
Als wir vor drei Jahren in unser kleines Reihenhaus gezogen sind, stand die alte Spülmaschine der Vorbesitzer noch in der Küche – ein klobiges Ding aus den Neunzigern, das mehr röhrte als ein startender Düsenjet. Martin und ich schauten uns an, als das Gerät zum ersten Mal loslief, und ich erinnere mich noch genau an seine Worte: „Schatz, entweder die Maschine geht oder unsere Ehe." Das war natürlich übertrieben, aber der Stromzähler drehte sich tatsächlich so schnell, dass man schwindelig werden konnte. An diesem Abend saßen wir am Küchentisch, tranken Tee aus noch leicht feuchten Tassen und beschlossen, dass wir unser ganzes Haus energetisch auf Vordermann bringen würden. Die Spülmaschine war nur der Anfang einer langen Reise, die uns durch jeden Winkel unseres Zuhauses führte und uns Dinge lehrte, von denen wir nie gedacht hätten, dass sie wichtig sein könnten.
Die erste Erkenntnis kam schneller als gedacht, nämlich dass eine Spülmaschine viel mehr ist als nur eine Kiste, die dreckiges Geschirr sauber macht. Moderne Geräte sind hochkomplexe Systeme, die Wasser, Strom und Zeit in einem ausgetüftelten Verhältnis nutzen. Unsere neue Maschine, die wir nach wochenlanger Recherche kauften, verbraucht pro Spülgang im Eco-Programm nur noch neun Liter Wasser – das ist weniger als eine große Gießkanne voll. Im Vergleich dazu verbraucht Handspülen durchschnittlich vierzig bis sechzig Liter, je nachdem wie verschwenderisch man mit dem laufenden Wasserhahn umgeht. Martin, der Ingenieur in unserer Beziehung, hat das natürlich genau nachgerechnet: Bei dreihundert Spülgängen im Jahr sparen wir allein beim Wasser etwa zwölftausend Liter. Das entspricht ungefähr dem Inhalt von achtzig Badewannen. Diese Zahl hat mich so beeindruckt, dass ich sie beim nächsten Kaffeeklatsch mit meiner Schwester erwähnte, woraufhin sie skeptisch meinte: „Aber die Eco-Programme dauern doch ewig!" Stimmt, unser Eco-Programm läuft dreieinhalb Stunden, aber genau das ist der Trick: Die lange Einwirkzeit bei niedrigeren Temperaturen spart mehr Energie als kurze Programme mit heißem Wasser.
Was die Beladung angeht, haben Martin und ich anfangs regelrechte Diskussionen geführt. Er ist der Typ, der jeden Teller millimetergenau einräumt, während ich eher pragmatisch bin und hauptsache alles passt irgendwie rein. Nach einigen Experimenten haben wir unseren Rhythmus gefunden: Wir sammeln das Geschirr vom ganzen Tag und starten die Maschine abends, wenn sie wirklich voll ist. Das klingt banal, aber früher haben wir oft halbvolle Maschinen laufen lassen, besonders wenn Besuch kam und wir schnell saubere Gläser brauchten. Jetzt haben wir einfach mehr Geschirr angeschafft – eine Investition, die sich durch die Energieeinsparung schon im ersten Jahr amortisiert hat. Die Spülmaschine optimal zu beladen ist eine kleine Wissenschaft für sich: Töpfe und Pfannen kommen nach unten, wo der Wasserstrahl am stärksten ist, Gläser und Tassen nach oben, und Besteck wird gemischt in den Besteckkorb gesteckt, damit sich gleiche Teile nicht verschachteln. Plastikschüsseln fixieren wir mit schweren Tellern, sonst fliegen sie durch den Innenraum und sammeln sich umgedreht voller Wasser auf dem oberen Gitter.
Das Thema Vorspülen war bei uns lange ein Streitpunkt, denn Martins Mutter besteht darauf, dass man Teller quasi schon sauber in die Maschine stellt. Moderne Spülmaschinen brauchen das aber gar nicht – im Gegenteil, die Enzyme im Reiniger brauchen etwas Schmutz, um richtig aktiv zu werden. Wir kratzen grobe Reste in den Biomüll und stellen alles andere direkt rein. Eingebrannte Töpfe weichen wir kurz ein, aber das war's auch schon. Diese Erkenntnis hat uns nicht nur Zeit gespart, sondern auch Wasser: Früher haben wir bestimmt zehn Liter fürs Vorspülen verschwendet. Allerdings haben wir gelernt, dass man die Maschine nicht tagelang vollgepackt stehen lassen sollte – eingetrocknete Milchreste und Müslischalen sind selbst für die beste Maschine eine Herausforderung. Deshalb läuft bei uns jeden zweiten Tag ein Spülgang, außer am Wochenende, wenn wir mehr kochen und entsprechend mehr Geschirr anfällt.
Bei der Programmwahl haben wir mittlerweile unsere feste Routine entwickelt, die sich nach dem Verschmutzungsgrad richtet. Für normal verschmutztes Alltagsgeschirr nutzen wir konsequent das Eco-Programm bei fünfzig Grad. Das dauert zwar seine Zeit, aber wir starten es einfach abends vor dem Schlafengehen und morgens ist alles fertig. An Wochenenden, wenn fettige Bratenformen oder verkrustete Auflaufformen dabei sind, wählen wir das Intensivprogramm bei siebzig Grad – aber wirklich nur dann. Das Automatikprogramm, das viele Maschinen haben, nutzen wir gar nicht mehr, seit wir festgestellt haben, dass es oft unnötig heiß spült und dadurch mehr Strom verbraucht als nötig. Interessant ist auch die Kurzprogramm-Falle: Dreißig Minuten bei fünfundsechzig Grad verbrauchen mehr Energie als drei Stunden bei fünfzig Grad, weil die Maschine das Wasser viel schneller aufheizen muss. Das ist wie beim Autofahren – wer ständig Vollgas gibt und bremst, verbraucht mehr Sprit als jemand, der gleichmäßig dahingleitet.
Die Geschichte mit der Trocknungsfunktion ist fast schon lustig, wenn ich zurückdenke. Anfangs waren wir begeistert von der Funktion „Extra Trocken" – kein lästiges Abtrocknen mehr, alles kam knochentrocken aus der Maschine. Bis die erste Stromrechnung kam und wir fast vom Stuhl gefallen sind. Diese Funktion ist ein echter Energiefresser, weil die Maschine das Geschirr aktiv mit heißer Luft trocknet. Jetzt öffnen wir die Maschine einfach einen Spalt, sobald das Programm fertig ist, und lassen die Restwärme die Arbeit machen. Das Geschirr trocknet von selbst, und wir sparen pro Jahr geschätzte fünfzig Euro nur durch diesen simplen Trick. Martin hat sogar einen kleinen Holzkeil gebastelt, den wir zwischen Tür und Maschine klemmen – seine pragmatische Ingenieursart, Probleme zu lösen. Manchmal stelle ich mir vor, was unsere Großeltern zu all diesen Überlegungen sagen würden. Die haben einfach abgewaschen und fertig, ohne über Energieeffizienzklassen und Eco-Programme nachzudenken.
Was die Reinigungsmittel betrifft, haben wir eine wahre Odyssee hinter uns. Erst die bunten Tabs mit integriertem Klarspüler und Salzfunktion, dann Öko-Tabs ohne Phosphate, schließlich Pulver im Großpack. Heute verwenden wir hauptsächlich Pulver, weil wir die Dosierung je nach Verschmutzung anpassen können – bei leicht verschmutztem Geschirr reicht die Hälfte. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Klarspüler nutzen wir nur noch minimal, und Regeneriersalz kaufen wir im günstigen Großpack. Die Tabs bewahren wir für besondere Anlässe auf, wenn es schnell gehen muss oder wenn wir mal wieder vergessen haben, Pulver nachzukaufen. Pro Jahr sparen wir so etwa achtzig Euro an Reinigungsmitteln – Geld, das wir lieber in gutes Essen investieren, das dann wieder für dreckiges Geschirr sorgt. Ein schöner Kreislauf, finde ich.
Die Wartung der Spülmaschine war anfangs ein Buch mit sieben Siegeln für uns. Wer denkt schon daran, dass so eine Maschine Pflege braucht? Aber nachdem unsere erste Maschine nach nur fünf Jahren den Geist aufgab, weil wir sie nie gereinigt hatten, sind wir schlauer geworden. Einmal im Monat läuft jetzt ein heißes Programm ohne Geschirr, nur mit einer Tasse Essig im oberen Korb – das löst Kalkablagerungen und Fett. Das Sieb unten reinigen wir alle zwei Wochen, was zugegebenermaßen keine schöne Aufgabe ist, aber notwendig. Die Türdichtungen wischen wir regelmäßig ab, und die Sprüharme nehmen wir quartalsweise raus und spülen sie durch. Klingt nach viel Arbeit, dauert aber insgesamt keine halbe Stunde im Monat und verlängert die Lebensdauer der Maschine erheblich. Unsere jetzige läuft seit drei Jahren wie am ersten Tag.
Der Zeitpunkt des Spülens spielt ebenfalls eine größere Rolle, als wir anfangs dachten. Wir haben einen Stromtarif mit Nachtstrom, der zwischen zweiundzwanzig und sechs Uhr morgens günstiger ist. Also programmieren wir die Maschine so, dass sie um zweiundzwanzig Uhr startet. Das spart nochmal etwa dreißig Euro im Jahr. Allerdings mussten wir erst mit unseren Nachbarn klären, ob sie das Brummen der Maschine stört – zum Glück haben wir eine moderne, leise Maschine und verständnisvolle Nachbarn. Die alte Maschine hätten wir nachts nie laufen lassen können, die klang wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Übrigens haben wir durch diese Nachtstrom-Geschichte auch andere Geräte umgestellt: Die Waschmaschine läuft jetzt ebenfalls nachts, und sogar das Elektroauto lädt Martin erst nach zweiundzwanzig Uhr. So summieren sich die Einsparungen.
Ein interessanter Nebeneffekt unserer Spülmaschinen-Optimierung war, dass wir generell bewusster mit Geschirr umgehen. Früher haben wir für jeden Snack einen neuen Teller genommen, jetzt überlegen wir zweimal, ob es wirklich nötig ist. Das klingt vielleicht kleinlich, aber wenn man bedenkt, dass jeder zusätzliche Spülgang Energie kostet, macht es Sinn. Wir haben uns angewöhnt, Teller wiederzuverwenden, wenn es geht – der Frühstücksteller wird abgewischt und abends für Brot verwendet, Gläser werden ausgespült statt gewechselt. Das sind kleine Gewohnheitsänderungen, die in der Summe einen Unterschied machen. Außerdem haben wir festgestellt, dass wir viel weniger Geschirr brauchen als gedacht. Die zweite Garnitur „für Besuch" verstaubt im Schrank, während unsere Alltagssachen im Dauereinsatz sind.
Nachdem wir die Spülmaschine erfolgreich optimiert hatten, wandten wir uns dem Rest des Hauses zu, angefangen bei der Heizung. Das war ein Thema, bei dem wir beide absolute Anfänger waren. Wer weiß schon, was ein hydraulischer Abgleich ist oder wie man Heizkörper richtig entlüftet? Aber nach dem ersten Winter in unserem Haus mit einer Gasrechnung, die uns die Tränen in die Augen trieb, war klar: Hier muss sich etwas ändern. Der Heizungsmonteur, den wir schließlich zu Rate zogen, schaute sich unser System an und schüttelte nur den Kopf. „Wann wurden die Heizkörper zuletzt entlüftet?", fragte er. Wir zuckten mit den Schultern. „Und ein hydraulischer Abgleich?" Wieder Schulterzucken. Er erklärte uns geduldig, dass unsere Heizung wie ein Orchester ohne Dirigent arbeitet – jeder spielt, wie er will, aber harmonisch ist das nicht.
Das Entlüften der Heizkörper wurde zu unserem ersten Projekt, und ich muss gestehen, es hat etwas Meditatives. Man braucht nur einen Entlüftungsschlüssel, den es für zwei Euro im Baumarkt gibt, und eine Schüssel für das austretende Wasser. Der Vorgang selbst ist simpel: Heizung aufdrehen, warten bis der Heizkörper warm wird, dann vorsichtig das Ventil öffnen, bis die Luft mit einem Zischen entweicht. Sobald Wasser kommt, schnell wieder zudrehen. Beim ersten Mal haben wir den halben Boden unter Wasser gesetzt, weil Martin zu langsam war mit dem Zudrehen, aber man lernt ja dazu. Das Gluckern und Blubbern, das vorher aus den Heizkörpern kam, ist seitdem verschwunden, und die Räume werden gleichmäßiger warm. Wir entlüften jetzt zweimal im Jahr, einmal vor der Heizperiode im Oktober und einmal mittendrin im Januar. Das dauert für alle zehn Heizkörper im Haus keine Stunde und spart etwa fünf bis zehn Prozent Heizenergie.
Der hydraulische Abgleich war dann schon eine größere Nummer, nichts für Heimwerker wie uns. Der Heizungsmonteur hat jeden einzelnen Heizkörper vermessen, die Raumgrößen notiert, die Dämmung begutachtet und dann an jedem Heizkörper die Durchflussmenge eingestellt. Das Prinzip ist eigentlich logisch: Große Räume brauchen mehr Heizwasser als kleine, Räume mit Außenwänden mehr als innenliegende. Vorher bekam unser kleines Gästeklo im Erdgeschoss so viel Heizwasser ab, dass es zur Sauna wurde, während das Schlafzimmer im ersten Stock nie richtig warm wurde. Nach dem Abgleich war es wie Zauberei – jeder Raum erreichte seine Solltemperatur, und die Heizung lief insgesamt viel effizienter. Die dreihundert Euro für den Fachmann haben sich schon im ersten Winter amortisiert. Martin, der Zahlenmensch, hat es genau ausgerechnet: Wir sparen seitdem etwa fünfzehn Prozent Heizenergie pro Jahr.
Die Einstellung der Heizkurve war die nächste Lektion, die wir lernen mussten. Unsere moderne Heizung passt die Vorlauftemperatur automatisch an die Außentemperatur an – je kälter es draußen ist, desto heißer macht sie das Wasser. Aber die Werkseinstellung passte überhaupt nicht zu unserem Haus. Die Heizung lief ständig auf Hochtouren, auch wenn es draußen mild war. Nach einigem Experimentieren haben wir die Kurve flacher eingestellt, sodass die Vorlauftemperatur nicht so stark ansteigt. Das Haus wird trotzdem warm, aber die Heizung muss nicht mehr so hart arbeiten. Besonders in der Übergangszeit im Frühling und Herbst macht das einen riesigen Unterschied. Die Feinabstimmung hat Wochen gedauert, mit viel Hin und Her, aber jetzt passt es perfekt. Martin hat sogar eine Excel-Tabelle angelegt, in der er Außentemperatur, Vorlauftemperatur und Raumtemperatur dokumentiert hat – seine Art, Dinge zu verstehen.
Was die Absenkzeiten angeht, da haben wir lange gebraucht, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben. Anfangs haben wir die Heizung nachts komplett runtergefahren, dachten, das spart am meisten. Aber das morgendliche Aufheizen hat dann so viel Energie gebraucht, dass sich das nicht gelohnt hat. Jetzt senken wir nachts nur um drei Grad ab, von einundzwanzig auf achtzehn Grad. Das reicht völlig – unter der Decke merkt man den Unterschied kaum, und morgens ist es schnell wieder warm. Die Absenkung beginnt um zweiundzwanzig Uhr, eine halbe Stunde bevor wir normalerweise ins Bett gehen, und endet um fünf Uhr morgens, eine Stunde bevor der Wecker klingelt. Am Wochenende verschieben wir das Ganze um eine Stunde nach hinten. Tagsüber, wenn wir beide arbeiten, läuft die Heizung auch reduziert, aber nur auf neunzehn Grad. Das Haus kühlt nicht völlig aus, und wenn wir heimkommen, wird es schnell wieder gemütlich.
Die Luftfeuchtigkeit im Haus war ein Thema, das wir komplett unterschätzt hatten. Im ersten Winter haben wir geheizt wie verrückt und uns gewundert, warum die Luft so trocken war, dass wir ständig Nasenbluten hatten. Im Sommer dann das andere Extrem – die Luftfeuchtigkeit stieg so hoch, dass sich in den Ecken Schimmel bildete. Ein Hygrometer für zehn Euro hat uns die Augen geöffnet: Im Winter hatten wir teilweise nur dreißig Prozent Luftfeuchtigkeit, im Sommer über siebzig Prozent. Ideal sind vierzig bis sechzig Prozent, haben wir gelernt. Jetzt haben wir in jedem Raum ein kleines Hygrometer und passen unser Verhalten entsprechend an. Im Winter stellen wir Wasserschalen auf die Heizkörper, hängen feuchte Handtücher auf oder lassen nach dem Duschen die Badezimmertür offen. Im Sommer lüften wir nur morgens und abends, wenn es draußen kühler ist, und verwenden einen Entfeuchter im Keller. Die Zimmerpflanzen, die Martin anfangs als unnötigen Schnickschnack bezeichnet hat, sind jetzt seine besten Freunde – sie regulieren die Luftfeuchtigkeit ganz natürlich. Wir haben mittlerweile in jedem Raum mindestens zwei Pflanzen stehen.
Das richtige Lüften war eine Wissenschaft für sich, die wir erst lernen mussten. Früher haben wir die Fenster stundenlang gekippt gelassen, besonders im Bad nach dem Duschen. Dabei kühlen die Wände aus, die Feuchtigkeit schlägt sich nieder, und die Heizung läuft auf Hochtouren. Stoßlüften ist das Zauberwort – fünf bis zehn Minuten alle Fenster weit auf, am besten mit Durchzug. Die Luft wird komplett ausgetauscht, aber die Wände bleiben warm. Wir lüften jetzt dreimal täglich: morgens nach dem Aufstehen, mittags wenn einer von uns im Homeoffice ist, und abends vor dem Schlafengehen. Im Bad und in der Küche zusätzlich nach dem Duschen oder Kochen. Das klingt vielleicht übertrieben, aber die Luftqualität ist seitdem viel besser, und wir hatten nie wieder Probleme mit Schimmel. Im Winter lüften wir kürzer, etwa fünf Minuten, im Sommer länger, bis zu fünfzehn Minuten. Der Energieverlust durch richtiges Lüften ist minimal im Vergleich zu dauergekippten Fenstern.
Die Geschichte mit den Rollläden und Vorhängen hat uns überrascht, weil wir nie gedacht hätten, dass sie so viel ausmachen. Im Sommer halten geschlossene Rollläden die Hitze draußen, im Winter die Wärme drinnen. Wir haben eine richtige Routine entwickelt: Im Sommer gehen die Rollläden auf der Südseite runter, sobald die Sonne draufknallt, etwa ab zehn Uhr morgens. Die Räume bleiben dadurch angenehm kühl, und wir brauchen keine Klimaanlage. Im Winter machen wir es genau umgekehrt – tagsüber Rollläden hoch, um die Sonnenwärme reinzulassen, abends runter für zusätzliche Dämmung. Die schweren Vorhänge im Wohnzimmer, die wir von Martins Großmutter geerbt haben, sind im Winter Gold wert. Sie bilden eine zusätzliche Isolierschicht vor den Fenstern. Wir ziehen sie zu, sobald es dunkel wird, und die Wärme bleibt merklich besser im Raum. Im Sommer tauschen wir sie gegen leichte Gardinen aus.
Teppiche waren bei uns lange ein Streitthema – ich finde sie gemütlich, Martin findet sie unpraktisch. Aber als wir festgestellt haben, dass ein Teppich die gefühlte Raumtemperatur um bis zu zwei Grad erhöhen kann, war auch er überzeugt. Warme Füße bedeuten, dass man die Heizung niedriger stellen kann. Wir haben jetzt in jedem Raum mindestens einen Teppich, im Wohnzimmer einen großen vor dem Sofa, im Schlafzimmer Bettvorleger, und sogar im Bad liegt eine Matte. Die Teppiche haben noch einen anderen Vorteil: Sie dämpfen den Schall. Unser Haus ist hellhörig, und seit wir Teppiche haben, hört man nicht mehr jeden Schritt im Obergeschoss. Im Sommer rollen wir die dicken Wollteppiche ein und lagern sie im Keller, dann kommen dünnere Baumwollteppiche zum Einsatz. Das ist zwar etwas Arbeit beim Wechseln, aber es macht einen echten Unterschied für das Raumklima.
Die Möblierung der Räume spielt ebenfalls eine Rolle für die Energieeffizienz, was uns vorher nie bewusst war. Möbel vor Heizkörpern sind der Klassiker – die Wärme kann nicht richtig zirkulieren. Wir haben unser Wohnzimmer komplett umgestellt, nachdem uns klar wurde, dass das große Sofa direkt vor dem Heizkörper stand. Jetzt steht es an der Innenwand, der Heizkörper ist frei, und der Raum wird viel gleichmäßiger warm. Auch Vorhänge, die über Heizkörper hängen, sind problematisch – die Wärme wird direkt zum Fenster geleitet statt in den Raum. Wir haben die Vorhänge gekürzt, sodass sie oberhalb der Heizkörper enden. In der Küche haben wir die Gefriertruhe von der Außenwand weg an eine Innenwand gestellt – sie muss jetzt weniger gegen die Kälte ankämpfen und verbraucht merklich weniger Strom.
Nach drei Jahren in unserem Haus haben wir so viel gelernt, was wir vorher nie für möglich gehalten hätten. Die ganzen kleinen Optimierungen summieren sich zu einer beachtlichen Ersparnis. Wir haben mal nachgerechnet: Zwischen Spülmaschine, Heizung und all den anderen Maßnahmen sparen wir pro Jahr etwa achthundert Euro an Energie- und Wasserkosten. Das ist ein schöner Urlaub oder die Rate für die neue Photovoltaikanlage, die wir nächstes Jahr installieren lassen wollen. Aber es geht uns längst nicht mehr nur ums Geld. Es ist ein gutes Gefühl, bewusster zu leben und unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Wenn jeder Haushalt nur die Hälfte von dem umsetzen würde, was wir gemacht haben, wäre schon viel gewonnen.
Die wichtigste Erkenntnis aus all unseren Experimenten und Optimierungen ist aber eine andere: Man muss nicht alles auf einmal machen. Wir haben mit der Spülmaschine angefangen, weil die alte kaputt war. Dann kam eins zum anderen. Jede kleine Verbesserung hat uns motiviert weiterzumachen. Manchmal sind es die simpelsten Dinge, die den größten Unterschied machen – wie die Maschine einen Spalt offen zu lassen oder die Heizkörper zu entlüften. Man braucht kein Ingenieursstudium und keine teuren Geräte. Ein bisschen Neugier, Geduld und die Bereitschaft, Gewohnheiten zu ändern, reichen völlig aus.
Wenn ich heute am Küchentisch sitze und diese Zeilen schreibe, läuft im Hintergrund leise unsere Spülmaschine im Eco-Programm. Die Heizung schnurrt zufrieden vor sich hin, perfekt eingestellt nach drei Jahren Feintuning. Durch das Fenster sehe ich unseren Garten, wo Martin gerade die Regentonne installiert, mit der wir nächsten Sommer die Blumen gießen wollen. Es ist schon verrückt, wie sehr sich unser Leben verändert hat, seit wir angefangen haben, über Energiesparen nachzudenken. Früher haben wir Geräte einfach benutzt, heute verstehen wir, wie sie funktionieren und wie wir sie optimal einsetzen.
Neulich war meine Schwester zu Besuch und hat sich gewundert, warum bei uns überall kleine Hygrometer rumstehen und warum wir die Spülmaschine erst abends anmachen. Als ich ihr unsere ganzen Tricks erklärt habe, war sie erst skeptisch, dann neugierig. Letzte Woche hat sie angerufen und stolz erzählt, dass sie ihre Heizkörper entlüftet hat und tatsächlich einen Unterschied merkt. So verbreitet sich das Wissen weiter, von Küchentisch zu Küchentisch. Und genau das ist es, was wir mit unserem Blog erreichen wollen – zeigen, dass Energiesparen keine Hexerei ist, sondern aus vielen kleinen, machbaren Schritten besteht.
Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, selbst aktiv zu werden: Fangt einfach irgendwo an. Vielleicht mit der Spülmaschine, vielleicht mit den Heizkörpern. Messt vorher euren Verbrauch, dann seht ihr schwarz auf weiß, was eure Maßnahmen bringen. Und habt Geduld – manche Dinge brauchen Zeit, bis man den optimalen Weg gefunden hat. Bei uns hat es drei Jahre gedauert, bis alles rund lief, aber der Weg dahin war genauso spannend wie das Ergebnis. In unserem Blog teilen wir regelmäßig neue Entdeckungen und Erkenntnisse aus unserem Alltag. Nächste Woche geht es um unser Abenteuer mit dem Kompost – wer hätte gedacht, dass Biomüll so faszinierend sein kann? Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß beim Experimentieren und Optimieren in eurem eigenen Zuhause. Und denkt dran: Jeder eingesparte Euro ist ein doppelter Gewinn – für den Geldbeutel und für die Umwelt.