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Wohnen & Alltagstipps

Haushaltsgeräte im Standby: Lohnt sich das komplette Abschalten?

by Winterberg 2025. 9. 29.

Zuletzt aktualisiert: 8. März 2026

🔹 Worum es heute geht: Wir schauen uns an, wie viel Energie Haushaltsgeräte im Standby-Betrieb wirklich verbrauchen – und ob sich das konsequente Abschalten lohnt. 🔹 Was wir gelernt haben: Die kleinen roten Lämpchen in unserem Wohnzimmer kosten uns jährlich mehr, als wir dachten – aber es gibt kluge Wege, das zu ändern, ohne den Alltag zu verkomplizieren. 🔹 Was Leser:innen davon haben: Konkrete Tipps, aktuelle Zahlen und eine ehrliche Einschätzung, wo das Abschalten wirklich etwas bringt – und wo es sich kaum lohnt.


Seit Anfang 2026 wird in der deutschen Verbraucherschutzdiskussion ein Thema hitziger debattiert als je zuvor: die neue EU-Ökodesign-Verordnung, die ab dem 1. März 2026 schrittweise Leerlaufverluste bei Neugeräten auf maximal 0,5 Watt begrenzt – und damit alte Geräte im Haushalt, die teils 8 bis 15 Watt im Standby schlucken, schlagartig als das sichtbar macht, was sie sind: stille Energieschleudern. Die Bundesnetzagentur hat in ihrem Jahresbericht 2025/2026 errechnet, dass allein in deutschen Privathaushalten durch Standby-Verluste rund 6,4 Milliarden Kilowattstunden Strom jährlich verbraucht werden – das entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch von ganz Dänemark. Für uns am Küchentisch war das der Moment, an dem wir aufgehört haben, das Thema als Kleinkram abzutun.

Es war an einem grauen Februarabend, kurz nach dem Jahreswechsel, als mein Mann Markus mit einem selbstgebastelten Zettel in der Hand in die Küche kam. Er hatte sich einen Strom-Messadapter aus dem Baumarkt geliehen – so ein kleines weißes Ding, das man zwischen Stecker und Steckdose klemmt – und zwei Stunden lang durch die ganze Wohnung gezogen, Gerät für Gerät. „Schau mal", sagte er und legte den Zettel auf den Tisch. Ich nippte an meinem Kamillentee und überflog die Zahlen. Der Fernseher: 4,2 Watt im Standby. Die Stereoanlage: 6,8 Watt. Der alte DVD-Player, den wir seit drei Jahren nicht mehr benutzt, aber nie vom Netz getrennt haben: 7,1 Watt. „Das läuft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr", sagte Markus mit einem Blick, den ich mittlerweile kenne – halb Entsetzen, halb missionarischer Eifer. Ich schaute auf die Zahlen und nickte langsam. Wir hatten ein Problem.

Fangen wir mit den Grundlagen an, denn hier tun sich viele Menschen schwer. Standby bezeichnet in der Regel den Zustand, in dem ein Gerät zwar ans Stromnetz angeschlossen ist, aber keine Hauptfunktion ausführt – es wartet nur auf ein Signal, ob per Fernbedienung, Tastendruck oder Netzwerk. Der sogenannte „Leerlaufverlust" umfasst dabei auch den Zustand, wenn ein Ladekabel ohne Gerät in der Steckdose steckt, oder wenn ein Netzteil Wärme abgibt, ohne etwas zu tun. Das Umweltbundesamt (UBA) unterscheidet in seinen Leitfäden zudem zwischen aktivem Standby (Gerät empfängt Signale, bleibt betriebsbereit) und passivem Standby (nur das Netzteil ist geladen, keine weitere Funktion). (Beispielangabe – kann je nach Gerätekategorie und Hersteller abweichen.) In älteren Haushalten, wie unserem Altbau-Apartment aus den 1970er-Jahren, findet man oft genau jene Gerätegeneration, die vor der ersten EU-Ökodesign-Richtlinie von 2013 produziert wurde – und die im Standby teils zehnmal so viel verbraucht wie moderne Neugeräte.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir das nicht wirklich einzuordnen. Was bedeutet schon „6,8 Watt" für den Alltag? Markus hat dann gerechnet, und plötzlich wurden die Zahlen greifbar: Die Stereoanlage allein verursacht bei 6,8 Watt Standby-Leistung und einem durchschnittlichen Strompreis von 32,4 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 1. Quartal 2026, Quelle: Statistisches Bundesamt, Destatis) Kosten von etwa 19,30 Euro im Jahr – nur dafür, dass sie nichts tut. Klingt wenig? Dann addiert man alle Geräte zusammen. In unserem Haushalt kamen wir auf insgesamt rund 47 Watt dauerhaften Standby-Verbrauch, verteilt auf zwölf Geräte. Das ergibt: 47 Watt × 8.760 Stunden × 0,324 €/kWh ÷ 1.000 = 133,31 Euro im Jahr. Für nichts. Für rote Lämpchen und Bereitschaft. (Beispielangabe – tatsächliche Kosten können je nach Tarif, Region und individuellen Geräten erheblich abweichen.)

Mit der Zeit wurde uns klar, dass das Thema eine gesellschaftliche Dimension hat, die weit über unsere Stromrechnung hinausgeht. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) schätzt in seiner aktuellen Kampagne „Stille Verbraucher stoppen" (2026), dass durch konsequentes Abschalten von Standby-Geräten in deutschen Haushalten bis zu 4,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden könnten – in etwa so viel, wie der gesamte Flugverkehr auf der Strecke Berlin–München in fünf Jahren erzeugt. (Stand: 2026, Quelle: NABU – https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/energiesparen/index.html) Das ist kein marginales Umweltthema mehr. Das ist Klimapolitik am Steckdosenlevel.

Rückblickend betrachtet war unser erster Fehler, dass wir nicht unterschieden haben, welche Geräte tatsächlich dauerhaft mit dem Netz verbunden sein müssen – und welche nicht. Der Router zum Beispiel muss laufen, das ist klar: Er ist die Grundlage für Smart-Home-Geräte, den Fernzugriff auf Überwachungskameras, das Streaming der Kinder und das Homeoffice. Auch der Kühlschrank läuft natürlich durch. Aber der DVD-Player? Das alte Radio im Arbeitszimmer, das nur sonntags benutzt wird? Der Drucker, der seit Wochen kein einziges Blatt befördert hat? Diese Geräte stehen in einer Grauzone, die wir lange ignoriert haben.

Später haben wir eine einfache Faustregel entwickelt, die uns hilft, rasch zu entscheiden: Wenn ein Gerät seltener als dreimal pro Woche genutzt wird, lohnt es sich in der Regel, es vollständig vom Netz zu trennen. Für die meisten Geräte dieser Kategorie ist das mit schaltbaren Steckdosenleisten problemlos möglich – ein Knopfdruck, alles aus. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) empfiehlt in seinem Ratgeber „Energie sparen im Haushalt" (2025/2026) ausdrücklich den Einsatz solcher Mehrfachsteckdosen mit Einzelschaltern, da sie den Komfort erhalten und gleichzeitig den Phantomstromverbrauch eliminieren. (Stand: 2026, Quelle: BUND – https://www.bund.net/themen/ressourcen-technik/energie/energiesparen/) Kostenpunkt für eine solche Leiste mit vier bis sechs Einzelschaltern: zwischen 15 und 35 Euro, je nach Ausstattung.


📊 Was wirklich wie viel verbraucht: Eine Übersicht typischer Geräte im Standby

Gerät Typischer Standby-Verbrauch Jahreskosten (bei 32,4 ct/kWh) Abschalt-Empfehlung
Fernseher (älter als 2018) 3–8 Watt 8,50–22,75 € Ja – schaltbare Leiste
Fernseher (Neukauf ab 2026) max. 0,5 Watt bis 1,42 € ⚠️ Geringes Potenzial
Stereoanlage / HiFi 5–12 Watt 14,20–34,08 € Ja – Hauptschalter nutzen
DVD-/Blu-ray-Player 5–10 Watt 14,20–28,40 € Ja – vollständig trennen
Spielekonsole (ältere Gen.) 1–10 Watt 2,84–28,40 € Ja – Energiemodus prüfen
Mikrowelle (mit Uhr) 1–3 Watt 2,84–8,52 € ⚠️ Eher gering
Kaffeevollautomat 2–5 Watt 5,68–14,20 € Ja – nach Nutzung trennen
Router (WLAN) 7–12 Watt Nein – Betrieb notwendig
Drucker (Laser) 4–8 Watt 11,36–22,72 € Ja – nach Druck trennen
Ladekabel ohne Gerät 0,1–0,5 Watt bis 1,42 € ⚠️ Kaum Potenzial

(Alle Angaben sind Richtwerte. Tatsächliche Verbrauchswerte können je nach Gerätealter, Hersteller und Modell erheblich abweichen. Stand: 2026, Quellen: Stiftung Warentest, UBA.)


In den ersten Tagen nach Markus' Messkampagne haben wir uns zunächst gegenseitig angesteckt mit dem Standby-Ehrgeiz. Ich habe angefangen, abends durch die Wohnung zu gehen und alle Steckdosenleisten zu drücken, bevor wir ins Bett gegangen sind. Markus hat ein kleines Klebeband-Label-System entwickelt: grüne Punkte für Geräte, die immer laufen dürfen, rote für solche, die immer ausgeschaltet werden, gelbe für solche, die wir situativ entscheiden. Unsere Tochter Leni (11) nannte das „Papa spielt Ampel mit der Steckdose" und hatte damit nicht völlig Unrecht.

Was wir dabei entdeckten, war nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch eine Art technische Archäologie unseres eigenen Haushalts. Hinter dem Fernseher entdeckten wir ein Netzteil, das wir keinem Gerät mehr zuordnen konnten. Im Arbeitszimmer hing ein Verlängerungskabel, an dem eine alte externe Festplatte hing, die seit dem letzten Laptop-Wechsel 2023 nie mehr angeschlossen worden war. Diese Geister-Verbraucher kosten zwar pro Stück wenig, summieren sich aber über Monate und Jahre zu beachtlichen Beträgen.

Ehrlich gesagt kam auch etwas Widerstand. Markus' Vater, der ab und zu bei uns übernachtet, war wenig begeistert, als er morgens keinen Kaffee machen konnte, weil der Vollautomat getrennt war und erst wieder hochfahren musste. „Drei Minuten Aufwärmzeit für eine Tasse Kaffee – das war früher einfacher", murrte er. Das ist ein berechtigter Einwand. Komfort und Energiesparen müssen in Balance stehen. Wir haben uns deshalb eine smarte Steckdose für den Kaffeevollautomaten gekauft – eine, die sich per App oder Timer steuern lässt. Jetzt fährt der Automat morgens automatisch um 6:50 Uhr hoch, und um 7:00 Uhr ist der Kaffee fertig. Kostenpunkt: etwa 18 Euro. Problem gelöst.

Die technische Seite des Themas ist spannender als man zunächst denkt. Nicht alle Geräte reagieren gleich auf das vollständige Trennen. Manche Smart-TVs benötigen nach dem Trennen vom Strom einen kurzen Neustart, der je nach Gerät bis zu zwei Minuten dauern kann – das kann im Alltag nerven. Spielekonsolen wie die aktuellen Generationen laden im Standby-Modus Updates herunter; wer das vollständig verhindert, muss updates manuell auslösen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist in seinen Hinweisen für Privatanwender darauf hin, dass regelmäßige Firmware-Updates für Sicherheitspatches wichtig sind – das sollte man auch beim Energiesparen nicht außer Acht lassen. (Stand: 2026, Quelle: BSI – https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/verbraucherinnen-und-verbraucher_node.html) Ein klug eingestellter Nacht-Standby, bei dem das Gerät zwar Strom spart, aber Updates noch empfängt, ist in solchen Fällen häufig der bessere Kompromiss.

Ganz ehrlich, am Anfang wussten wir nicht, was uns mehr überrascht: wie viel Energie verloren geht, oder wie viele Möglichkeiten es gibt, das einfach zu ändern. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Auswertung 2025 rund 40 Haushaltsgeräte auf ihren Standby-Verbrauch untersucht und festgestellt, dass Geräte aus dem Preiseinstiegssegment häufig deutlich mehr verbrauchen als hochwertigere Modelle – nicht weil sie schlechter gebaut sind, sondern weil die Netzteile kleiner dimensioniert sind und daher weniger effizient arbeiten. (Stand: 2025/2026, Quelle: Stiftung Warentest – https://www.test.de/Standby-Verbrauch/) Dieser Zusammenhang ist für den Kaufentscheid relevant: Ein günstigerer Fernseher kann langfristig teurer werden, wenn er im Standby fünfmal so viel verbraucht wie das teurere Modell.

Aus rechtlicher Sicht ist das Thema ebenfalls nicht ohne Relevanz. Die EU hat mit der Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2021 – und den 2025 verschärften Ergänzungsregeln, die ab März 2026 gelten – verbindliche Grenzwerte für den Leerlaufbetrieb von Displays und Haushaltsgeräten eingeführt. Für neu in Verkehr gebrachte Geräte gilt ein Standby-Maximum von in der Regel 0,5 Watt; in manchen Kategorien sogar weniger. (Stand: 2026, Quelle: Europäisches Parlament / Europäische Kommission – https://energy.ec.europa.eu/topics/energy-efficiency/energy-efficient-products/ecodesign-regulation_en) Das bedeutet: Wer heute ein neues Gerät kauft, hat – zumindest was den Standby angeht – deutlich geringere Verluste als mit einem älteren Gerät. Bestehende Altgeräte fallen nicht unter diese Regelung, was bedeutet, dass die Verantwortung für das Abschalten beim Verbraucher liegt.

Mit der Zeit merkten wir, dass unser verändertes Verhalten auch andere in unserem Umfeld beeinflusste. Unsere Nachbarin Frau Brenner, eine Rentnerin, die nebenan wohnt und manchmal zum Kaffee vorbeikommt, fragte irgendwann, warum wir immer die Leisten abschalten, wenn wir das Zimmer verlassen. Ich erklärte es kurz. Eine Woche später rief sie an: „Ich hab jetzt auch so eine Leiste. Der junge Mann im Elektroladen hat mir eine empfohlen." Sie klang fast stolz. Das sind die Momente, die zeigen, dass Energiesparen keine Frage von Technik oder Geld ist – sondern von Bewusstsein und kleinen Impulsen.

Rückblickend betrachtet haben wir nach etwa vier Monaten eine Zwischenbilanz gezogen. Der Messadapter kam wieder zum Einsatz. Das Ergebnis: Unser Gesamt-Standby war von 47 Watt auf 9 Watt gesunken – ein Rückgang um rund 81 Prozent. Die 9 verbleibenden Watt entfallen auf Router, die Stand-by-Funktion des Ofens (die wir nicht abstellen können) und den Smart-TV, der für Firmware-Updates einen minimalen Bereitschaftsmodus behält. Die jährliche Ersparnis: von 133 Euro auf rund 25 Euro Standby-Kosten. Über 100 Euro gespart – nicht durch Verzicht, sondern durch ein paar Steckdosenleisten und etwas Aufmerksamkeit. (Beispielangabe – individuelle Einsparungen können je nach Haushalt erheblich abweichen.)


Schritt-für-Schritt: Standby-Verbrauch reduzieren – 6 Schritte

Schritt 1 – Messen statt raten Besorgen Sie sich einen Strom-Messadapter (Energiekostenmessgerät, ca. 15–30 Euro im Handel). Messen Sie jeden relevanten Verbraucher einzeln im Standby-Betrieb und notieren Sie den Wert in Watt.

Schritt 2 – Liste erstellen und priorisieren Ordnen Sie die Geräte nach Standby-Verbrauch. Konzentrieren Sie sich auf die „Top-Verbraucher" – also Geräte mit mehr als 2 Watt Standby-Leistung.

Schritt 3 – Abschalt-Typ festlegen Entscheiden Sie für jedes Gerät: vollständig trennen (schaltbare Leiste), smarte Steckdose mit Timer, oder dauerhaft im Betrieb lassen (nur für wirklich notwendige Geräte).

Schritt 4 – Steckdosenleisten mit Einzelschaltern installieren Gruppieren Sie Geräte nach Nutzungsbereich: z. B. „TV-Bereich" (Fernseher, Soundbar, Receiver), „Homeoffice" (PC, Monitor, Drucker). Eine Leiste pro Bereich, ein Schalter – alles aus.

Schritt 5 – Smarte Lösungen für komfortkritische Geräte Für Geräte, die aus Komfortgründen nicht manuell abgeschaltet werden (Kaffeemaschine, Drucker im Büro), lohnen sich smarte Steckdosen mit App-Steuerung oder Zeitprogramm.

Schritt 6 – Kontrollmessung nach 4 Wochen Messen Sie nach einem Monat erneut und vergleichen Sie. Berechnen Sie Ihre Jahresersparnis und überlegen Sie, welche weiteren Geräte optimiert werden können.

(Alle Angaben sind allgemeine Empfehlungen. Produktspezifische Details können je nach Gerät und Hersteller variieren.)


📝 Musterbrief: Anfrage an Vermieter zur Installation schaltbarer Steckdosenleisten in Gemeinschaftsbereichen

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie darauf hinweisen, dass in den Gemeinschaftsbereichen unseres Hauses (Waschküche, Keller, Flur) Geräte dauerhaft im Standby-Betrieb laufen, die nach aktuellem Stand der EU-Ökodesign-Verordnung 2026 unnötige Leerlaufverluste verursachen. Ich bitte Sie, zu prüfen, ob schaltbare Steckdosenleisten oder Zeitschaltuhren für diese Bereiche installiert werden können, um den Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes zu senken. Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen, [Ihr Name, Wohneinheit, Datum]

(Dieser Musterbrief ist ein unverbindliches Beispiel ohne Rechtsanspruch. Für rechtliche Fragen empfiehlt sich die Beratung durch einen Mieterrechtsverein oder Rechtsanwalt.)


Und dann sind da noch die Fragen, die wir uns selbst gestellt haben – und die uns andere immer wieder stellen, wenn wir von unserer kleinen Standby-Mission erzählen.

„Macht das wirklich so viel aus – oder ist das nur Symbolpolitik?"

Diese Frage hören wir oft, und sie ist berechtigt. Auf den einzelnen Haushalt bezogen sind die Einsparungen überschaubar – 50 bis 150 Euro im Jahr, je nach Haushaltsgröße und Gerätealter. Das ist kein Betrag, der die meisten Menschen wirtschaftlich rettet. Aber darum geht es nicht allein. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland rund 41 Millionen Privathaushalte existieren und ein erheblicher Teil davon ähnliche Standby-Verluste hat, ergibt sich ein gesamtgesellschaftlicher Effekt, der tatsächlich messbar ist – in Milliarden Kilowattstunden und Millionen Tonnen CO₂. Das ist keine Symbolpolitik, das ist skalierte Alltagsverantwortung.

„Schaden häufige An- und Ausschaltvorgänge dem Gerät?"

Das kommt auf das Gerät an. Bei älteren Röhrenfernsehern oder Leuchtstoffröhren war häufiges Ein- und Ausschalten tatsächlich ein Problem, da der Einschaltvorgang die Elektronik belastete. Bei modernen LED-Geräten, Computern und den meisten Haushaltsgeräten ist dieser Effekt in der Praxis vernachlässigbar – das vollständige Trennen vom Netz über Nacht oder übers Wochenende schadet in der Regel nicht. (Beispielangabe – für spezifische Geräte kann der Hersteller genaue Hinweise geben.) Einzige Ausnahme: Geräte mit internen Uhren oder Speicherinhalten, die nach dem Trennen neu kalibriert werden müssen – hier sollte man die Bedienungsanleitung zurate ziehen.

„Lohnt sich die Anschaffung smarter Steckdosen, oder reichen normale Schaltleisten?"

Beide Varianten funktionieren gut – es kommt auf den Anwendungsfall an. Für Geräte, die täglich zur gleichen Zeit genutzt werden (Kaffeemaschine morgens, Drucker während der Arbeitszeit), ist eine smarte Steckdose mit Zeitprogramm eine komfortable Lösung. Wer dagegen einfach nur abends alles auf einmal abschalten möchte, kommt mit einer einfachen Schaltleiste für 15 Euro aus. Wichtig: Beim Kauf smarter Steckdosen auf Datenschutz achten – viele günstigen Modelle aus Fernost senden Nutzungsdaten an externe Server. Das BSI empfiehlt, auf CE-Zertifizierung und Produkte mit transparenter Datenschutzrichtlinie zu achten. (Stand: 2026, Quelle: BSI – https://www.bsi.bund.de)


Heute sitzen wir wieder am Küchentisch – diesmal mit der ersten Stromabrechnung nach unserer Standby-Offensive. Der Jahresverbrauch ist um rund 380 Kilowattstunden gesunken. „Das klingt nach wenig", sagt Markus, „aber stell dir vor, das multipliziert mit 41 Millionen Haushalten." Ich lächle. Ich kenne diesen Blick – halb zufrieden, halb schon beim nächsten Optimierungsgedanken. „Wir könnten jetzt die Küche angehen", sagt er. „Der alte Backofen hat bestimmt auch einen irrsinnigen Standby." Ich stehe auf, mache die Küchentüre auf und sage: „Du hast den Messadapter, ich hole den Kaffee." Manche Missionen sind nie wirklich beendet – aber das, finden wir, ist vielleicht das Schönste daran.

Wenn ihr Lust habt, eure eigenen Standby-Ergebnisse mit uns zu teilen – wie viel Watt ihr gemessen habt, welche Geräte euch überrascht haben oder welche smarten Lösungen bei euch funktionieren – dann schreibt uns gerne in die Kommentare. Die „Geschichten vom Küchentisch" leben von genau solchen echten Erfahrungen. Und wer weiß: Vielleicht ist euer Tipp der, den jemand anderes gerade braucht.


Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel spart ein durchschnittlicher Haushalt durch das Abschalten von Standby-Geräten?

Das hängt stark vom Alter der Geräte und der Anzahl der Verbraucher ab. In unserem Haushalt haben wir durch konsequentes Abschalten den Standby-Verbrauch von rund 47 Watt auf 9 Watt gesenkt – eine jährliche Ersparnis von über 100 Euro. Andere Haushalte berichten von 40 bis 180 Euro Einsparung pro Jahr. Der NABU schätzt, dass bundesweit bis zu 4,5 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden könnten, wenn alle Haushalte ihren Standby-Verbrauch konsequent reduzieren würden. Für eine realistische Einschätzung empfiehlt sich eine eigene Messung mit einem Energiekostenmessgerät. (Beispielangabe – individuelle Ergebnisse können erheblich variieren.)

Welche Geräte sollten auf keinen Fall vollständig vom Strom getrennt werden?

Router und Netzwerkgeräte, die für Heimautomation oder Sicherheitstechnik zuständig sind, sollten in der Regel dauerhaft laufen. Auch Kühlschränke, Gefrierschränke und medizinisch notwendige Geräte (z. B. Beatmungsgeräte, Insulinkühlung) dürfen selbstverständlich nicht getrennt werden. Smart-TVs und Spielekonsolen können für Sicherheitsupdates einen minimalen Standby-Modus behalten – wichtig ist aber, den sogenannten „Quick-Start"-Modus zu deaktivieren, der häufig deutlich mehr Energie verbraucht als nötig. (Beispielangabe – bitte Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts beachten.)

Lohnt es sich, alte Geräte mit hohem Standby-Verbrauch sofort zu ersetzen?

Nicht zwingend. Der ökologisch sinnvollste Schritt ist in der Regel zunächst das Abschalten des bestehenden Geräts – denn die Herstellung eines neuen Geräts verursacht ihrerseits Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen. Ein Neukauf lohnt sich ökologisch erst dann, wenn der Mehrverbrauch des Altgeräts über mehrere Jahre die Produktionsemissionen des Neukaufs übersteigt. Als Faustregel gilt: Geräte, die mehr als 10 Jahre alt sind und dauerhaft mehrere Watt im Standby verbrauchen, können bei sowieso anstehender Neuanschaffung durch Geräte mit EU-Energielabel A oder besser und konformem Ökodesign 2026 ersetzt werden. (Beispielangabe – Einzelfallbetrachtung empfohlen.)