zweimal aufkochen darf oder ob das schädlich ist. Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Wenn das Wasser nur kurz gestanden hat, ist es kein Problem. Aber Wasser, das tagelang im Wasserkocher steht, sollte man wegschütten. Es können sich Bakterien bilden, und die Mineralien konzentrieren sich. Wir haben uns angewöhnt, abends das Restwasser wegzuschütten und den Wasserkocher offen trocknen zu lassen. Morgens füllen wir frisches Wasser ein. Das ist hygienischer und das Wasser schmeckt besser.
Wir haben uns selbst lange gefragt, ob es einen Unterschied macht, ob man kaltes oder warmes Wasser aus der Leitung in den Wasserkocher füllt. Theoretisch sollte warmes Wasser schneller kochen und damit Energie sparen. Aber das stimmt nur bedingt. Warmwasser aus der Leitung wurde meist im Boiler oder Durchlauferhitzer erhitzt, und das ist ineffizienter als der Wasserkocher. Außerdem steht Warmwasser oft länger in den Leitungen und kann Schadstoffe aufnehmen. Wir nehmen deshalb immer kaltes Wasser, auch wenn es ein bisschen länger dauert. Die einzige Ausnahme: Wenn wir gerade geduscht haben und das Warmwasser sowieso läuft, nutzen wir es auch für den Wasserkocher.
Eine andere häufige Frage betrifft die Geräuschentwicklung. Unser alter Wasserkocher war extrem laut, wie ein startender Düsenjet. Das war besonders morgens nervig, wenn noch jemand schlafen wollte. Moderne Wasserkocher sind deutlich leiser. Es gibt sogar spezielle „Quiet Boil"-Modelle, die durch eine besondere Bauweise die Geräusche dämpfen. Die kosten zwar ein bisschen mehr, aber für uns hat sich die Investition gelohnt. Der neue Wasserkocher ist so leise, dass man nebenbei telefonieren kann. Das ist nicht nur angenehmer, sondern auch ein Zeichen für bessere Qualität – weniger Vibrationen bedeuten weniger Verschleiß.
Zum Thema Reisen und Wasserkocher haben wir auch eine Erfahrung gemacht. Wir hatten uns einen kleinen Reise-Wasserkocher gekauft, 0,5 Liter Fassungsvermögen, zusammenklappbar. Klingt praktisch, war aber eine Enttäuschung. Das Ding hat ewig gebraucht, um das Wasser zu erhitzen, weil es nur 600 Watt hatte. Und die Verarbeitung war so schlecht, dass er nach drei Reisen kaputtging. Seitdem nehmen wir lieber einen Tauchsieder mit. Der ist zwar nicht so komfortabel, aber robust und effizient. Oder wir fragen im Hotel nach einem Wasserkocher fürs Zimmer – viele Hotels haben welche auf Nachfrage.
Letztendlich hat uns die ganze Wasserkocher-Optimierung nicht nur Geld gespart, sondern auch bewusster gemacht. Wir achten jetzt viel mehr darauf, wie wir Energie nutzen, nicht nur beim Wasserkocher. Die hundert Euro, die wir im Jahr sparen, sind natürlich schön, aber noch wichtiger ist das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun. Jede Kilowattstunde, die wir sparen, ist ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz. Und der Tee schmeckt tatsächlich besser aus sauberem, richtig temperiertem Wasser. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die oft den größten Unterschied machen, und der Wasserkocher ist dafür ein perfektes Beispiel. Wer hätte gedacht, dass man über so ein simples Küchengerät so viel lernen und schreiben kann? Aber genau das macht das Leben am Küchentisch aus – die kleinen Entdeckungen im Alltag, die das Leben ein bisschen besser, effizienter und bewusster machen. Für weitere Geschichten aus unserem Alltag und praktische Tipps rund um Haushalt und Küche, schaut gerne regelmäßig bei uns vorbei. Wir haben noch viele Erfahrungen zu teilen, von der optimalen Nutzung der Spülmaschine bis zum energiesparenden Backen.