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Versicherungen & Recht

Viele Deutsche zahlen zu viel: Diese 7 Versicherungen können Sie sofort kündigen

by Winterberg 2025. 9. 30.

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2026

🔹 Worum es heute geht: Wir schauen uns an, welche Versicherungen in deutschen Haushalten häufig doppelt vorhanden, kaum genutzt oder schlicht überflüssig sind – und wie man sie sicher loswird. 🔹 Was wir gelernt haben: Eine ehrliche Bestandsaufnahme spart im Schnitt mehrere Hundert Euro pro Jahr, ohne den wirklich wichtigen Schutz zu gefährden. 🔹 Was Leser:innen davon haben: Eine konkrete Checkliste, einen Musterbrief und fundierte Hintergrundinformationen, die direkt am Küchentisch genutzt werden können.


Seit die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Anfang 2026 neue Transparenzpflichten für Versicherungsvermittler eingeführt hat, wird in Verbraucherkreisen lebhafter diskutiert, was wirklich versichert sein muss und was längst zum Ballast geworden ist. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Erhebung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass der durchschnittliche deutsche Haushalt im Jahr 2025 rund 2.400 Euro jährlich für Versicherungsprämien ausgegeben hat – ein Wert, der seit 2020 stetig gestiegen ist (Quelle: GDV, Statistisches Taschenbuch 2025/2026, gdv.de). Was viele dabei nicht ahnen: Ein erheblicher Teil dieser Summe fließt in Policen, die sich überschneiden, kaum Leistung bringen oder schlicht nicht mehr zum aktuellen Lebensabschnitt passen.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir das auch nicht. Ich erinnere mich noch gut an den Abend, als mein Mann Thomas und ich den alten Schuhkarton aus dem Schrank zogen, in dem wir über die Jahre sämtliche Versicherungsunterlagen gestapelt hatten. Obendrauf lag eine Sterbegeldversicherung, die meine Mutter vor zwanzig Jahren für mich abgeschlossen hatte, als ich noch Schülerin war. Monatlich wurden acht Euro abgebucht – still, pünktlich, und von mir völlig vergessen. Darunter eine Reisegepäckversicherung, eine Handy-Zusatzversicherung für ein Gerät, das seit drei Jahren nicht mehr existiert, und eine Rechtsschutzversicherung, die laut Kleingedrucktem exakt dieselben Bereiche abdeckte wie der Schutz über unsere Gewerkschaftsmitgliedschaft. Der Karton war, wenn man so will, ein kleines Museum der gut gemeinten, aber längst überholten Absicherungen.

Später haben wir gemerkt, dass unser Fall alles andere als ungewöhnlich ist. Studien der Stiftung Warentest zeigen regelmäßig, dass ein großer Teil der deutschen Privathaushalte mindestens eine Versicherung unterhält, die entweder doppelt vorhanden oder faktisch wertlos ist (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest, Ausgaben 2024/2025, test.de). Das liegt nicht an Naivität, sondern an den Lebensumständen: Man heiratet, bekommt Kinder, wechselt den Arbeitgeber, zieht um – und die Versicherungsmappe hält einfach nicht Schritt.

Mit der Zeit wurde uns klar, dass es zwei grundlegend verschiedene Kategorien von Versicherungen gibt: solche, die man unter keinen Umständen kündigen sollte, und solche, bei denen eine Kündigung nicht nur möglich, sondern finanziell sinnvoll ist. Zwischen diesen beiden Polen liegt eine Grauzone von Policen, die von Fall zu Fall bewertet werden sollten. Diese Unterscheidung ist der eigentliche Kern des Themas – und darüber wollen wir heute ausführlich sprechen.


Was bleibt – die unverzichtbaren Versicherungen

Rückblickend betrachtet war die erste Lektion die wichtigste: Nicht jede Einsparung ist eine gute Einsparung. Bevor wir auch nur eine einzige Kündigung geschrieben haben, haben wir uns eine Liste der Versicherungen angelegt, die in den allermeisten Lebenssituationen als unverzichtbar gelten. Diese Liste hat uns als Anker gedient.

Die private Haftpflichtversicherung steht dabei ganz oben. Sie gilt unter Verbraucherexperten als die wichtigste Versicherung überhaupt, denn ohne sie haften Privatpersonen für Schäden, die sie anderen zufügen, im schlimmsten Fall mit ihrem gesamten Vermögen – ein Leben lang. Wer versehentlich einen Fahrradfahrer anfährt und dieser dauerhaft arbeitsunfähig wird, kann mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert werden. Die Jahresprämie für eine gute Haftpflichtpolice liegt in der Regel zwischen 50 und 100 Euro, was gemessen am Schutz ausgesprochen günstig ist. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Ebenso unverzichtbar ist in der Regel eine Krankenversicherung – in Deutschland ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Wer gesetzlich versichert ist, sollte zumindest prüfen, ob eine private Zusatzversicherung, etwa für Zahnersatz oder stationäre Behandlung, tatsächlich genutzt wird oder ob die Prämie besser gespart werden könnte. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Berufstätige, die nicht über ein hohes Eigenkapital verfügen, ebenfalls häufig sinnvoll, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in den meisten Fällen erheblich unter dem letzten Nettoeinkommen liegt. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Wer ein Auto fährt, ist durch die Kfz-Haftpflicht bereits gesetzlich abgesichert. Eine Vollkaskoversicherung hingegen lohnt sich erfahrungsgemäß nur bei neueren oder besonders wertvollen Fahrzeugen. Bei einem zehn Jahre alten Kleinwagen mit einem Restwert von 4.000 Euro ist die Vollkasko-Prämie in der Regel nicht mehr im sinnvollen Verhältnis zum möglichen Schaden. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Was weg kann – die klassischen Überversicherungen

In den ersten Tagen unserer Versicherungs-Inventur haben wir uns durch die kleinen Policen gewühlt – und dabei schnell gemerkt, dass genau hier das meiste Sparpotenzial steckt. Was folgt, ist eine Übersicht der Versicherungsarten, die in Deutschland besonders häufig unnötig abgeschlossen werden und bei denen eine Kündigung in vielen Fällen sinnvoll erscheint.

Handyversicherungen zählen zu den klassischen Rendite-Policen für Versicherungsunternehmen. Die Schadensquoten sind vergleichsweise gering, die Prämien aber oft hoch. Wer sein Smartphone ohnehin über die Hausratversicherung gegen Einbruchdiebstahl abgesichert hat und im Schadenfall ein Selbstbehalt in Kauf nimmt, zahlt für eine separate Handy-Police häufig doppelt. Die meisten dieser Verträge schließen zudem genau die häufigsten Schadensszenarien aus – das zerbrochene Display zum Beispiel ist in vielen Standardpolicen nicht abgedeckt oder nur gegen erheblichen Aufpreis. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Reisegepäckversicherungen überschneiden sich in vielen Fällen ebenfalls mit dem Schutz einer vorhandenen Hausratversicherung. Wer eine sogenannte „Außenversicherungsklausel" im Hausratvertrag hat, ist für Gepäckverlust außer Haus häufig bereits abgesichert – bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme. Es lohnt sich, die Hausratpolice in diesem Punkt genau zu lesen, bevor man eine separate Reisegepäckversicherung weiterführt. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Sterbegeldversicherungen sind ein besonders emotionales Thema, weil sie oft von Eltern oder Großeltern für Kinder und Enkelkinder abgeschlossen werden. Der Gedanke dahinter ist verständlich – die Beerdigungskosten sollen nicht zur Last fallen. Tatsächlich aber sind die ausgezahlten Summen in der Regel so gering (häufig zwischen 3.000 und 8.000 Euro), dass sie die über Jahrzehnte eingezahlten Prämien kaum übersteigen. Wer diese Policen früh kündigt, kann die frei werdenden Beiträge in einem Tagesgeldkonto oder einem einfachen Sparplan deutlich renditestärker anlegen. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Restschuldversicherungen, die häufig beim Abschluss eines Ratenkredits angeboten werden, stehen seit Jahren in der Kritik von Verbraucherschutzorganisationen. Die Europäische Union hat mit der überarbeiteten Verbraucherkreditrichtlinie (2023/2225/EU), die seit 2025 in deutsches Recht umgesetzt wurde, die Transparenzpflichten für solche Zusatzprodukte verschärft (Quelle: Europäisches Parlament, europa.eu). Käufer werden nun expliziter über Kosten und Alternativen informiert. Wer eine solche Police bereits hat, sollte prüfen, ob Kündigungsrechte bestehen – denn in vielen Fällen lässt sich die Versicherung unabhängig vom Kredit kündigen. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Brillenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen sind nicht per se schlecht, aber besonders dann überflüssig, wenn der tatsächliche Leistungsumfang den Erwartungen nicht entspricht. Viele dieser Policen haben Wartezeiten von sechs bis zwölf Monaten und begrenzen die jährliche Erstattung so stark, dass sich der Abschluss finanziell kaum rechnet. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Die Grauzone: Wann eine Kündigung gut überlegt sein sollte

Ganz ehrlich, am Anfang hatten wir den Impuls, einfach alles zu kündigen, was nicht auf unserer „unverzichtbar"-Liste stand. Aber dann hat uns ein befreundeter Versicherungsmakler – kein Verkäufer, sondern ein echter Makler, der zu Unabhängigkeit verpflichtet ist – auf einige Punkte hingewiesen, die wir fast übersehen hätten.

Eine private Unfallversicherung etwa ist nicht für jeden sinnvoll, aber für Menschen, die keinen Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente haben oder in einem Beruf mit höherem körperlichem Risiko arbeiten, kann sie eine wichtige Lücke schließen. Gleiches gilt für die Hausratversicherung: Wer zur Miete wohnt und wenige wertvolle Gegenstände besitzt, könnte auf den ersten Blick meinen, sie sei entbehrlich. Tatsächlich aber deckt eine gute Hausratpolice auch Wasserschäden durch geplatzte Rohre, Fahrraddiebstahl und – je nach Erweiterung – auch Elementarschäden ab. Gerade angesichts häufiger werdender Unwetterereignisse durch den Klimawandel rät der NABU dazu, den eigenen Versicherungsschutz bei Naturgefahren nicht zu unterschätzen (Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland, nabu.de).


Die Übersichtstabelle: Was bleibt, was geht, was geprüft werden sollte

Versicherungsart Empfehlung Begründung / Hinweis
Private Haftpflicht ✅ Behalten Basisschutz, unverzichtbar
Krankenversicherung (GKV/PKV) ✅ Behalten Gesetzlich vorgeschrieben
Berufsunfähigkeitsversicherung ✅ Häufig sinnvoll Lücke bei gesetzl. Rente
Kfz-Haftpflicht ✅ Behalten Gesetzlich Pflicht
Hausratversicherung ⚖️ Prüfen Elementarschutz beachten
Wohngebäudeversicherung ✅ Behalten (Eigent) Bei Eigentum unverzichtbar
Private Unfallversicherung ⚖️ Prüfen Nur bei BU-Lücke sinnvoll
Vollkasko (Kfz) ⚖️ Prüfen Nur bei neuem/wertvollen Auto
Handyversicherung ❌ Häufig kündbar Oft mit Hausrat überlappend
Reisegepäckversicherung ❌ Häufig kündbar Außenklausel in Hausrat prüfen
Sterbegeldversicherung ❌ Häufig kündbar Schlechte Rendite, bes. alt. Pol.
Restschuldversicherung ❌ Oft überflüssig Kündigungsrecht prüfen (EU-Richtl.)
Brillenversicherung ❌ Meist kündbar Wartezeit/Leistung prüfen
Tierhalter-Haftpflicht (Hund) ✅ Behalten In vielen Bundesländern Pflicht
Rechtsschutz (Doppelabsicherung) ❌ Oft kündbar Prüfen, ob Gew.-Schutz greift

(Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Wie die Kündigung rechtlich funktioniert

Mit der Zeit wurde uns klar, dass das Kündigen von Versicherungen zwar formal einfach, aber mit einigen Fristen und Regeln verbunden ist, die man kennen sollte. Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bildet die rechtliche Grundlage. Nach § 11 VVG können Versicherungsverträge in der Regel zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden, wenn die Kündigung mindestens einen Monat vor Ablauf eingeht. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Darüber hinaus gibt es das sogenannte außerordentliche Kündigungsrecht, das in bestimmten Situationen greift: nach einem Schadensfall, nach einer Beitragserhöhung durch den Versicherer, oder wenn sich der versicherte Gegenstand ändert (z.B. Fahrzeugwechsel). Gerade nach Beitragserhöhungen – die laut GDV in den Jahren 2024 und 2025 in vielen Sparten überdurchschnittlich ausgefallen sind – haben Versicherungsnehmer häufig ein Sonderkündigungsrecht, das innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe der Erhöhung genutzt werden kann. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Wichtig: Versicherungen, die an andere Verträge gekoppelt sind – zum Beispiel eine Restschuldversicherung an einen Kredit – sollten vor der Kündigung genau geprüft werden. Im Zweifel empfiehlt sich eine Beratung durch eine anerkannte Verbraucherzentrale, die in allen Bundesländern kostengünstige Erstberatungen anbietet.


Das Thema Psychologie: Warum wir zu viel versichern

Interessanterweise ist Überversicherung kein rein rationales Problem – sie hat auch eine psychologische Dimension. Verhaltensforscher sprechen von der sogenannten „Verlustsversion": Menschen empfinden potenzielle Verluste stärker als gleichwertige Gewinne. Ein möglicher Schaden fühlt sich schlimmer an als ein sicherer, kleiner Betrag, der monatlich als Prämie abfließt. Dieser Mechanismus ist menschlich und verständlich – aber er führt dazu, dass wir Versicherungen abschließen und halten, selbst wenn das Risiko objektiv gering ist.

Hinzu kommt das, was Verhaltensökonomen als „Status-quo-Bias" beschreiben: die Tendenz, bestehende Zustände beizubehalten, weil eine Veränderung Aufwand bedeutet. Viele Menschen kündigen ihre Versicherungen nicht, weil sie nicht aktiv darüber nachdenken – nicht weil sie bewusst entscheiden, die Police zu behalten. Das ist einer der Gründe, warum Versicherungsunternehmen automatische Verlängerungsklauseln so häufig einsetzen. Wer nicht kündigt, bleibt Kunde.

Ganz ehrlich, auch wir haben uns dabei ertappt. Die Sterbegeldversicherung meiner Mutter hatten wir nicht weitergeführt, weil wir sie für sinnvoll hielten – sondern weil wir nie ernsthaft darüber nachgedacht hatten. Acht Euro im Monat fallen einfach nicht auf. Aber acht Euro mal zwölf Monate mal zwanzig Jahre sind 1.920 Euro – Geld, das anderswo viel sinnvoller eingesetzt gewesen wäre.


Nachhaltigkeit und Versicherungen: Ein noch junges Thema

Mit der Zeit wurde uns klar, dass das Thema Versicherungen auch eine ökologische Dimension hat, die in der öffentlichen Debatte noch wenig beleuchtet wird. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) weist darauf hin, dass Versicherungsunternehmen zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland gehören – und dass die Anlage von Versicherungsgeldern erhebliche Auswirkungen auf die Finanzierung von Industrien, Infrastrukturen und mittelbar auch auf Klimafragen hat (Quelle: BUND, bund.net). Wer unnötige Versicherungen kündigt, entzieht diesen Kapitalflüssen zumindest ein kleines Stück – und kann gegebenenfalls gezielt zu Versicherern wechseln, die auf nachhaltige Kapitalanlage setzen.

Gleichzeitig werden klimabedingte Risiken in der Versicherungsbranche selbst zum wachsenden Thema. Elementarschadenversicherungen, lange ein Nischenprodukt, rücken durch häufigere Überschwemmungen, Starkregen und Stürme in den Fokus. Wer in einem Risikogebiet lebt, sollte diesen Baustein besonders sorgfältig prüfen – und wer ihn noch nicht hat, sollte ernsthaft überlegen, ob er ihn braucht. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Was die Digitalisierung dabei verändert

Interessanterweise hat die Digitalisierung das Thema Überversicherung in den letzten Jahren verschärft, aber auch leichter beherrschbar gemacht. Einerseits ermöglichen Online-Abschlüsse und App-basierte Versicherungsprodukte einen noch schnelleren – und damit oft weniger reflektierten – Abschluss neuer Policen. Andererseits gibt es inzwischen digitale Versicherungsmanager, sogenannte InsurTech-Angebote, die alle bestehenden Verträge in einer Übersicht bündeln und auf Überschneidungen hinweisen.

Zu den bekannteren Anbietern in Deutschland zählen Clark, Getsafe und Check24 – wobei letzteres vorrangig als Vergleichsportal agiert. Wer solche Tools nutzt, sollte allerdings bedenken, dass diese Unternehmen häufig durch Provisionen beim Abschluss neuer Verträge verdienen. Ihre Empfehlungen sind daher nicht immer völlig interessenfrei, auch wenn viele Anbieter mittlerweile auf Transparenz setzen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt grundsätzlich, bei der Nutzung solcher Apps auf Datenschutzstandards und Datenweitergabe zu achten (Quelle: BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, bsi.bund.de).


Der richtige Zeitpunkt für die Versicherungs-Inventur

Viele Experten empfehlen, die eigene Versicherungssituation einmal pro Jahr zu prüfen – am besten immer zum selben Anlass, damit es zur Gewohnheit wird. Gute Zeitpunkte sind der Jahreswechsel, der Eingang der Steuererklärung (wenn man ohnehin in den eigenen Finanzen wühlt) oder ein Lebensereignis wie eine Heirat, ein Umzug oder die Geburt eines Kindes. Jedes dieser Ereignisse verändert die Risikolage und damit die Frage, welche Versicherungen tatsächlich passen.

Besonders nach einer Heirat sollte der Versicherungsordner komplett neu bewertet werden: Zwei Menschen mit je eigener Haftpflicht können häufig eine gemeinsame Police abschließen – günstiger als zwei separate Verträge. Gleiches gilt für Hausrat und andere Policen. Umgekehrt trennen sich manche Paare irgendwann, und dann sind gemeinsame Policen zu entflechten – was ohne Wissen um die bestehenden Verträge schwierig und teuer werden kann.

Auch der Renteneintritt ist ein klassischer Zeitpunkt für eine Versicherungs-Inventur. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung läuft in der Regel bis zum Renteneintritt – wer danach noch beiträgt, zahlt womöglich für einen Schutz, der gar nicht mehr greift. Ebenso können manche Unfallversicherungen angepasst oder beendet werden, wenn das Berufsrisiko wegfällt. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Worauf beim Wechsel des Versicherers zu achten ist

Manchmal ist die richtige Entscheidung nicht die Kündigung, sondern der Wechsel zu einem anderen Anbieter – zum Beispiel, wenn man eine Versicherungsart weiterhin braucht, aber mit dem aktuellen Anbieter unzufrieden ist oder die Prämie zu hoch erscheint. Beim Wechsel gibt es einige Dinge zu beachten.

Erstens sollte die neue Police lückenlos an die alte anschließen – also idealerweise bereits zum gleichen Datum beginnen, an dem die alte endet. Andernfalls entsteht ein Deckungsloch, das teuer werden kann. Zweitens sollten neue Verträge genau auf Leistungsausschlüsse und Wartezeiten geprüft werden. Wer einen Zahnersatz bereits geplant hat, sollte beispielsweise nicht erst im selben Monat eine Zahnzusatzversicherung abschließen – in den meisten Fällen greift dann die Wartezeit. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Drittens lohnt es sich beim Wechsel, Testberichte zu nutzen. Die Stiftung Warentest und ihr Magazin „Finanztest" veröffentlichen regelmäßig unabhängige Vergleiche der wichtigsten Versicherungsarten, bewertet nach Leistungsumfang, Kundendienst und Preis-Leistungs-Verhältnis (Quelle: Stiftung Warentest, test.de). Diese Berichte sind kostenpflichtig, aber schon ein einziges Abonnement amortisiert sich schnell, wenn man damit eine sinnvolle Entscheidung beim Wechsel einer Police trifft.


Was wir unserer Nachbarin geraten haben

Rückblickend betrachtet ist es manchmal ein gutes Gespräch am Küchentisch, das den Anstoß gibt. Als unsere Nachbarin Renate uns erzählte, dass sie seit Jahren eine private Pflegezusatzversicherung für ihre erwachsene Tochter mitbezahlt – obwohl die Tochter längst ausgezogen ist und eigene Versicherungen abgeschlossen hat –, haben wir kurz nachgebohrt. Es stellte sich heraus, dass die Tochter gar nicht wusste, dass sie von der Mutter mitversichert wurde. Ein Anruf beim Versicherer, eine schriftliche Kündigung, und Renate spart seither 22 Euro pro Monat.

So banal das klingt: Viele Überversicherungen entstehen nicht aus Fahrlässigkeit, sondern aus gut gemeinter Fürsorge, die nie hinterfragt wird. Das Gespräch darüber – am Küchentisch, mit der Familie, mit Freunden – ist oft der erste und wichtigste Schritt.


Rückblickend betrachtet hat uns der Abend mit dem Schuhkarton rund 380 Euro pro Jahr gespart. Wir haben drei Verträge gekündigt: die Sterbegeldversicherung, die Handy-Police und die Reisegepäckversicherung. Eine vierte – die Rechtsschutzversicherung – haben wir heruntergestuft, weil wir festgestellt haben, dass wir den Baustein „Straf-Rechtsschutz" über unsere Gewerkschaft bereits abgedeckt hatten. Der Makler hat uns geraten, die Hausratversicherung um eine Elementarschadenklausel zu erweitern – das hat 14 Euro pro Jahr mehr gekostet, aber dafür echten Mehrwert gebracht.

Was Thomas und ich in dieser Zeit auch gelernt haben: Versicherungen sind kein statisches Thema. Jedes Jahr, wenn die erste Prämienrechnung des Jahres ins Haus flattert, nehmen wir uns eine halbe Stunde Zeit und prüfen, ob der Vertrag noch passt. Hat sich etwas geändert? Ist ein Kind ausgezogen? Gibt es eine neue Police, die mehrere alte ersetzen kann? Dieser kleine Jahrescheck kostet kaum Zeit, kann aber über die Jahre mehrere Tausend Euro einsparen.


Praxis-Box: In 6 Schritten zur Versicherungs-Inventur

Schritt 1 – Alle Verträge sammeln Durchsuchen Sie sämtliche Ordner, E-Mail-Postfächer und Schuhkartons nach Versicherungsunterlagen. Bitten Sie auch Ihre Bank um eine Übersicht der regelmäßigen Abbuchungen – dort tauchen manchmal vergessene Prämien auf.

Schritt 2 – Überschneidungen identifizieren Erstellen Sie eine einfache Liste aller Versicherungen und prüfen Sie, ob zwei oder mehr Policen denselben Schaden abdecken würden. Klassische Überschneidungen: Hausrat und Reisegepäck, Gewerkschafts- und privater Rechtsschutz, mehrere Kranken-Zusatzversicherungen.

Schritt 3 – Den Lebenswandel berücksichtigen Überlegen Sie, ob Ihre aktuelle Lebenssituation noch zur Police passt. Eine Handyversicherung für ein Gerät, das Sie gar nicht mehr besitzen, ist offensichtlich hinfällig – aber auch eine Kfz-Vollkasko für ein altes Fahrzeug kann überprüft werden.

Schritt 4 – Fristen und Kündigungsrechte notieren Notieren Sie für jede Kündigung das Datum des Vertragsablaufs und die Kündigungsfrist (in der Regel ein Monat vor Jahresende). Prüfen Sie außerdem, ob eine Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht auslöst.

Schritt 5 – Den Musterbrief anpassen und versenden Senden Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein, damit Sie einen Nachweis über den Eingang haben. Bewahren Sie den Rückschein auf.

Schritt 6 – Bestätigung abwarten und Lastschriften prüfen Nach Eingang der Kündigung beim Versicherer erhalten Sie in der Regel eine schriftliche Bestätigung. Prüfen Sie, ob nach dem Kündigungstermin keine weiteren Prämien abgebucht wurden.


📄 Musterkündigung – Vorlage

[Vor- und Nachname] [Adresse] [Ort, Datum]

Kündigung meiner Versicherung – Vertragsnummer: [XXXXXXXX]

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit kündige ich den oben genannten Versicherungsvertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Termin, spätestens zum [Datum des Vertragsendes]. Ich bitte um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung. Mit freundlichen Grüßen, [Unterschrift]


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich eine Versicherung kündigen, wenn ich keinen Schadenfall hatte?

Diese Frage stellen viele Menschen, weil sie das Gefühl haben, die eingezahlten Beiträge seien dann „umsonst" gewesen. Aber genau das ist das Wesen einer Versicherung: Man zahlt für den Fall der Fälle, der – zum Glück – nicht eingetreten ist. Eine Kündigung ist trotzdem jederzeit zum nächsten regulären Kündigungstermin möglich. Manche Versicherer, insbesondere bei kurzlaufenden Verträgen, ermöglichen auch eine monatliche Kündigung. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Was passiert mit meinem Anspruch, wenn ich während eines laufenden Schadenfalls kündige?

Das ist ein besonders wichtiger Punkt: Ein bereits gemeldeter und laufender Schadenfall ist in der Regel nicht von der Kündigung betroffen. Der Versicherer bleibt für diesen Schaden leistungspflichtig, sofern das Schadenereignis vor der Kündigung eingetreten ist. Allerdings ist es ratsam, bei komplexen Schadensfällen erst nach der vollständigen Regulierung zu kündigen, um keine unnötigen Streitigkeiten zu riskieren. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)

Ist es sinnvoll, alle Versicherungen bei einem Anbieter zu bündeln?

Das sogenannte „Bündelrabatt"-Modell klingt verlockend: Wer mehrere Versicherungen beim selben Anbieter hat, bekommt häufig Rabatte von fünf bis fünfzehn Prozent. Gleichzeitig kann diese Bündelung dazu führen, dass man Policen behält, die man sonst schon längst gekündigt hätte – einfach weil der Rabatt sonst wegfällt. Ein kritischer Vergleich auf unabhängigen Portalen oder bei einem ungebundenen Versicherungsmakler ist in vielen Fällen sinnvoller als die Bündelstrategie. (Beispielangabe – kann je nach Anbieter, Region oder Einzelfall abweichen.)


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Versicherungs- oder Rechtsberatung dar. Bei konkreten Fragen zu einzelnen Verträgen empfiehlt sich die Beratung durch eine anerkannte Verbraucherzentrale oder einen unabhängigen Versicherungsmakler.